Freiwilligendienst, Ronja auf den Philippinen
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On the road — Das Boot

Ja, ihr seht rich­tig. Hier wer­den gut 50, in Zeh­ner­bün­deln an den Füßen zusam­men­ge­schnür­te, leben­de Hüh­ner trans­por­tiert. Wenn man die Phil­ip­pi­nen auf einer Kar­te begut­ach­tet dann wird schnell eines klar: Ein ein­heit­li­ches Land ist das nicht!

Statt einer ein­zi­gen fes­ten Land­mas­se, setzt sich das Land aus schein­bar unend­lich vie­len Inseln jeder Grö­ße zusam­men, die sich zudem noch über eine rela­tiv gro­ße Flä­che ver­tei­len und in jede Him­mels­rich­tung zu erstre­cken schei­nen. Vie­le der über 7000 Inseln sind nicht ein­mal bewohnt, oder — ähn­lich wie “mei­ne” Insel Gui­ma­ras — auf vie­len Kar­ten gar nicht zu fin­den. Das sorgt dafür, dass eines der phil­ip­pi­ni­schen Haupt­ver­kehrs­mit­tel das Boot ist. Boot ist jedoch nicht gleich Boot, das lernt man hier schnell.

Zwi­schen Gui­ma­ras und Iloi­lo, der nächst­grö­ße­ren Stadt auf der Nach­bar­in­sel Panay, ver­keh­ren die soge­nann­ten Bang­kas. Das sind Holz­bo­te mit Bam­bus­stüt­zen, die cir­ca 50 Pas­sa­gie­re für umge­rech­net 15 Cent inner­halb von 20 Minu­ten nach Iloi­lo und zurück beför­dern. Neben der mensch­li­chen Fracht wer­den damit auch Lebens­mit­tel, Unmen­gen von leben­den Tie­ren (Tier­schüt­zer wür­den Angst­zu­stän­de krie­gen) und natür­lich auch die unver­zicht­ba­ren Motor­rol­ler von A nach B gebracht.

Was die Leu­te aufs Boot quet­schen und vor allem wie sie es tun, ver­dient wirk­lich höchs­ten Respekt. Nicht sel­ten ent­steht dabei aber lei­der eine etwas, nen­nen wir sie ein­mal beklem­men­de Atmo­sphä­re wäh­rend der Über­fahrt. So schlimm es für mei­ne Mut­ter zu lesen sein wird, aber Sicher­heit steht bei den Fäh­ren­be­trei­bern nicht unbe­dingt an obers­ter Stel­le. Die mitt­ler­wei­le etwas erfah­re­ne­ren Frei­wil­li­gen tra­gen es mit Humor und tau­schen regel­mä­ßig ihre kurio­ses­ten Geschich­ten aus.

Neben den Bang­kas gibt es von Iloi­lo aus noch Fäh­ren auf die grö­ße­ren und ent­fern­te­ren Inseln, die­se sind zwar um eini­ges kom­for­ta­bler als die Bang­kas, oft­mals aber genau so teu­er wie ein Flug und wer­den folg­lich nur sel­ten genutzt. Trotz alle­dem ist der Schiffs­ver­kehr in einem Insel­ar­chi­pel wie den Phil­ip­pi­nen auch heu­te noch unver­zicht­bar und auch immer für eine inter­es­san­te oder zumin­dest unter­halt­sa­me Geschich­te gut.

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