Freiwilligendienst, Luisa in der Slowakei
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Theorie vs. Praxis

Als ich die Stel­len­be­schrei­bung für mei­ne FSJ-Stel­le las, war ich sehr inter­es­siert, konn­te mir unter man­chen Punk­ten aber nicht rich­tig vor­stel­len, was mich denn nun wirk­lich in der Slo­wa­kei erwar­tet. Man kann so vie­le Infos sam­meln, wie man will und doch weiß man nie wirk­lich, wie es in der Rea­li­tät aus­sieht. 

Des­halb möch­te ich euch heu­te mal mei­ne tat­säch­li­che Arbeit hier in der Slo­wa­kei im Ver­gleich zur Stel­len­be­schrei­bung vor­stel­len. Ich bin selbst gespannt, wel­che Unter­schie­de es viel­leicht gibt!

Beschrei­bung des Frei­wil­li­gen­ein­sat­zes bei der Gemein­schaft evan­ge­li­scher Jugend in der Slo­wa­kei-Dol­ny Kubin:

Die Gemein­schaft evan­ge­li­scher Jugend in der Slo­wa­kei (slo­wa­ki­sche Abkür­zung: SEM) wur­de vor fast 20 Jah­ren gegrün­det und orga­ni­siert Jugend­grup­pen­ar­beit, Schu­lungs­ar­beit, Sport- und Musik-Events für 10–25-jährige.

Anfang Juli fin­det jähr­lich das SEM-Fest als Open-Air-Fes­ti­val statt, das von rund 1.400 Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen besucht wird. Die jähr­li­che SEM-Kon­fe­renz mit etwa 200 Teil­neh­men­den dient der Schu­lung von SEM-Mit­ar­bei­ten­den.

Anfang Juli fin­det jähr­lich das SEM-Fest als Open-Air-Fes­ti­val statt, das von rund 1.400 Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen besucht wird. Die jähr­li­che SEM-Kon­fe­renz mit etwa 200 Teil­neh­men­den dient der Schu­lung von SEM-Mit­ar­bei­ten­den.

Das SEM-Fest wird ganz groß schon vor­her pro­mo­tet. Wir wer­den dabei sein und dort bei den Vor­be­rei­tun­gen hel­fen und gege­be­nen­falls auch Work­shops orga­ni­sie­ren. Aber es fin­det erst ganz am Ende mei­nes Frei­wil­li­gen­jah­res statt. 

Die SEM-Kon­fe­renz dage­gen ist Mit­te Novem­ber und schon sehr nah. Ich kann mir noch nicht ganz vor­stel­len, was das sein wird. Aber irgend­wie wird es auch eine tol­le Zeit wer­den und ich wer­de vie­len Leu­ten aus der Slo­wa­kei begeg­nen. Die Kon­fe­renz wird in einem Frei­zeit­haus statt­fin­den, dort war ich schon ein paar Mal und ken­ne mich dort inzwi­schen gut aus. 

Dane­ben gibt es zur Schu­lung von ca. 15 Mit­ar­bei­ten­den einen Kurs unter dem Titel: „Voll­kom­men in Chris­tus“, der an ca. 10 Schu­lungs­wo­chen­en­den Mit­ar­bei­ten­de aus den ver­schie­de­nen Regio­nen des Lan­des zusam­men bringt und für die Mit­ar­beit in der SEM befä­higt.

Davon habe ich noch nie etwas gehört, mal schau­en was das ist 😅

Das Pro­jekt HELPING HAND – geht von Grup­pen in und um Puchov aus. Dabei reist jeweils ein Team von Mit­ar­bei­ten­den in ande­re Orte, aus denen sie ange­fragt wer­den, um dort Out­door-Ange­bo­te wie Was­ser­fuß­ball, XXL-Kicker, Slack­li­ne für Jugend­grup­pen, Jugend­clubs oder z.B. bei mis­sio­na­ri­schen Jugend­e­vents oder Gemein­de­fes­ten anzu­bie­ten.

Puchov ist die ande­re Stadt hier, die einen Frei­wil­li­gen­dienst anbie­tet von der SEM. Dort sind auch zwei Mäd­chen — eine aus Ber­lin und eine ande­re aus Weiß­russ­land. Ich habe von dem Pro­jekt HELPING HAND schon mal was gehört und den­ke mal, dass sie auch nach Dol­ny Kubin kom­men wer­den.

Nun kom­men wir zu mei­nen Auf­ga­ben hier:

Die Mit­ar­beit der Frei­wil­li­gen wird auf drei Ebe­nen erwar­tet:

1) Lokal — in der Stadt Dol­ny Kubin:
Mit­ar­beit in Jugend­grup­pen und im Jugend­club, Lei­tung von Deutsch-Kon­ver­sa­ti­ons­kur­sen in loka­len Schulen

Mei­ne Auf­ga­ben glie­dern hier las­sen sich grob schon in die­se Berei­che ein­ord­nen, wie sie in der Stel­len­aus­schrei­bung ste­hen. Am Mitt­woch und Don­ners­tag bin ich meis­tens im Büro und wir pla­nen dort Events oder haben Bespre­chun­gen. Frei­tag­nach­mit­tags fin­den die Jugend­grup­pen in der Kir­che statt. Zum einem gibt es einen Tee­nie-Kreis für jün­ge­re Teen­ager und Kon­fir­man­den. Mei­ne Auf­ga­be ist es, dort Spie­le vor­zu­be­rei­ten. Gegen halb sie­ben fin­det der Jugend­kreis statt, der für älte­re Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne ist (dort war ich aber bis jetzt nur ein­mal). Zum Jugend­club gehe ich meis­tens am Sams­tag­abend. Das ist ein Ort für Jugend­li­che, zum Reden, Spie­len und Spaß haben. Tabu sind im Club aber Alko­hol, Dro­gen oder Rau­chen. Am Sonn­tag­mor­gen ist noch die Kin­der­kir­che. Außer­dem haben wir am Don­ners­tag­abend einen Kon­ver­sa­ti­ons­kurs für ver­schie­de­ne Spra­chen. Da wir Deutsch spre­chen kön­nen, sind wir natür­lich die Ansprech­part­ner für Deutsch. In der Slo­wa­kei kön­nen erstaun­lich vie­le Men­schen Deutsch spre­chen und uns spre­chen immer wie­der Per­so­nen auf Deutsch an. Was gera­de noch nicht ganz stimmt, ist die Mit­ar­beit in den loka­len Schu­len. Zwar kann man in Schu­len Deutsch unter­rich­ten und dem Leh­rer hel­fen, aber dar­auf ist im Moment nicht der Fokus bei unse­rer Arbeit hier. Außer­dem fehlt der gro­ße Bereich Eige­n­en­ga­ge­ment. Denn im Klub Garaz kann man vie­le eige­ne Pro­jek­te machen, wie einen Bas­tel­tag orga­ni­sie­ren, Tanz­stun­den geben, Diss­kusi­ons­aben­de pla­nen… Da sind uns kei­ne Gren­zen gesetzt!

2) Regio­nal – in der Regi­on Ora­va

Ein­zel­ein­sät­ze in der Regi­on, unter ande­rem bei Camps und Wochen­end­frei­zei­ten

In der Regi­on Ora­va fin­den vie­le klei­ne oder grö­ße­re Ver­an­stal­tun­gen statt. Wir waren ein­mal bei einem Sport­event, bei dem wir beim Vol­ley­ball mit­ge­spielt haben. Im Früh­ling fin­den, wie in Deutsch­land auch, vie­le Kon­fir­man­den-Frei­zei­ten statt. Da sol­len wir dabei sein und zum Bei­spiel action­rei­che Spie­le vor­be­rei­ten. 


3) Natio­nal – Mit­ar­beit bei natio­na­len Akti­vi­tä­ten der SEM, z. B. SEM-Kon­fe­renz, SEM-Fest, uvm.

Dazu habe ich ja schon oben etwas geschrie­ben. 

Mein Fazit

In der Gegen­über­stel­lung zwi­schen Theo­rie und Pra­xis stim­men mei­ne tat­säch­li­cher Arbeit und die offi­zi­el­le Stel­len­be­schrei­bung schon gut über­ein. Vie­le Din­ge wur­den mei­ner Mei­nung nach aber recht unge­nau beschrie­ben und ich konn­te mir erst hier wirk­lich vor­stel­len, wie mei­ne Arbeit aus­se­hen wird. Des­halb ist es gut, sich zu infor­mie­ren und ehe­ma­li­ge Frei­wil­li­ge mit Fra­gen zu löchern. Das rich­ti­ge Bild kann man sich aber erst im Ein­satz­land ver­schaf­fen. 

Finanzierung meines Europäischen Freiwilligendienstes: 

Der EJW-Welt­dienst hat über den CVJM-Gesamt­ver­band eine Aner­ken­nung der bei­den Ein­satz­stel­len in der Slo­wa­kei bei der EU (Euro­päi­scher Frei­wil­li­gen­dienst) erhal­ten. Auf­grund die­ser Aner­ken­nung und der För­de­rung des „Euro­päi­schen Frei­wil­li­gen­diens­tes“ wird der Groß­teil der Kos­ten von Sei­ten der EU abge­deckt. Da aber der Rest über Spen­den finan­ziert wird, wür­de ich mich über Spen­den sehr freu­en und mich für eure Unter­stüt­zung bedan­ken. 

Spen­den­kon­to: EJW-Welt­dienst, Evan­ge­li­sche Bank
IBAN: DE24 5206 0410 0400 4054 85
BIC: GENODEF1EK1
Spen­den­zweck: WDF2019SK109 (Frei­wil­li­ge Slo­wa­kei)

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