Freiwilligendienst, Ronja auf den Philippinen
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Neun Monate später

Wie­der ein Vier­tel­jahr vor­bei, wie­der Zeit für einen Drei-Monats-Bericht und ich muss sagen, die ers­ten Bei­den sind mir deut­lich leich­ter gefal­len.

Nach dem ers­ten Quar­tal war alles noch neu und auf­re­gend, nach dem Zwei­ten mani­fes­tier­te die Halb­zeit­mar­ke, dass die Uhr für die Rück­kehr von nun an abwärts zähl­te und es war Zeit ein ers­tes, vor­sich­ti­ges Resü­mee zu zie­hen; und nach dem Drit­ten?

Der Punkt an dem ich jetzt ste­he, bedeu­tet für mich nicht mehr die gro­ße Auf­re­gung, die die letz­ten bei­den noch dar­stell­ten, er ist für mich kein Mei­len­stein mehr, son­dern eher so „halb­warm“.

Ich bin noch nicht zu Hau­se, aber ich bin auch nicht mehr lan­ge hier.
Wäh­rend ich noch die mitt­ler­wei­le statt­fin­den­den Feri­en­pro­gram­me für die Kin­der geplant habe, muss­te ich mich end­gül­tig ent­schei­den, was ich stu­die­ren möch­te (bis­lang irgend­wie trotz­dem nicht gesche­hen), in wel­che Stadt ich zie­hen möch­te, wo ich im Som­mer arbei­ten möch­te und all die­se Sachen aus der Fer­ne orga­ni­sie­ren.

In Deutsch­land ist der Win­ter zum Früh­ling gewor­den, ich bekam ‑mein gro­ßes High­light- Besuch, auf den Phil­ip­pi­nen wich die Regen­zeit der Tro­cken­zeit und die Schu­le den Feri­en und, so erschreckt ich selbst bin, wenn ich das schrei­be, es fühlt sich an wie All­tag. Es fühlt sich an wie Nor­ma­li­tät.

Ich neh­me Kaker­la­ken in mei­nem Wasch­beu­tel mit einem Schul­ter­zu­cken hin, einem Was­ser­aus­fall von über zehn Stun­den begeg­ne ich maxi­mal mit einem generv­ten Kopf­schüt­teln und wenn ich mit mei­nen Eltern tele­fo­nie­re, ver­ab­schie­de ich sie zumal mit einem “Halong!”.

Ich habe mich an das Leben auf den Phil­ip­pi­nen gewöhnt und auch wenn wir uns manch­mal nicht gera­de mit offe­nen Armen begrüßt haben, so geben wir uns mitt­ler­wei­le doch meis­tens die Hand. Und doch, der Gedan­ke in drei Mona­ten nach Hau­se zurück zu keh­ren und vor allem, mei­ne Fami­lie ENDLICH wie­der zu sehen, stimmt mich unglaub­lich gelas­sen. Egal, was jetzt noch pas­siert, in drei Mona­ten wer­de ich freu­de­strah­lend am Frank­fur­ter Flug­ha­fen die Men­schen wie­der in den Arm neh­men kön­nen, die mir am Wich­tigs­ten sind.

Ich habe gelernt was es wirk­lich bedeu­tet, zu ver­mis­sen und zwei Paar Flip­Flops kaputt gelau­fen. Ich bin zum Teil fast an der phil­ip­pi­ni­schen “Pla­nung” ver­zwei­felt und mitt­ler­wei­le so braun, wie ich es noch nie in mei­nem Leben war und ver­mut­lich nie mehr sein wer­de.
Ich habe mich ver­än­dert, inner­lich und äußer­lich, kann aber noch nicht fest­ma­chen, wie deut­lich, weil ich dazu erst ein­mal in mein gewohn­tes Umfeld zurück­keh­ren muss.

Und dann, im nächs­ten Drei-Monats-Bericht, wer­de ich viel­leicht wie­der mehr sagen kön­nen.

Photo by Ales Krivec on Unsplash 

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