Freiwilligendienst, Luisa in der Slowakei
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Wohin gehst du nochmal?

Lui­sa, wohin gehst du noch­mal? Tsche­chi­en, Slo­we­ni­en? Die­se Fra­ge habe ich in letz­ter Zeit öfters gehört. Nein, ich gehe in die Slo­wa­kei. „Und wie kommst du dar­auf, in die Slo­wa­kei zu gehen?“ Das war eben­falls eine der Top-Fragen. 

Was ich nach mei­nem Abi machen will, wohin ich gehen soll, war für mich seit Sep­tem­ber 2017 eine sehr wich­ti­ge Fra­ge. Man hat zwar eine Vor­stel­lung: „Ich möch­te ein Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr machen” – aber wo, wie, was… kei­ne Ahnung! Also begibt man sich auf die Suche, macht sich Gedan­ken und hat Wün­sche für das kom­men­de Jahr. 

Mei­ne Suche begann damit, dass ich FSJ-Stel­len in Island such­te. Nach­dem ich sogar einen Islän­der in Deutsch­land gefun­den habe, stieg mei­ne Vor­freu­de auf die­sen wun­der­vol­len Insel­staat. Doch wie ihr viel­leicht aus dem Titel her­aus­le­sen könnt, hat sich alles dann doch anders ergeben. 

Als Alter­na­ti­ve habe ich mich ein­fach, um nicht ganz naiv zu sein, noch auf eine Stel­le für die Slo­wa­kei bewor­ben. Dort habe ich auch ziem­lich schnell ein Sky­pe Gespräch geführt, das mein Inter­es­se doch sehr geweckt hat. Nach­dem die Sache mit Island abge­hakt war, sag­te ich der Stel­le in der Slo­wa­kei zu. Das war unge­fähr Mit­te Janu­ar und ich war extrem froh, dass ich mei­ne Stel­le schon vor dem gan­zem Abitur­stress bekom­men hat­te. Es ist ein super Gefühl, zu wis­sen, dass man sich dar­um nun auch nicht noch küm­mern muss!

Mei­ne Vor­be­rei­tun­gen gin­gen ab Mit­te Juni los, denn dort hat­te ich mei­nen ers­ten Vor­be­rei­tungs­tag in Stutt­gart in der EJW Zen­tra­le (EJW= Evan­ge­li­sches Jugend­werk in Würt­tem­berg). Dort habe ich auch end­lich mei­ne Mit­frei­wil­li­ge Malin getrof­fen und wir haben zusam­men vie­le Infos bekom­men. Das Inter­es­san­te war, dass auch eine ehe­ma­li­ge Frei­wil­li­ge dabei war, die uns natür­lich ganz vie­le Insi­der-Tipps geben konn­te. Super hilf­reich für uns! 

Nach mei­nem zwei­tem län­ge­ren Vor­be­rei­tungs­se­mi­nar in Kas­sel vom CVJM (CVJM= Christ­li­cher Ver­ein Jun­ger Men­schen) habe ich mich zwar noch bes­ser vor­be­rei­tet gefühlt, aber es war auch komisch, weil ich wuss­te: Okay, jetzt geht es bald rich­tig los! Ich habe mich einer­seits gefreut und ande­rer­seits war ich sehr trau­rig, weil ich für elf Mona­te mei­ne Fami­lie, Freun­de und mein gewohn­tes Umfeld ver­las­sen muss. Mei­ne Abschieds­par­ty zwi­schen­drin war dann echt schön, weil ich vie­le Leu­te noch­mal vor mei­ner gro­ßen Rei­se gese­hen habe und ich mich bei ihnen ver­ab­schie­den konnte. 

Die letz­ten zwei Wochen vor dem gro­ßen Aben­teu­er waren für mich dann rich­tig stres­sig, denn ich muss­te, soll­te, woll­te noch vie­le Din­ge erle­di­gen. Da ich mit mei­ner Fami­lie und dem Auto in die Slo­wa­kei fah­ren wür­de, hat­te ich „kei­ne” Beschrän­kung in Bezug auf mein Gepäck. Obwohl ich natür­lich dann trotz­dem nicht alles mit­neh­men konn­te. Da ich aber total ger­ne mit Papier, Stem­peln und Washi-Tape bas­te­le, konn­ten glück­li­cher­wei­se vie­le die­ser Din­ge dann auch mit­rei­sen. Die Din­ge und Kis­ten häuf­ten sich also im Neben­zim­mer und mein eigent­li­ches Zim­mer wur­de immer „lee­rer”. Ein selt­sa­mes Gefühl. Man über­legt sich stän­dig, was man noch braucht oder was noch wich­tig sein könn­te und was doch in Bie­tig­heim, mei­ner Hei­mat­stadt, blei­ben darf. 

Die Tage vor mei­ner Abrei­se waren dann noch sehr emo­tio­nal, weil mein Opa gestor­ben ist. Wir waren zum Glück vor Ort und ich konn­te mich noch von ihm ver­ab­schie­den, in der Nacht ist er dann aber ver­stor­ben. Inmit­ten der Trau­er und Trau­rig­keit war für mich nicht ganz klar, ob wir dann über­haupt zwei Tage spä­ter in die Slo­wa­kei fah­ren konn­ten. Der gan­ze Plan stand auf der Kippe. 

Mit einem komi­schen Gefühl im Magen bin ich am Sams­tag, den 25. August, in der Nacht auf­ge­stan­den, aus mei­nem Zim­mer gegan­gen, in dem Bewusst­sein, dass ich es für lan­ge Zeit nicht wie­der­se­hen wür­de. Nach einer lan­gen Auto­fahrt sind wir dann gut in Dol­ny Kubín, mei­nem neu­em Zuhau­se für elf Mona­te, ange­kom­men. Der ers­te Ein­druck war etwas ernüch­ternd, weil die Stadt vie­le Hoch­häu­ser und Wohn­blocks hat und das irgend­wie nicht zu der wun­der­schö­nen Natur passt. Aber ich habe ja genug Zeit, um die Schön­heit der Stadt noch zu fin­den. Von Roman und Jozef (zwei mei­ner Arbeits­kol­le­gen) wur­de mir mei­ne Woh­nung gezeigt, die ich mit Malin tei­len wer­de. Sie ist grö­ßer als gedacht und man kann es sich echt gemüt­lich machen. Aber zunächst habe ich mit mei­ner Fami­lie in einer schö­nen Pen­si­on über­nach­tet und die Tage dar­auf haben wir ein paar Erle­di­gun­gen und Aus­flü­ge gemacht. 

In mei­nem nächs­tem Blog­ein­trag wer­de ich euch dann von den ers­ten Wochen an mei­ner neu­en Arbeits­stel­le berich­ten und ich wür­de mich natür­lich freu­en, wenn ihr dran bleibt 🙂

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