Freiwilligendienst, Hoa in Japan
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Nichts für Kinder: Halloween in Japan

Ding-Dong. Hal­lo, wer ist da? Süßes, sonst gibt’s Sau­res! Wer kennt es nicht? Hal­lo­ween! Die Tra­di­ti­on bei Häu­sern Süßes zu ergat­tern gehört bei uns ein­fach zu Hal­lo­ween dazu, was sonst. Aber wie sieht’s aus in Japan?

Lang­jäh­ri­ge Tra­di­ti­on? Kurz gesagt: Nein. Hal­lo­ween wur­de um das Jahr 2000 erst­mal durch Frei­zeit­parks popu­lär in Japan und hat seit­dem immer mehr an Bedeu­tung gewon­nen, auch außer­halb der Parks in den Stra­ßen Japans. Aber ob Tra­di­ti­on hin oder her, zie­hen hier die Kin­der auch durch die Gegend auf der Jagd nach Süßig­kei­ten? Ich mein, schließ­lich gehört das zu den ers­ten Sachen, wor­an man im Wes­ten denkt, wenn man von Hal­lo­ween hört, oder? Kein Hal­lo­ween ohne „Süßes oder Sau­res“!

In Japan sieht das ein biss­chen anders aus. Wer hier davon aus­geht, eine Hand­voll Süßig­kei­ten in die Hand gedrückt zu bekom­men, wenn man bös­ar­tig ver­klei­det an der Tür klin­gelt, wird hier höchst­wahr­schein­lich komi­sche Bli­cke bekom­men. Das Hal­lo­ween wie wir (oder eher gesagt ihr jetzt) es kennt, ist in Japan so gut wie nicht vor­han­den.

Was bleibt aber dann noch vom Fest übrig? Genau, die gru­se­li­gen bzw. schrä­gen Kos­tü­me… und der Kom­merz! Und bei bei­den macht Japan kei­ne hal­ben Sachen.  Schon bei mei­ner Ankunft war ich über­rascht, dass Ende August schon in Super­märk­ten usw. mit Hal­lo­ween-Arti­keln gewor­ben wur­de, sei es Acces­soires, Essen und Süßig­kei­ten oder auch Spiel­zeug. In Cafés, Ein­kaufs­zen­tren und ande­ren belieb­ten Orten stimmt man sich schon früh auf Hal­lo­ween ein.

Was die­sen Trend aber vor­an­ge­trie­ben hat ist defi­ni­tiv die japa­ni­sche Mode, Pop-, und Ani­me-Kul­tur. Die Idee sich ver­rückt, aus­ge­fal­len und anders anzu­zie­hen fin­det hier gro­ße Zustim­mung. Schließ­lich ist Japan das Land, in dem das „Cos­play“ gebo­ren wur­de. Die­se Denk­wei­se ist beson­ders in Groß­städ­ten (sie­he Tokyo, Hara­juku) und der Anime­kul­tur weit ver­brei­tet.

Letz­ten Endes führt dies dazu, dass Hal­lo­ween hier nicht für Kin­der, son­dern eher für die Erwach­se­nen ist, die ihr bun­tes Arse­nal an Kos­tü­men und ihre Fer­tig­kei­ten zei­gen wol­len. Oder auch wie Leu­ten wie mich, die ein­fach ihren grü­nen Pira­ten­py­ja­ma über­ge­zo­gen haben. Als Schau­plät­ze die­nen daher oft Kos­tüm­par­tys auf Stra­ßen, in Bars und Clubs und Dis­cos mit Alko­hol… sehr viel Alko­hol. Beson­ders die Stra­ßen­par­tys sind echt etwas beson­ders: Man macht vie­le Fotos mit vie­len ver­schie­de­nen „Cha­rak­te­ren“, trinkt gemein­sam, lernt sich ken­nen und hat eine tol­le ver­rück­te Zeit! Dafür muss man nicht in einen Club oder sonst wo hin­ge­hen. Es pas­siert genug auf den Stra­ßen, man muss nur wis­sen wo:

Mitsu Park Osaka

Auch Tri­ang­le Park genannt, befin­det sich die­ser Park im Ame­ri­ca Mura, einem Zen­trum für Jugend- und Mode­kul­tur in Osa­ka. Dort fin­det jedes Jahr am Wochen­en­de vor dem 31.Oktober eine rie­si­ge Stra­ßen­par­ty statt. Bun­te Autos fah­ren durch die Stra­ße, es ist eng; aber man stößt förm­lich stän­dig auf jeman­den, mit dem es Wert ist, ein Foto zu machen. Geld braucht man hier nicht, denn der Park ist für jeden offen, der in Hal­lo­ween-Stim­mung ist. Für Geträn­ke und Snacks muss man selbst sor­gen, aber da hat man genü­gend Kom­bi­nis in der Nähe.

Im Mit­su-Park

Das was mir an Hal­lo­ween in Japan so gefällt, ist ein­fach der Ehr­geiz, wel­chen die Men­schen in ihre Kos­tü­me und alles Drum und Dran ste­cken. Sie wol­len gemein­sam ein­fach kun­ter­bunt auf der Stra­ße fei­ern und sich ver­sam­meln. Man sieht hier so vie­le Leu­te, die nicht davor zurück­schre­cken, in Kos­tü­men durch die Stra­ßen zu lau­fen. Dabei stößt man sowohl auf ein paar ech­te Pro­fis, als auch auf wel­che, die es defi­ni­tiv nicht sind – aber jeder hat ein­fach total viel Spaß am Hal­lo­ween-Fei­ern! Hal­lo­ween in Japan, eine tol­le Sache!

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