Freiwilligendienst, Hoa in Japan
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Warum Japaner Berge anzünden

Japan ist ein­fach… ein­fach anders. Einen Berg anzün­den ist Brand­stif­tung? Ach was, lasst uns lie­ber vie­le Leu­te ver­sam­meln, ein Feu­er­werk vor­ne­dran­hän­gen und ein rie­si­ges Fest draus machen!

Ich prä­sen­tie­re:

Yamayaki in Nara

Im japa­ni­schen bedeu­tet Yama (山) gleich Berg und Yaki (焼き) soviel wie Bra­ten, Rös­ten oder auch Bren­nen. Yaki fin­det sich oft in Kom­bi­na­ti­on mit Essen. Yaki­to­ri ist zum Bei­spiel gegrill­tes Geflü­gel und ein Yama­ya­ki eben ein „gegrill­ter“ Berg lol. Bei mei­ner Recher­che nach wei­te­ren Yama­ya­kis muss­te ich fest­stel­len, dass das Yama­ya­ki in Nara tat­säch­lich das ein­zi­ge in Japan zu sein scheint. Komi­scher­wei­se kann aber jeder mit dem Begriff Yama­ya­ki was anfan­gen, ohne das Fest in Nara wirk­lich zu ken­nen. Wahr­schein­lich waren Yama­ya­kis frü­her öfters ver­brei­tet in Ver­bin­dung mit reli­giö­sen Ritua­len oder ähn­li­ches von Schrei­nen und Tem­peln.

Ursprung

Schon seit hun­der­ten Jah­ren sind bis heu­te die zwei umlie­gen­den Tem­pel, der Todai­ji- und der Kofu­ku­ji-Tem­pel, und der Kasu­ga-Schrein an der Zere­mo­nie betei­ligt. Woher die Yama­ya­ki-Zere­mo­nie aber stammt, weiß kei­ner ganz genau. Eine Theo­rie besagt, dass sich die anlie­gen­den Tem­pel um Land gestrit­ten haben und das Feu­er als Resul­tat ihrer Aus­ein­an­der­set­zun­gen ent­stand. Ande­re mei­nen, dass das Feu­er dazu dar war, um Bären zu ver­scheu­chen. (Die ers­te Theo­rie find ich pas­sen­der, wenn ich ehr­lich bin. Ein frü­he­rer Streit ver­schie­de­ner Tem­pel, wel­cher heu­te zu einem wun­der­schö­nem Fest führt, bei dem die Tem­pel und Schrei­ne zusam­men­ar­bei­ten – das gefällt mir 😊 ).

Programm

Das Fest fin­det jedes Jahr im Win­ter auf dem Berg Waka­ku­sa in Nara statt. In Nara gibt es auf den Stra­ßen am Tag des Fes­tes ganz vie­le Essen­stän­de, wo man lecke­res japa­ni­sches Essen kau­fen kann. Neben der Zere­mo­nie fin­den am Nach­mit­tag klei­ne­re Events und Spie­le am Hang des Ber­ges statt. Es gibt zum Bei­spiel zwi­schen 12:00 und 15:00 einen Sem­bei-Wurf-Wett­be­werb (japa­ni­sche Reis­cra­cker), bei dem ich lei­der nicht sein konn­te, da ich mir die vie­len Schrei­ne und Tem­pel im Park ange­schaut habe. Ab 15 Uhr gibt es dann auf einer auf­ge­stell­ten Büh­ne Musik­vor­stel­lun­gen und Reden. Die Taiko-Vor­stel­lung (tra­di­tio­nell japa­ni­sche Trom­mel) war die­ses Jahr super! Gegen 17:00 wird dann das Feu­er vom Kasu­ga-Schrein zu den Fel­dern gebracht und eine Art Lager­feu­er von den Mön­chen (ich bin mir nicht sicher, sie waren aber jeden­falls tra­di­tio­nell geklei­det) ange­zün­det. Ab 18 Uhr beginnt dann das Haupte­vent: das Feu­er­werk, bevor dann schließ­lich die Fel­der am Berg ange­zün­det wer­den.

Damit die­ses Fest über­haupt zustan­de kommt, sind neben den Frei­wil­li­gen von den Tem­peln und Schrei­nen auch sehr vie­le Feu­er­wehr­män­ner dabei, die sich bereit erklä­ren, den Berg in Brand zu set­zen. Je nach Wet­ter kann dies gut und ger­ne mal 5–6 Stun­den dau­ern. Von einem Feu­er­wehr­mann habe ich erfah­ren, dass sie ein­mal bis 3 Uhr nachts damit beschäf­tigt waren, den Berg völ­lig in Brand zu ver­setz­ten, da es ein­fach zu kalt war und es auf ein­mal anfing zu reg­nen. RESPEKT!

Hoa und die Feu­er­wehr­män­ner

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