Laura in Brasilien, Studium
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Karneval in Brasilien: Wenn das Land tagelang stillsteht

Der bra­si­lia­ni­sche Kar­ne­val ist ver­mut­lich eines der ers­ten Din­ge, die einem ein­fal­len, wenn man an Bra­si­li­en denkt. Nicht nur in Rio de Janei­ro wird die­ser gefei­ert, auch in vie­len ande­ren Städ­ten Bra­si­li­ens gibt es gro­ße Fes­te.

Ich bin wäh­rend der Fei­er­ta­ge in São Pau­lo geblie­ben. Eigent­lich ist der Fei­er­tag nur am Diens­tag, aber ich hat­te die gan­ze Woche lang kei­ne Ver­an­stal­tun­gen an der Uni. Und auch vor dem Kar­ne­val sind alle schon in Kar­ne­vals­stim­mung. Da fin­det der soge­nann­te pré-car­na­val statt. In Sam­ba­schu­len wer­den Vor­füh­run­gen gemacht; es gibt schon ver­ein­zel­te Fes­te. Das Semes­ter hat zwar schon Mit­te Febru­ar ange­fan­gen, man­che Fächer begin­nen aber erst nach den Kar­ne­vals­fei­er­ta­gen – also einen Monat spä­ter — und in den Fächern, die schon statt­fan­den, fand auch noch nicht so viel statt. Meist nur eine Vor­stel­lung des Pro­gramms und dann konn­ten wir gehen. Das Land steht still, außer Kar­ne­val pas­siert nicht viel. Die Leu­te sagen sogar, dass man erst nach dem Kar­ne­val Arbeit fin­det, weil davor nichts geht.

Sam­ba­schu­le. Foto: Julia Lan­sche

Aber Kar­ne­val ist nicht gleich Kar­ne­val. Es gibt den Kar­ne­val in den Sam­ba­schu­len, einen Umzug, wofür man zum Teil sehr viel Ein­tritt zah­len muss. Die­sen habe ich nicht ken­nen­ge­lernt. Ich war aber bei einer Vor­füh­rung in einer Sam­ba­schu­le, bevor der rich­ti­ge Kar­ne­val los­ging. Dort kann man für wenig Geld oder kos­ten­los fei­ern. In der Schu­le, in der ich war, wur­de viel Sam­ba gespielt, gesun­gen und getanzt. Die Sam­ba­schu­le hat­te ein eige­nes Lied, das von sozia­len Miss­stän­den in Bra­si­li­en han­delt und stän­dig gesun­gen wur­de. Es war sehr laut.

Stra­ßen­kar­ne­val. Foto: Lucas de Frei­tas San­ta­na

Es gibt auch den popu­lä­re­ren Stra­ßen­kar­ne­val. In der gan­zen Stadt ver­teilt fin­den „Blö­cke“ auf der Stra­ße statt. An einem Tag hat­te man bestimmt die Aus­wahl zwi­schen 20 ver­schie­de­nen Fes­ten. Dort spie­len Trom­mel­grup­pen, aber es gibt auch ande­re For­men. Ich war zum Bei­spiel auf einem indi­schen Block, wo mit Farb­pul­ver gewor­fen wur­de, und eher elek­tro­ni­sche Musik gespielt wur­de. Vor allem im Zen­trum kom­men die Leu­te mas­sen­haft zu die­sen Fes­ten. Dem­entspre­chend wird dort auch viel geklaut und es vie­le beschwe­ren sich über Gewalt und Beläs­ti­gung, vor allem auf den „Hete­ro-Fes­ten“.

Blo­co Bol­ly­wood. Foto: Lau­ra Lan­sche

Es geht auch sehr ver­rückt zu, die Leu­te sind sehr auf­ge­dreht und man kann schon den ein oder ande­ren Kuss abbe­kom­men. Die klei­ne­ren Blö­cke, die oft etwas außer­halb lie­gen, sind in die­ser Hin­sicht ange­neh­mer.

Trotz­dem fei­ern nicht alle Brasilianer*innen Kar­ne­val. Vor allem aus den peri­phe­ren Stadt­tei­len waren vie­le Leu­te noch nie beim Kar­ne­val.

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