Monate: Mai 2019

Happy Birthday to you!

Wenn man fast ein Jahr im Aus­land ver­bringt, ist es ziem­lich wahr­schein­lich, dass man in die­ser Zeit Geburts­tag hat. Ich hat­te vor kur­zem Geburts­tag und erzäh­le euch nun, wie mein 20. Geburts­tag abge­lau­fen ist.  Bevor über­haupt der Geburts­tag gekom­men ist, sind drei Pake­te von Freun­den und Fami­lie zu mir in die Slo­wa­kei gekom­men. Aber kei­nes wirk­lich auf nor­ma­le Wei­se. Bei einem Paket war nie­mand im Büro, ein gel­ber Zet­tel wur­de abge­ge­ben und ich muss­te damit zur Post gehen. Kann ja mal pas­sie­ren und war auch kein Pro­blem. Beim zwei­ten Päck­chen wur­de mir über Face­book eine pri­va­te Nach­richt geschrie­ben, dass ein Paket von mir bei ihnen im Büro ange­kom­men ist. Die­se Fir­ma heißt „SUM” und mei­ne heißt „SEM”. Aber eine Haus­num­mer kann man doch eigent­lich nicht ver­wech­seln, oder? Aber die Frau war sehr nett und ich konn­te am nächs­ten Tag das Päck­chen abho­len. Das Paket von mei­ner Fami­lie wur­de nach eini­gen Zustell­ver­su­chen in einem Paket­shop abge­ge­ben. Nor­ma­ler­wei­se geht man dort hin, zeigt sein Aus­weis und kann das Paket mit­neh­men. Die Frau hat mir aber auf Slo­wa­kisch erklärt, dass ich für das …

Neun Monate später

Wie­der ein Vier­tel­jahr vor­bei, wie­der Zeit für einen Drei-Monats-Bericht und ich muss sagen, die ers­ten Bei­den sind mir deut­lich leich­ter gefal­len. Nach dem ers­ten Quar­tal war alles noch neu und auf­re­gend, nach dem Zwei­ten mani­fes­tier­te die Halb­zeit­mar­ke, dass die Uhr für die Rück­kehr von nun an abwärts zähl­te und es war Zeit ein ers­tes, vor­sich­ti­ges Resü­mee zu zie­hen; und nach dem Drit­ten? Der Punkt an dem ich jetzt ste­he, bedeu­tet für mich nicht mehr die gro­ße Auf­re­gung, die die letz­ten bei­den noch dar­stell­ten, er ist für mich kein Mei­len­stein mehr, son­dern eher so „halb­warm“. Ich bin noch nicht zu Hau­se, aber ich bin auch nicht mehr lan­ge hier. Wäh­rend ich noch die mitt­ler­wei­le statt­fin­den­den Feri­en­pro­gram­me für die Kin­der geplant habe, muss­te ich mich end­gül­tig ent­schei­den, was ich stu­die­ren möch­te (bis­lang irgend­wie trotz­dem nicht gesche­hen), in wel­che Stadt ich zie­hen möch­te, wo ich im Som­mer arbei­ten möch­te und all die­se Sachen aus der Fer­ne orga­ni­sie­ren. In Deutsch­land ist der Win­ter zum Früh­ling gewor­den, ich bekam ‑mein gro­ßes Hig­h­­light- Besuch, auf den Phil­ip­pi­nen wich die Regen­zeit der …

Ein Einschnitt für Good Shepherd

Ein gan­zes Jahr im Aus­land zu leben, bedeu­tet eine Viel­zahl von Momen­ten zu erle­ben, die aus den ver­schie­dens­ten Emo­tio­nen gespeist sind. Ich habe mich in den ver­gan­ge­nen neun Mona­ten mit den Men­schen in Good She­pherd gefreut, mit ihnen gelacht, gear­bei­tet und gefei­ert und jetzt auch mit ihnen getrau­ert. An einem Mon­tag Ende April, in den frü­hen Mor­gen­stun­den, ist ein Urge­stein unse­rer Orga­ni­sa­ti­on, Maam Thel­ma Pagsub­e­ron, nach lan­gem Lei­den im Alter von 83 Jah­ren ver­stor­ben. Sie gehör­te zu den ers­ten Wai­sen­kin­dern von Good She­pherd, stieg spä­ter nach eini­gen Auf­ent­hal­ten außer­halb von Gui­ma­ras zur Direk­to­rin der Schu­le auf und war bis zu ihrem Lebens­en­de Geschäfts­füh­re­rin der Ein­rich­tung, die ihr so vie­les in ihrem Leben ermög­licht hat. Die ihr ein Zuhau­se, Bil­dung und Freund­schaf­ten geschenkt hat und in der ihr gan­zes Herz­blut steck­te. Maam Thel­ma war die ers­te Per­son, die mir bei mei­ner Ankunft vor­ge­stellt wur­de und noch bevor ich den Mund auf­ma­chen konn­te, sag­te sie nur “I can see, you are a very smart girl.” Für Wai­sen und Schü­ler war sie über Genera­tio­nen hin­weg eine wich­ti­ge Bezugs­per­son, …

Unsere Reise nach Rumänien

Kli­schees über Rumä­ni­en gibt es ja genü­gend: Vam­pi­re, „Zigeu­ner“, Armut und Dieb­stahl. Doch wir woll­ten uns ein eige­nes Bild von Rumä­ni­en machen und sind über Ostern in die Nähe von Sibiu (auf Deutsch „Her­mann­stadt“) gereist. Unse­re Koor­di­na­to­ren hat­ten zwar ein mul­mi­ges Gefühl, aber da wir sie vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt haben, konn­ten sie es uns ja nicht mehr ver­bie­ten. Und wir wur­den trotz der gan­zen Vor­ur­tei­le posi­tiv über­rascht von der Freund­lich­keit der Men­schen und von der wun­der­ba­ren, noch wil­den und oft unbe­rühr­ten Land­schaft.  Zu Beginn kurz einen geschicht­li­chen Ein­schub: Ab etwa dem Jahr 1147 haben sich deut­sche Sied­ler in der Gegend Sie­ben­bür­gen nie­der­ge­las­sen und unter ande­rem die Stadt Her­mann­stadt erbaut. Her­mann­stadt wur­de zur einer der wich­tigs­ten Städ­te – nicht nur wegen sei­ner zen­tra­len Han­dels­la­ge, son­dern auch, weil die Stadt eine sehr gute Befes­ti­gung hat­te. Trotz mas­si­ver Aus­wan­de­rung der Deut­schen leben bis heu­te immer noch etwa 2000 deut­sche Ein­woh­ner in der Stadt. Des­halb wird in vie­len Schu­len Deutsch unter­rich­tet und man kann auch ein Abitur in Deutsch machen, das in Deutsch­land aner­kannt wird. So das war der klei­ne Ein­schub, denn jetzt könnt ihr …