Freiwilligendienst, Hoa in Japan
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Oshogatsu: Mein japanisches Neujahr

Die Vor­sät­ze für das neue Jahr ste­hen, die Cham­pa­gner­glä­ser sind gefüllt und das Feu­er­werk ist start­klar. Der Count­down beginnt: 3…2…1… ABER nicht in Japan. Okay, der Count­down wird hier auch erwar­tet; aber gefei­ert wird hier trotz­dem anders!

Mein Sil­ves­ter hier in Japan war die­ses Jahr ohne bun­tes Feu­er­werk und dicke Count­down-Par­ty, statt­des­sen gefüllt mit ganz viel japa­ni­scher Kul­tur. Anders als in west­li­chen Län­dern ist Neu­jahr und Sil­ves­ter hier ein Fami­li­en­fest. Man fei­ert nicht wirk­lich mit Freun­den, son­dern die gan­ze Fami­lie ver­sam­melt sich, ver­bringt gemein­sam Zeit und isst tra­di­tio­nell. Dafür neh­men sich die Geschäfts­leu­te aus gro­ßen Städ­ten wie Tokyo und Osa­ka extra frei, um sich mit der gan­zen Fami­lie zu ver­sam­meln. Im Prin­zip hat hier das Neu­jahr einen ähn­li­chen Stel­len­wert wie Weih­nach­ten in Deutsch­land. Das japa­ni­sche Neu­jahrs­ge­richt wird Ose­chi (お節料理) genannt und beinhal­tet vie­le tra­di­tio­nel­le Gerich­te wie gedämpf­te Fisch­pas­te, schwar­ze Boh­nen, Sashi­mi und vie­les mehr. Neben dem Ose­chi wird auch zur Neu­jahrs­zeit viel Mochi (japa­ni­scher Reis­ku­chen) zube­rei­tet und geges­sen. In mei­nem Alten­heim hat­te ich das Glück, sel­ber Mochi her­stel­len zu dür­fen!

Zwi­schen dem 1.–3. Janu­ar fin­det dann das soge­nann­te „Hats­u­mo­de“ statt. Hats­u­mo­de bezeich­net ein­fach den ers­ten Schrein­be­such im neu­en Jahr. Man betet hier für sein Glück im neu­en Jahr. Bei berühm­ten Schrei­nen ver­sam­meln sich somit eine rie­si­ge Men­schen­mas­se, um am Schrein für ihr Glück zu beten.

Über Neu­jahr bin ich nach Tokyo gefah­ren, um mei­ne Freun­din vom Flug­ha­fen abzu­ho­len. Über die Neu­jahrs­zeit waren wir also in der Haupt­stadt, um unser ers­tes japa­ni­sches Neu­jahr zu erle­ben. Unser letz­tes Essen im Jahr 2018 war aber nicht das übli­che tra­di­tio­nel­le Neu­jahrses­sen.

Mit ande­ren Freun­den saßen wir in einem Kai­ten-Sushi Restau­rant (Lauf­bandsu­shi) und haben Sushi geges­sen. Danach sind wir zum Oji Fox Schrein im nörd­li­chen Teil von Tokyo gegan­gen, um dort den Schrein zu besu­chen und die Fuchs­pa­ra­de zu sehen. Der Oji Fox Schrein ver­an­stal­tet näm­lich jedes Jahr um 24 Uhr eine Para­de, um das letz­te Jahr abzu­schlie­ßen und das neue Jahr ein­zu­läu­ten. Man kann sich dort als Fuchs schmin­ken las­sen, Ames­a­ke (war­mer süß­li­cher Sake) trin­ken, die Para­de genie­ßen oder – wie ich – Bil­der mit Poli­zis­ten machen.

Oji Fox Para­de

Am nächs­ten Mor­gen, also am 1.1., sind wir zum Asa­ku­sa-Schrein in Tokyo gegan­gen, um den ers­ten Schrein­be­such im neu­en Jahr abzu­ha­ken. Der Asa­ku­sa-Schrein gilt als einer der bekann­tes­ten Schrei­ne in Tokyo und somit auch in Japan. Wir wuss­ten, was uns erwar­tet: Vie­le Men­schen. Was wir nicht erwar­tet haben: sooooo vie­le Men­schen. Zum Schrein führt eine lan­ge enge Stra­ße mit ganz vie­len Stän­den und es waren so vie­le Leu­te da, dass wir ins­ge­samt eine Stun­de war­ten muss­ten, bis wir an der Rei­he waren. Am Abend hat der Schrein auch ein klei­nes Fest mit ganz viel ver­schie­de­nen Essen­stän­den ver­an­stal­tet. Ein per­fek­ter Start ins neue Jahr!

Das Fest war sehr inter­es­sant und sogar für Japan eher unge­wöhn­lich an Neu­jahr, da das Neu­jahrs­fest wie gesagt eher geschlos­sen in den Fami­li­en statt­fin­det. Da mei­ne Fami­lie in Deutsch­land ist, war die Para­de wie für mich gemacht! Das Feu­er­werk habe ich aber den­noch ver­misst, wenn ich ehr­lich bin 😊

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