Freiwilligendienst, Madita auf den Philippinen
Schreibe einen Kommentar

Die Hupe muss funktionieren

Das Stra­ßen-Sys­tem. Ein so schö­nes The­ma; in Deutsch­land ist alles von unten bis oben gere­gelt. Es gibt Regeln und ein Sys­tem. Außer­dem haben wir Füh­rer­schei­ne, die man nur mit viel Fleiß erhält. 

In Iloi­lo gibt es kaum Ampeln, kei­ne Regeln und auch kei­ne Füh­rer­schei­ne so wie wir sie ken­nen. Die Füh­rer­schei­ne wer­den in den meis­ten Fäl­len „gekauft“. Man muss wohl auch zwei Prü­fun­gen able­gen so wie in Deutsch­land, aber man kann wohl Leu­te bezah­len, die dann für einen die Prü­fun­gen able­gen. Von den Ampeln hier bin ich wirk­lich begeis­tert. Sie zei­gen an, wie lan­ge es noch dau­ert, bis sie wie­der rot oder wie­der grün wer­den. Nur lei­der gibt es viel zu weni­ge davon! Man fin­det sie meis­tens auf gut aus­ge­bau­ten und gro­ßen Straßen. 

Die Regel hier lau­tet: Wer zuerst hupt, fährt zuerst.

Wenn man das ers­te Mal in einem Auto sitzt und die Men­schen vor einem ein­fach über die Stra­ße spa­zie­ren, bekommt man erst­mal einen Herz­in­farkt. Als wir hier ange­kom­men sind, dach­ten wir alle, wir wer­den die Taxi­fahrt zum Hotel nicht über­le­ben. Oder wir wür­den mit einem Pas­sa­gier mehr im Hotel ankommen. 

Ein ein­zi­ges Cha­os! Aber: so lang­sam ver­ste­he ich das Sys­tem. Die Autos, die schnell fah­ren kön­nen, fah­ren so schnell wie sie kön­nen und über­ho­len von links. (Schnell fah­ren heißt übri­gens 60Km/h.)

Auf den rech­ten Fahr­spu­ren, wenn es denn wel­che gibt, fah­ren meis­tens lang­sa­me Jeep­neys und Tri­cy­cles, oder Rol­ler. Wenn man die­se über­ho­len will, wird gehupt. Eigent­lich genau das­sel­be, wie in Deutsch­land. Beim Über­ho­len darf gehupt wer­den. Wobei das ein­fach kein Deut­scher tun wür­de, da Hupen für die Deut­schen ja wohl­be­merkt als unhöf­lich und wütend auf­ge­fasst wird. Hier ist es freund­lich und nett. Man sagt „Hal­lo“ mit dem Hupen oder fragt ob man mit in dem Jeep­ney fah­ren will. 

Über­holt wird hier übri­gens auch, wenn eine durch­ge­zo­ge­ne Linie auf der Stra­ße ist und auch wenn die Spur für jede Rich­tung nur ein­spu­rig ist. Jeder über­ho­len­de hupt ein­mal und sagt somit: „Mach Platz, ich will hier durch“ und dann fährt das lang­sa­me vor­aus­fah­ren­de Fahr­zeug ganz nah an den Rand der Fahr­spur und lässt so den Schnel­le­ren durch. Wer hat denn auch behaup­tet, dass man immer auf einer Spur allein fährt? Passt doch auch zu zweit. 

Ansons­ten gibt es hier sehr vie­le Ein­bahn­stra­ßen, so dass es gar nicht all­zu schwer wird, gro­ße Ver­stän­di­gungs­pro­ble­me zu bekommen. 

Was das The­ma Stra­ßen­über­que­rung angeht: Ein­fach rüber­ge­hen, irgend­wer wird schon anhalten.

Halong- Take care 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.