Freiwilligendienst, Madita auf den Philippinen
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Bacolod oder wie du mich zum Nachdenken gebracht hast

Was für eine gro­ße Chan­ce mir hier gebo­ten wird, ver­ges­se ich lei­der rela­tiv oft. Aber in Momen­ten wo ich mit dem Boot nach Gui­ma­ras oder Baco­lod fah­re, fällt es mir wie­der ein: ich bin an einem der schöns­ten Orte die­ser Welt.

Die­se Tat­sa­che ver­ges­se ich lei­der rela­tiv oft, wenn ich mich nur in der Stadt von Iloi­lo auf­hal­te und mich Tag für Tag mit nega­ti­ven Emo­tio­nen voll­stop­fe (natür­lich ist dies ein wenig über­trie­ben). An Tagen wo ich das Meer sehe, erin­ne­re ich mich wie­der und ver­spü­re die größ­ten Glücks­ge­füh­le über­haupt. Es ist schön durch so etwas „Nor­ma­les“ wie eine Boots­fahrt, wie­der so viel neue Kraft und Ener­gie zu tan­ken, aber so ist es nun mal und was gibt es Schö­ne­res als über das offe­ne Meer zu schip­pern und sei­nen Gedan­ken frei­en Lauf zu las­sen?

Ich wün­sche sol­che Momen­te könn­te man in einem Glas ein­fan­gen und immer, wenn man nicht die Mög­lich­keit hät­te ans Meer zu fah­ren, wür­de man es öff­nen und den fri­schen Wind vom Meer ein­at­men. Fast so, wie es die Wil­den Hüh­ner mit ihrem Mar­me­la­den-Glas uns gezeigt haben. Die­ses Glas wür­de ich dann natür­lich auch mit nach Deutsch­land brin­gen und jedem an die­sem Geruch Teil haben las­sen, dem gera­de mal die Ener­gie aus­geht.

Der eigent­li­che Grund, war­um ich über­haupt auf die ande­re Insel — Negros — gefah­ren bin, lag an Anne­lie. Eine wei­te­re Deut­sche Frei­wil­li­ge. Sie und ihre Kol­le­gin Fran­zi (auch eine Frei­wil­li­ge) sind direkt nach dem Zwi­schense­mi­nar nach Baco­lod umge­zo­gen, da es eini­ge Pro­ble­me bei der alten Orga­ni­sa­ti­on aus Iloi­lo gab. Da Fran­zi mit ihren Deut­schen Freun­den im Urlaub war, dach­te ich mir es wür­de sich ja mal anbie­ten end­lich mal wie­der raus aus der Stadt zu kom­men und mal etwas Neu­es zu sehen.

Ich fand es sehr inter­es­sant, wie unter­schied­lich die ein­zel­nen phil­ip­pi­ni­schen Inseln sein kön­nen. Gleich bei mei­ner Ankunft spür­te ich, dass viel mehr Ruhe in der Luft lag. Viel­leicht habe ich es mir auch nur ein­ge­bil­det, da Anne­lie nichts davon gemerkt hat 😀

Anne­lie hat mir dann ein biss­chen Baco­lod gezeigt und wir haben uns noch mit einem ihrer phil­ip­pi­ni­schen Freun­de getrof­fen. Es waren wirk­lich schö­ne zwei Tage und vor allem war es schön mal wie­der ein ande­res freund­li­ches Deut­sches Gesicht aus der Grup­pe gese­hen zu haben.

Durch vie­le und lan­ge tief­sin­ni­ge Gesprä­che wur­de mir jedoch wie­der klar, dass ich noch lan­ge nicht der Mensch bin, der ich hier wer­den möch­te bzw. habe ich ein­fach gemerkt, dass ich noch sehr viel Ver­än­de­rung vor mir lie­gen habe.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt, der mir an die­sem Wochen­en­de klar­ge­wor­den ist, ist, dass es egal ist, dass mei­ne Arbeit – oder auch nicht Arbeit — hier nicht dem ent­spricht, was ich mir vor­ge­stellt hat­te vor 8 Mona­ten. Es ist im Grun­de egal aus wel­chem Grund ich hier­her­ge­kom­men bin, ich soll­te mir wohl lang­sam klar dar­über wer­den, dass ich so eine Zeit nie wie­der in mei­nem Leben bekom­men wer­de und ich soll­te sie genie­ßen. Immer­hin liegt es an mir selbst das Bes­te dar­aus zu machen. Viel­leicht ist es auch genau das, was ich hier ler­nen soll: die Situa­tio­nen so zu neh­men wie sie halt kom­men. Die Fili­pi­nos tun ja immer­hin nichts Ande­res.

Egal wie die­ses Jahr aus­ge­hen wird, es wird mich mein Leben lang beglei­ten, es wird mich zu dem machen was ich danach sein wer­de und es ist und bleibt wahr­schein­lich;

DAS JAHR MEINES LEBENS!

Zumin­dest bis jetzt 🙂

 Photo by Clark Tibbs on Unsplash 

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