Monate: Januar 2019

Per Anhalter nach Hiroshima

Rei­sen inner­halb Japans ist nicht wirk­lich bil­lig und beson­ders bei einem Frei­wil­li­gen­dienst mit über­schau­ba­rem Gehalt muss man zusätz­lich auf sei­ne Aus­ga­ben ach­ten. Den­noch soll­te man die Chan­ce nut­zen, so viel wie mög­lich von dem Land zu sehen, denn dafür ist man ja auch schließ­lich gekom­men! Aber wie? Der Shink­an­sen (der japa­ni­sche Schnell­zug) von Osa­ka nach Tokyo kos­tet ein biss­chen mehr als 100€ pro Stre­cke. Die bil­li­ge­re Fern­bus-Vari­an­­te wirbt zwar damit, viel güns­ti­ger zu sein, aber loh­nens­wer­ter ist es nicht, wenn man die Fahr­zei­ten mit ein­be­rech­net. Wenn man schon bereit ist, ein biss­chen weni­ger zu zah­len für eine lan­ge Fahrt­zeit, war­um dann nicht gleich NICHTS zah­len für noch biss­chen mehr Fahrt­zeit? 🙂 Genau rich­tig, ich spre­che vom Hitch­hi­king in Japan! Mit einer Freun­din zusam­men bin ich von Osa­ka nach Hiro­shi­ma per Anhal­ter gefah­ren. Dies hät­te aber nicht geklappt, wenn wir nicht viel Recher­che betrie­ben und Vide­os zu dem The­ma geguckt hät­ten. Des­we­gen erklä­re ich euch hier erst­mal die Basics, wie man denn hier zu hitch­hi­ken hat: Hitch­hi­king in Japan 1. Wie geht das? Wer hitch­hi­ken möch­te, muss …

Unterschiede der Auslandsaufenthalte

Vor cir­ca drei Jah­ren war ich das ers­te Mal in Bra­si­li­en, um dort mei­nen Frei­wil­li­gen­dienst abzu­leis­ten. Jetzt, eini­ge Zeit spä­ter, bin ich wie­der hier, dies­mal zum Stu­die­ren. Im glei­chen Land, in der glei­chen Stadt. Doch ähneln sich die bei­den Aus­lands­auf­ent­hal­te, oder unter­schei­den sie sich deut­lich? Die bei­den Auf­ent­hal­te ähneln sich inso­fern, dass sie bei­de im glei­chen Land statt­fin­den und die glei­che Spra­che gespro­chen wird. Die Kul­tur ist auch die glei­che, bezie­hungs­wei­se ähn­lich. Denn in einem Land und gar in einer Stadt kön­nen die Kul­tu­ren doch sehr unter­schied­lich sein. In einer rie­si­gen Stadt wie São Pau­lo gibt es völ­lig unter­schied­li­che Lebens­rea­li­tä­ten. Außer­dem leben hier vie­le Immi­gran­ten aus ver­schie­de­nen Regio­nen Bra­si­li­ens und auch aus ande­ren Län­dern. In mei­nem Frei­wil­li­gen­dienst leb­te und arbei­te­te ich in der Süd­pe­ri­phe­rie der Stadt. Vie­le der Bewohner*innen dort stam­men ursprüng­lich aus dem Nord­os­ten Bra­si­li­ens. Sie spre­chen also einen ganz ande­ren Dia­lekt, als in São Pau­los Zen­trum gespro­chen wird. Für mich ist die­ser viel schwe­rer zu ver­ste­hen, denn die Leu­te spre­chen sehr schnell. Im Zen­trum leben mehr Men­schen mit euro­päi­scher Abstam­mung. Vie­le mei­ner Mitstudent*innen …

Urlaub – es kommt immer anders, als man denkt

Schon in der ers­ten Woche unse­res Frei­wil­li­gen­jah­res haben Madi­ta und ich ent­schie­den, über Sil­ves­ter gemein­sam Urlaub zu machen. Fast genau­so schnell stand unser Ziel fest: Pala­wan. Von da an war die­se Insel Inbe­griff des ers­ten gro­ßen Mei­len­steins in die­sem Jahr, der lang­ersehn­te ers­te Urlaub und dann auch noch kurz vor der Halb­jah­res­mar­ke. Fünf Mona­te haben wir die Rei­se durch und durch dis­ku­tiert, Plä­ne geschmie­det und wie­der ver­wor­fen, Unter­künf­te und Trans­fers gebucht. Man soll­te also mei­nen, dass nichts mehr schief gehen kann. Lei­der ste­hen die vie­len Ps in den Namen Madi­ta und Ron­ja für Pla­nung, oder bes­ser gesagt, für erfolg­rei­che Pla­nung. Mitt­ler­wei­le haben wir fast alle Plä­ne, die wir hat­ten wie­der ver­wor­fen; das ohne­hin schon knapp bemes­se­ne Bud­get muss­te nach eini­gen unge­plan­ten Aus­ga­ben etwas gestrafft wer­den und Madi­tas Son­nen­brand macht sie lei­der etwas bewe­gungs­un­fä­hig. Urlaub rui­niert und Stim­mung schlecht? Auf kei­nen Fall! Kei­ner kann so laut über unse­re “Mise­re” lachen, wie wir selbst und wir haben trotz­dem eine sehr gute Zeit. Es kommt eben immer anders als man denkt.

Ein halbes Jahr später

Dass Zeit unter­schied­lich schnell ver­ge­hen kann, ist kein Geheim­nis. Wäh­rend sich War­te­zei­ten meist unend­lich lan­ge hin­zu­zie­hen schei­nen, ver­ge­hen ange­neh­me und schö­ne Momen­te oft viel zu schnell. Ob sich nun mein ers­tes hal­bes Jahr auf den Phil­ip­pi­nen nun Freu­­den­­tau­­mel-kurz oder Heim­­weh-lan­g­­sam ange­fühlt hat, kann ich nicht sagen. Es ist vie­les pas­siert: viel Über­ra­schen­des, viel Schö­nes, aber auch der obli­ga­to­ri­sche ein oder ande­re trau­ri­ge und hilf­lo­se Moment, denn auch am schöns­ten Ort der Welt wird man nie aus­schließ­lich gute Zei­ten haben. Wenn ich eines sicher über die letz­ten sechs Mona­te sagen kann, dann, dass ich mich defi­ni­tiv sehr ver­än­dert habe. Zum einen natür­lich, weil ich noch nie so lan­ge von zu Hau­se ent­fernt war und auch, weil ich zum ers­ten Mal in mei­nem Leben allei­ne, oder zumin­dest ohne mei­ne Eltern, woh­ne, was natür­lich vie­le Frei­hei­ten, aber auch eini­ge Her­aus­for­de­run­gen mit sich bringt. In die­ser Hin­sicht habe ich sicher­lich eini­ges an Rei­fe und Dis­zi­plin zu mei­ner sonst etwas nai­ven und eher wenig erwach­se­nen Per­sön­lich­keit gewon­nen, was aber ver­mut­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit ist, die mit dem Ablö­sungs­pro­zess von den Eltern …

Auf in neue Abenteuer

Ron­ja und ich haben am 27.12.2018 unse­ren lang ersehn­ten Urlaub nach Pala­wan ange­tre­ten. Der Flug von Iloi­lo nach Puer­to Princes­sa hat nur knapp 30 Minu­ten gedau­ert und unser Aben­teu­er soll­te begin­nen. Direkt als wir ange­kom­men sind, haben wir in unse­rem Hotel Voi Vlu´s ein­ge­checkt. Unser „Zim­mer“ ist eine eige­ne Bam­bus­hüt­te und wir sind sehr stolz über unse­re Wahl. Nach einer klei­nen Stadt­er­kun­dung haben wir uns dann Tickets für den Under­ground River besorgt und spon­tan auch noch eine Glüh­wür­m­chen-Tour am Abend dazu gebucht. Lei­der war die Glüh­wür­m­chen-Tour am Abend nicht so roman­tisch und schön wie sie sich anhört und wie wir sie uns vor­ge­stellt hat­ten. Das kom­plet­te Gelän­de war mit Tou­ris­ten gefüllt und dem­entspre­chend lan­ge waren dann auch die War­te­zei­ten, um auf das klei­ne Kanu zu kom­men. Bei der Tour selbst wur­den uns dann Ster­nen­bil­der erklärt und gezeigt. An sich – als wir wirk­lich auf dem Boot saßen – war es wirk­lich schön. Lei­der durf­ten wir aber kei­ne Fotos mit Blitz machen, daher sind die weni­gen Fotos ohne Blitz nichts gewor­den und ich kann die­sen schö­nen …

Neue Freunde gefunden

Freun­de fin­den auf den Phil­ip­pi­nen: dar­um geht es heu­te. Im Grun­de habe ich über­haupt nicht erwar­tet, phil­ip­pi­ni­sche neue Freun­de zu fin­den. Ich hat­te nur gehofft, Leu­te zu fin­den, mit denen ich gut aus­kom­me. Leu­te, die mir ein biss­chen die Stadt zei­gen. Aber im Grun­de habe ich schon seit mei­ner ers­ten Woche zwei sehr tol­le Freun­de gefun­den. Zwei Freun­de, die ich nicht so schnell ver­ges­sen wer­de: Lin­da und Men­ard. Die bei­den sind Soci­al Worker Stu­den­ten in Asi­lo und müs­sen, um ihren Abschluss zu bekom­men, in einer sozia­len Ein­rich­tung Stun­den ableis­ten. Die bei­den haben noch nie mit alten Men­schen gear­bei­tet und waren auch anfangs nicht so glück­lich dar­über, sechs Mona­te mit alten Men­schen arbei­ten zu müs­sen. Doch dadurch haben wir uns immer­hin ken­nen­ge­lernt 😀 Die bei­den sind eine sehr gro­ße Hil­fe und Stüt­ze hier für mich. Nicht nur, dass die bei­den mir sehr gute Bars zei­gen 😀 Nein, sie hel­fen mir so sehr dabei, mich immer wie­der posi­tiv zu stim­men. Men­ard frag­te mich mal vor eini­ger Zeit, was mein gro­ßes Lebens­ziel ist und ich ant­wor­te­te: posi­tiv wer­den. …

Ein ganzes halbes Jahr — 6 Monate EFD im Check

Erwar­tun­gen und Rea­li­tät Ich habe ver­sucht, mit so wenig Erwar­tun­gen wie nur mög­lich in mei­nen Frei­wil­li­gen­dienst zu star­ten. Trotz­dem kann ich rück­bli­ckend sagen, dass ich mir eini­ge Din­ge anders vor­ge­stellt hat­te. Vor mei­ner Ankunft wur­de mir immer gesagt, Bal­vi sei eine klei­ne Stadt. Dass die­ser Begriff für eine Deut­sche aber etwas ganz ande­res als für Let­ten bedeu­tet, wur­de mir schnell klar. Bei der Arbeit hat­te ich mehr Stress und Beschäf­ti­gung erwar­tet – vor allem in den ers­ten Wochen hat­te ich sehr wenig zu tun und vie­le Din­ge brauch­ten ein­fach Zeit. Mitt­ler­wei­le bin ich sehr zufrie­den mit mei­nem Arbeits­pen­sum. Ich bin beschäf­tigt, aber nicht gestresst oder über­for­dert. Apro­pos Din­ge, die ein biss­chen län­ger brau­chen: die let­ti­sche Spra­che! Ich hat­te zutiefst gehofft, schnell Let­tisch zu ler­nen, doch ohne regel­mä­ßi­gen Unter­richt und viel Dis­zi­plin ist das gar nicht so ein­fach. Ich beherr­sche nun jedoch zumin­dest die Grund­la­gen, kann mich erklä­ren oder um Hil­fe bit­ten. Es gab aber natür­lich auch Erwar­tun­gen, die über­trof­fen wur­den! Ich hat­te mich auch auf viel mehr Heim­weh, Ein­sam­keit und Unsi­cher­heit ein­ge­stellt – über­ra­schen­der­wei­se war …