Freiwilligendienst, Hoa in Japan
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Japanischer Frühling

Ich bin nun schon seit sie­ben Mona­ten in Japan. Ich habe das Land in Rot gese­hen, als im Herbst die Blät­ter ihre Far­be änder­ten und in Weiß, als in Hok­kai­do, wo ich im Win­ter einen klei­nen Urlaub mach­te, alles zuge­schneit war. Umso mehr freue ich mich auf den Früh­ling, denn es war­ten Saku­ra und Hana­mi!

Sakura

Die japa­ni­sche Kirsch­blü­te, auch Saku­ra (桜) ist in Japan ein sehr star­kes Sym­bol. Sie steht zum einen für Schön­heit, zum ande­ren auch für die Ver­gäng­lich­keit, denn nach­dem sie ein­mal voll auf­ge­blüht ist, zer­fällt sie auch so schnell wie­der, um im nächs­ten Jahr wie­der blü­hen zu kön­nen. All­ge­mein wird die Ver­gäng­lich­keit im Japa­ni­schen als „mono no awa­re“ bezeich­net (Das Bedau­erns­wer­te der Din­ge oder so 😀 ) und beschreibt ein trau­ri­ges, doch schö­nes Gefühl sich mit der Ver­gäng­lich­keit der Din­ge zurecht­zu­fin­den. „Mono no awa­re“ ist ein ästhe­ti­sches Prin­zip und die Saku­ra-Blü­te spielt somit selbst einen gro­ßen Teil in der japa­ni­schen Ästhe­tik. Sie ist nicht ohne Grund Japans inof­fi­zi­el­le natio­na­le Blü­te. Und ist neben­bei ein­fach echt wun­der­schön 🙂 .

Hanami

Aber wäre ja scha­de, wenn man die Saku­ra ein­fach zer­fal­len bevor man sie wirk­lich erle­ben konn­te. Dafür gibt es in Japan das soge­nann­te „Hana­mi“, was über­setzt so viel bedeu­tet wie „Blu­men schau­en“, aber gezielt für die Saku­ra benutzt wird. Als Hana­mi wird allein schon das blo­ße Raus­ge­hen und Anschau­en der Saku­ra bezeich­net, sei es im Park mit ganz Vie­len, von Wei­tem oder beim Vor­bei­ge­hen an einem allein­ste­hen­dem Saku­ra­baum. Es kann ein allei­ni­ger Spa­zier­gang sein, aber tra­di­tio­nell ver­bin­den die Japa­ner Hana­mi mit einer Pick­nick-Par­ty unter den Bäu­men, wäh­rend über einem die Blü­ten blü­hen. Sol­che Hana­mi-Par­tys fin­den im gan­zen Land statt und sind schon seit vie­len Jahr­hun­der­ten Tra­di­ti­on in Japan. Dabei fin­den sich Fami­lie, Freun­de oder Arbeits­kol­le­gen zusam­men. Unter den Bäu­men wird dann auf einer Pick­nick­de­cke geges­sen und Bier oder Sake (japa­ni­scher Reis­wein) getrun­ken.

Natür­lich haben auch mei­ne Freun­de und ich ein „Hana­mi“ gemacht und sind dafür nach Hime­ji gefah­ren. Hime­ji ist ca. 1 ½ Stun­den von Osa­ka ent­fernt und obwohl Osa­ka sel­ber sehr schö­ne Orte mit viel Sakura­bäu­men hat, fand in Hime­ji ein Saku­ra-Fest statt, mit Taiko-Auf­trit­ten, Musik und ganz vie­len Essen­stän­den. Auch ohne die­ses Fest gilt Hime­ji als einer der schö­ne­ren Orte in Japan, um die Sakur­a­b­lü­te zu sehen, da sich das berühm­te Schloss in Hime­ji, wel­ches ein­zig­ar­tig „all-white“ ist, wun­der­schön mit den rosa Blü­ten ergänzt.

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