Freiwilligendienst, Madita auf den Philippinen
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Jeepney, Tricycle und Taxi

Da ihr euch sicher in mei­nem letz­ten Bei­trag gefragt habt „Was sind eigent­lich die­se Jeep­neys?“ und „Was zum Hen­ker ist ein Tri­cy­cle?!“ kommt jetzt die Auf­klä­rung über die Haupt­ver­kehrs­mit­tel auf den Phil­ip­pi­nen.

Also zuerst ein­mal, wenn man von einem Ort zum ande­ren möch­te, benutz man das Jeep­ney. Es kos­tet nur 8 Peso (in den meis­ten Kurz­stre­cken zumin­dest), sprich 13 Cent in Deutsch­land. Ein Jeep­ney ist wie ein lang­ge­zo­ge­ner Jeep. Ich fin­de, man kann ein Jeep­ney mit einem Bus ver­glei­chen, nur, dass es kei­ne fes­ten Hal­te­stel­len gibt, wo der Bus hält. Wenn man von einem Ort weg möch­te, sucht man sich ein­fach das rich­ti­ge Jeep­ney aus, winkt und steigt ein.

Woher weiß man aber wel­ches Jeep­ney, das Rich­ti­ge ist?! Genau, das ist das gro­ße Pro­blem, wel­ches mich noch immer ab und zu am „frei“ sein hin­dert. Jedes Jeep­ney hat einen Ort drauf gedruckt. Das heißt, du musst wis­sen, in wel­che Rich­tung du möch­test und wel­cher nächst­grö­ße­re Ort dort ist. Natür­lich ist es ein­fach, wenn du sowie­so zu dem Ort möch­test, der abge­druckt ist, aber das ist meis­tens unwahr­schein­lich.

Da alle Jeep­ney-Fah­rer Frei­be­ruf­ler sind und jeder sich selbst aus­su­chen kann, in wel­che Rich­tung er fah­ren will, gibt es kei­nen Plan oder kein Stra­ßen­netz, wie wir es von U-Bah­nen oder Bus­sen ken­nen. Es heißt also ein­fach, stumpf aus­wen­dig ler­nen oder halt nett fra­gen.

Ein vol­les Jeep­ney in der Rush­hour

Zum Glück sind die Fili­pi­nos sehr freund­li­che Men­schen und auch die Jeep­ney-Fah­rer hel­fen einem sehr freund­lich wei­ter. Ein­mal woll­te ich zum Hafen und nor­ma­ler­wei­se muss man drei Mal umstei­gen. Die ers­ten bei­den Umstie­ge waren kein Pro­blem, doch beim drit­ten Mal war ich mir nicht sicher, also habe ich den Fah­rer gefragt und er mein­te nur ich soll war­ten. Ich dach­te halt, er wür­de mir Bescheid sagen, wann ich aus­stei­gen soll. Aber nein, er hup­te nach eini­ger Zeit einen ande­ren Jeep­ney-Fah­rer an und sprach wäh­rend der Fahrt mit dem ande­ren Fah­rer. Er erklär­te ihm, wo ich hin­möch­te und dann hat er ange­hal­ten, so dass ich aus­stei­gen konn­te und in das neue Jeep­ney zum Hafen ein­stei­gen konn­te. Das war jetzt gera­de ein wirk­lich kras­ses Bei­spiel! Nor­ma­ler­wei­se sagen sie nur wo man aus­stei­gen muss und mit wel­chem Jeep­ney man wei­ter­fah­ren muss, was ja auch schon MEGA freund­lich ist, aber ab und zu gerät man doch noch­mal an noch freund­li­che­re Men­schen.

So rich­tig unbe­quem kann es dann wäh­rend der Rush­hour wer­den. Es ist auch ein Wun­der, wenn man zu die­ser Zeit über­haupt noch einen Platz bekommt und nicht lau­fen muss.

Kom­men wir nun zum Tri­cy­cle. Ein Tri­cy­cle kann ein Motor­rol­ler mit Bei­wa­gen oder ein Fahr­rad mit Bei­wa­gen sein. Ich bin bis zu die­sem Zeit­punkt nur mit dem Motor­rad-Tri­cy­cle gefah­ren.

Ein Motor­rad-Tri­cy­cle

Die­se Motor­rad-Tri­cy­cles sind ein­fach der Ham­mer!!! Ich ste­he da voll drauf, vor allem, wenn man dann mal auf unbe­fes­tig­ten Stra­ßen fährt und man die gan­ze Zeit hoch und run­ter­springt und mit sei­nem Kopf die gan­ze Zeit gegen die Decke stößt. Das Tri­cy­cle funk­tio­niert genau­so wie ein Taxi. Wenn eins vor­bei fährst, winkst du und fragst erst Mal (mache ich jeden­falls) „Tag­pi­la ini to Molo Pla­za?“ oder halt der Ort wo man hin­will. Dann wird gehan­delt und es wird ein­ge­stie­gen und los geht die Fahrt. Der Preis hängt meis­tens davon ab zu wel­cher Zeit und wie weit man fah­ren will. Aber in der Regel kann man von 40 bis 60 Peso pro Fahrt aus­ge­hen (66Cent bis 1 Euro). Wenn man es nicht so eilig hat und nicht so viel Geld zah­len will, kann man auch noch sagen, dass meh­re­re Fahr­gäs­te mit­fah­ren kön­nen.

Wenn es reg­net, wird es jedoch echt wit­zig. Meis­tens kommt man dann klatsch­nass aus dem Fahr­zeug wie­der raus, weil es halt ein­fach jede Pfüt­ze mit­nimmt.

Ansons­ten gibt es noch nor­ma­le Taxis. Die kos­ten weni­ger als in Deutsch­land – für eine nor­ma­le Stre­cke von 5km zahlt man so ca. 120 Peso, also 2 Euro. Jedoch sind die Taxis meis­tens die letz­te Wahl von all den ande­ren Ver­kehrs­mit­teln. Es gibt noch Bus­se, die sind so ähn­lich wie der deut­sche Flix­Bus. Die sind aber echt eher für län­ge­re Stre­cken gedacht, sowas wie ein­mal auf die ande­re Sei­te der Insel. Die­se kos­ten aber auch nur so 300 Peso, also 5 Euro.

Das weit­aus schöns­te Beför­de­rungs­mit­tel ist das Boot. Da mei­ne Freun­din Ron­ja – die hier übri­gens auch einen Blog hat – auf der ande­ren Insel, Gui­ma­ras, wohnt und ich sie jede Woche ein­mal besu­che, fah­re ich rela­tiv häu­fig mit dem Boot. Es ist kei­ne lan­ge Fahrt (viel­leicht 10 Minu­ten) und sie kos­tet auch nur 15 Peso (25 Cent). Auch bei dem Boot gibt es Eini­ges zu beach­ten: Es gibt kei­ne Abfahr­zei­ten. Es fährt erst ab, wenn es voll ist und wenn halt nicht genug Men­schen mit­fah­ren wol­len, dau­ert das manch­mal ein biss­chen län­ger oder man wird an die­sem Tag halt nicht auf die ande­re Insel beför­dert. Zum Glück ist mir das noch nie pas­siert!

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