Freiwilligendienst, Hoa in Japan
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Versteckte Quelle Japans: Dogo-Onsen!

Ihr wart schon mehr­mals in Japan und berühm­te Orte wie Tokyo, Kyo­to, Osa­ka und Co. sind für euch nichts Neu­es mehr? Weißt du nicht mehr, wohin? Die Insel Shi­ko­ku bie­tet die Lösung!

Durch mei­ne Ein­satz­stel­le bot sich mir die ein­zig­ar­ti­ge Gele­gen­heit, mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus der Arbeit an einem „Fir­men­aus­flug“ teil­zu­neh­men. Jedes Jahr orga­ni­siert das Alten­heim „Furue­dai Hall“ vier Rei­sen zwi­schen Sep­tem­ber und Dezem­ber. Voll­zeit­an­ge­stell­te (und ich, hehe) kön­nen eine von den vier Rei­sen aus­wäh­len und die dafür Zustän­di­gen ver­su­chen das mög­lichst gut ein­zu­tei­len. Gut im Sin­ne von, dass man ver­sucht Leu­te aus ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen (Büro, Tages­ser­vice, Haus­meis­ter usw.) so ein­zu­tei­len, damit an dem Tag die Ein­rich­tung immer noch besetzt ist.

Früh mor­gens ging es dann los. Mit einem für uns bereit­ge­stell­ten Rei­se­bus und Bus­fah­rer star­te­ten wir von Osa­ka aus. Ziel: Dogo-Onsen in der Stadt Mats­u­ya­ma auf der kleins­ten Haupt­in­sel Shi­ko­ku. Schon die Fahrt selbst war ein sehr spa­ßi­ger und lus­ti­ger Teil der Rei­se! Mit ganz viel Lust und Lau­ne (und die Fir­ma die Kos­ten deckend), star­te­ten wir die Rei­se mit genug Bier. Die Stim­mung im Bus mit den Kol­le­gen war Klas­se, nicht nur wegen dem Bier, nein, son­dern weil japa­ni­sche Rei­se­bus­se ein­fach der Ham­mer sind! Man hat nicht nur viel mehr Platz, man kann die Sitz­rei­hen auch dre­hen, sodass man eine Art Kreis im Bus bil­den kann. Per­fekt, um mit einem küh­len Bier auf die bevor­ste­hen­de Shi­ko­ku-Rei­se anzustoßen! 

Shimanami Kaido

Irgend­wie muss man ja auf die Insel kom­men. Dafür gibt es drei belieb­te Rou­ten, eine davon ist die Shi­ma­na­mi Kai­do. Eine Brü­cke, die in der Stadt Ono­mic­hi beginnt und über die sechs klei­nen Inseln Mukaishi­ma, Inno­shi­ma, Iku­chi­ji­ma, Omishi­ma, Haka­t­a­ji­ma und Oshi­ma führt, bevor man in der Stadt Imaba­ri in Shi­ko­ku lan­det. Die Brü­cke führt sozu­sa­gen von Insel zu Insel. Man ist umge­ben von Meer und klei­nen Inseln, bis man plötz­lich von Ber­gen und Bäu­men umzin­gelt ist. Die Sicht ist klas­se und der Wech­sel von Insel­durch­fahrt und Mee­res­blick sorgt für eine abwechs­lungs­rei­che Fahrt. Die Shi­ma­na­mi Kai­do kann man auch zu Fuß oder mit dem Fahr­rad nehmen! 

Dogo Onsen, Matsuyama 

Das Onsen­ge­biet öst­lich in der Stadt Mats­u­ya­ma gehört zu einer der ältes­ten und berühm­tes­ten hei­ßen Quel­len Japans. Zwar inter­na­tio­nal nicht so bekannt, ist es für die Japa­ner ein belieb­tes Rei­se­ziel, die hier einen Stop machen, um sich in den Onsen und den vie­len Ryokans (tra­di­tio­nell japa­nisch ein­ge­rich­te­ten Hotels/Gasthäuser) zu ent­span­nen. Ryokans hat es eini­ge und wer nach Japan kommt, soll­te defi­ni­tiv eins anstatt eines nor­ma­len Hotels aus­pro­biert haben. Aus­wahl bei den hei­ßen Quel­len hat es nicht viel, da alle für das Dogo-Onsen kom­men, ein höl­zer­nes Bade­haus aus dem Jahr 1894. Wer den Film „Chi­hi­ros Rei­se ins Zau­ber­land“ von Hayao Miya­za­ki gese­hen hat, wird schnell auf­fal­len, dass einem das Gebiet doch nicht so unbe­kannt vor­kommt. Das Onsen dien­te näm­lich als Modell­vor­la­ge für den Film! Für alle Ghi­b­li-Fans: DOGO-ONSEN is your way to go!

All­ge­mein ist die Gegend sehr atmo­sphä­risch, da vie­le auf den Stra­ßen in Yuka­tas rum­lau­fen und das Gebiet selbst ja zur Ent­span­nung dient.

Mein Tipp: Defi­ni­tiv über Nacht blei­ben und ein­mal in das Dogo-Onsen rein­ge­hen für die Erfah­rung (ca. 5 Euro Ein­tritt) und dann so oft wie man Lust hat im Ryokanhotel! 

Ganz nah beim Onsen steht die Bot­chan-Kara­ku­ri-Uhr, die jede gan­ze Stun­de von 8:00 bis 22:00 zum Leben erweckt wird. Zu jeder vol­len Stun­de näm­lich kom­men die Hol­fi­gu­ren her­aus und Musik belebt den Platz.

Burg Matsuyama

Eine wei­te­re Attrak­ti­on in der Gegend ist die Burg Mats­u­ya­ma! Nur 20 Minu­ten zu Fuß ent­fernt, ist ein Aus­flug per­fekt mit dem Onsen­be­such kom­bi­nier­bar! Auch allein ist es eine Sehens­wür­dig­keit, für die es sich lohnt zu kom­men. Win-Win! Die Burg gehört zu Japans zwölf „ori­gi­nal cast­les“, d.h. Bur­gen, die seit Ende der Edo-Zeit bestehen geblie­ben sind. Da sich die Burg auf dem Berg Kats­u­ya­ma befin­det, hat man eine wun­der­vol­le Aus­sicht über die Stadt und einen Blick aufs Meer. Im Park vor der Burg oder ganz oben auf der Burg hat man per­fek­te Plät­ze, um die­se Sicht zu genie­ßen. Für alle Samu­rai-Fans: In der Burg selbst kann man eine Samur­ai­rüs­tung anpro­bie­ren und Fotos machen!

Wenn man zum ers­ten Mal nach Japan kommt, dann sind Städ­te wie Tokyo und Kyo­to ein MUST-SEE! Bei all der Viel­falt und Schön­heit ist es Unver­meid­bar, dass die kleins­te japa­ni­sche Haupt­in­sel in den Schat­ten fällt. Wem sich aber die Zeit und die Chan­ce bie­tet, Orte in Shi­ko­ku in sei­ner Rei­se mit ein­zu­pla­nen, wird sich damit sicher­lich einen Gefal­len tun! 

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