Monate: September 2018

Essen, Trinken, Tanzen – lettische Kultur und Traditionen

Wenn man die let­ti­sche Geschich­te ein­mal betrach­tet, fällt es schwer zu glau­ben, dass es eine ein­heit­li­che kul­tu­rel­le Iden­ti­tät wirk­lich gibt. In ande­ren Län­dern wer­den Gebäu­de, die für bestimm­te Beset­zun­gen oder Erobe­rer ste­hen, ger­ne abge­ris­sen – fin­ge man damit in Riga an, wäre von der Stadt schon bald nichts mehr übrig. Und trotz­dem scheint es eine all­ge­mei­ne Men­ta­li­tät und Kul­tur zu geben. 2018 heißt 100 Jah­re let­ti­sche Unab­hän­gig­keit und damit ist es das per­fek­te Jahr, um let­ti­sche Kul­tur zu ent­de­cken.

Vier Wochen Lettland — was bleibt?

Es ist bei­na­he sur­re­al, dass mein ers­ter Monat in Lett­land bereits vor­bei sein soll. Einer­seits habe ich mich gut ein­ge­lebt und Rou­ti­nen gefun­den, ande­rer­seits noch nicht viel unter­nom­men in mei­ner Zeit hier. Das liegt zu einem gro­ßen Teil auch dar­an, dass das Schul­jahr erst im Sep­tem­ber beginnt und ich bis dahin kei­ne gere­gel­te Arbeit habe. Ab nächs­ter Woche heißt es dann näm­lich durch­ge­tak­te­ter Wochen­plan, Eng­lisch­stun­den geben und end­lich Let­tisch­un­ter­richt bekom­men! Ich habe die letz­ten Wochen somit meist gelang­weilt im Jugend­zen­trum ver­bracht, hier und da ein biss­chen beim Deko-Bas­­teln gehol­fen und ansons­ten eher wenig gear­bei­tet. Ganz ereig­nis­los war die Zeit aber trotz­dem nicht – bereits in mei­ner ers­ten Woche war Jugend­tag, für den ich einen eige­nen Work­shop (Traum­fän­ger bas­teln) orga­ni­siert habe. Spä­ter hat­ten wir noch ein Über­nach­tungs­event mit den Jugend­li­chen, die ich dadurch ein biss­chen bes­ser ken­nen­ge­lernt habe. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ihnen ist nicht immer ein­fach – vie­le sind sehr schüch­tern, wenn es dar­um geht, Eng­lisch zu spre­chen. Der Schlüs­sel ist wohl, ein­fach nicht auf­zu­ge­ben und ich hof­fe wirk­lich, dass ich mich in naher Zukunft mit …

Waschmaschine? Was ist das?

Die ers­ten Hür­den kom­men: Wäsche. Wie wäscht man sei­ne Wäsche ohne Wasch­ma­schi­ne? Ich konn­te in mei­ner ers­ten Nacht hier in Asi­lo nicht schla­fen, also dach­te ich mir: „Gut, dann nut­ze ich die Zeit doch zum Kla­mot­ten waschen!“ – Pus­te­ku­chen! Die Kla­mot­ten haben nach ihrem Was­ser­bad immer noch nach allem Mög­li­chen gero­chen, nur nicht nach dem hei­mi­schen Wasch­mit­tel. Da ich nach mei­ner ers­ten Nacht in Asi­lo erst­mal wie­der in ein Hotel gezo­gen bin, um an dem fünf­tä­gi­gen Ankom­­mer-Semi­­nar teil­zu­neh­men, hat mich die Sache nicht mehr so gestört. Doch nun bin ich wie­der zurück in Asi­lo. Schwes­ter Nie­va (mei­ne „Che­fin“) hat mir jetzt erst­mal erklärt, wie ich mei­ne Kla­mot­ten rich­tig waschen muss. Ein sehr lan­ger Akt, wenn ihr mich fragt. Zuerst weicht man die Kla­mot­ten in Was­ser ein, dann wringt man sie aus und im nächs­ten Gang wird Wasch­mit­tel dazu­ge­ge­ben. Die Wäsche wird gekne­tet und aus­ge­wrun­gen, bis der größ­te Schaum drau­ßen ist. Wenn man das mit allen Kla­mot­ten gemacht hat, wird wie­der neu­es Was­ser in den Eimer gege­ben und die Kla­mot­ten wer­den erneut aus­ge­wrun­gen. Das geht so …