Monate: November 2018

Bewerbungen schreiben im Ausland

Selbst jetzt im Aus­land fra­gen mich fast alle, was ich nach mei­nem Frei­wil­li­gen­dienst machen möch­te. „Gute Fra­ge!” dach­te ich mir da. Ten­den­zi­ell will ich eher eine Aus­bil­dung machen und nicht stu­die­ren. Es ist aber ziem­lich schwie­rig jeman­dem auf Eng­lisch zu erklä­ren, was eine Aus­bil­dung ist. Das ist eben eine spe­zi­el­le Sache in Deutsch­land.

Sportsfest 2018

Knapp 60 auf­ge­regt mit­ein­an­der reden­de jun­ge Men­schen in schwar­zen, gel­ben und blau­en T-Shirts tum­meln sich auf dem klei­nen Vor­platz der Kapel­le von Good Shepherd’s Fold. Obwohl die sonn­täg­li­chen Got­tes­diens­te auf­grund des stark ver­brei­te­ten christ­li­chen Glau­bens auch von der Jugend sehr gut besucht sind, habe ich hier noch nie so vie­le jun­ge Erwach­se­ne auf ein­mal gese­hen. Viel zu groß sind die Ver­lo­ckun­gen außer­halb der Kir­che; vor allem für die jun­gen Män­ner in der Gegend um Buen­avis­ta sind vie­le Din­ge reiz­vol­ler als die sonn­täg­li­che Pre­digt. Um die jun­gen Men­schen also von der Stra­ße mit all ihren Ablen­kun­gen zurück in die Kir­che oder zumin­dest in ein gere­gel­te­res Leben zu holen, wird jedes Jahr in den Mona­ten vor Weih­nach­ten das soge­nann­te Sports­fest ver­an­stal­tet, bei dem sich ehe­ma­li­ge Wai­sen, jun­ge Män­ner und Frau­en, die in der Kir­che aktiv sind oder aus der Umge­bung stam­men und eben auch wir Frei­wil­li­gen, in Dis­zi­pli­nen wie Bas­ket­ball, Schach, Bad­min­ton, Vol­ley­ball und Tisch­ten­nis mes­sen. Eine gro­ße Abschluss­weih­nachts­fei­er mit Preis­ver­lei­hung ist dabei natür­lich inklu­si­ve, immer mit der Moti­va­ti­on, all­jähr­lich wie­der Kli­en­tel anzu­lo­cken, das sonst schon lan­ge …

Die Hupe muss funktionieren

Das Stra­­ßen-Sys­­­tem. Ein so schö­nes The­ma; in Deutsch­land ist alles von unten bis oben gere­gelt. Es gibt Regeln und ein Sys­tem. Außer­dem haben wir Füh­rer­schei­ne, die man nur mit viel Fleiß erhält. In Iloi­lo gibt es kaum Ampeln, kei­ne Regeln und auch kei­ne Füh­rer­schei­ne so wie wir sie ken­nen. Die Füh­rer­schei­ne wer­den in den meis­ten Fäl­len „gekauft“. Man muss wohl auch zwei Prü­fun­gen able­gen so wie in Deutsch­land, aber man kann wohl Leu­te bezah­len, die dann für einen die Prü­fun­gen able­gen. Von den Ampeln hier bin ich wirk­lich begeis­tert. Sie zei­gen an, wie lan­ge es noch dau­ert, bis sie wie­der rot oder wie­der grün wer­den. Nur lei­der gibt es viel zu weni­ge davon! Man fin­det sie meis­tens auf gut aus­ge­bau­ten und gro­ßen Stra­ßen. Die Regel hier lau­tet: Wer zuerst hupt, fährt zuerst. Wenn man das ers­te Mal in einem Auto sitzt und die Men­schen vor einem ein­fach über die Stra­ße spa­zie­ren, bekommt man erst­mal einen Herz­in­farkt. Als wir hier ange­kom­men sind, dach­ten wir alle, wir wer­den die Taxi­fahrt zum Hotel nicht über­le­ben. Oder wir wür­den …

Tallinn – Metropole mit Kleinstadtflair

Das Tol­le an klei­nen Län­dern ist, dass man unglaub­lich schnell auch den Nach­bar­län­dern einen Besuch abstat­ten kann. Riga und Est­lands Haupt­stadt Tal­linn sind mit dem Bus gera­de mal vier Stun­den von­ein­an­der ent­fernt – doch die­ser glück­li­che Zufall ist nicht der ein­zi­ge Grund, war­um man Tal­linn auf kei­nen Fall ver­pas­sen darf!

Fast wie in Boracay!

Über saf­tig grü­ne Hügel, durch stei­ni­ge Schluch­ten und über lang­sam vor sich hin flie­ßen­de Flüs­se, in denen die Frau­en der umlie­gen­den Dör­fer ihre Wäsche waschen, schlän­gelt sich der Bus, den mei­ne Mit­be­woh­ne­rin Caro und ich am Mor­gen in Iloi­lo bestie­gen haben, gemäch­lich sei­nen Weg. Wie gebannt star­ren wir bei­de aus dem Fens­ter und sau­gen jeden Zen­ti­me­ter, den wir auf der sechs­stün­di­gen Fahrt ein­mal quer über unse­re Nach­bar­in­sel Panay sehen, in uns auf. Unser gro­ßes Ziel: Die berühmt berüch­tig­te “Par­ty­in­sel” Bora­cay, die erst die­ses Wochen­en­de nach län­ge­rer Schlie­ßung auf Grund öko­lo­gi­scher Pro­ble­me wie­der­eröff­net hat. Jedes ein­zel­ne Mal wenn ich bis­her am Strand war, hat man mir Sand “Fast wie in Bora­cay!” ver­spro­chen und nun bie­tet sich end­lich die Gele­gen­heit, mir über die Fei­er­ta­ge hin­weg ein eige­nes Bild von dem angeb­lich feins­ten Sand­strand der Welt zu machen, und natür­lich auch davon, ob die von Prä­si­dent Rodri­go Duter­te ein­ge­lei­te­te Säu­be­rungs­ak­ti­on gegrif­fen hat. In Cati­c­lan, dem Ört­chen, von wo aus die Fäh­re nach Bora­cay ablegt, soll­ten Caro und ich aller­dings Opfer unse­rer eige­nen Spon­ta­ni­tät wer­den. Um den sanf­ten Tou­ris­mus, …