Freiwilligendienst, Madita auf den Philippinen
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OP mit Aussicht

Wäh­rend eines Trips habe ich mir eine Wun­de an mei­nem rech­ten dicken Zeh zuge­zo­gen. Hört sich erst­mal nicht spek­ta­ku­lär an, jedoch hat sich die­se Wun­de dann ent­zün­det, so dass ich echt schlim­me Schmer­zen hat­te. Nach zwei Wochen Schmer­zen habe ich mich dann doch fürs Kran­ken­haus ent­schie­den. Dort wur­de mir dann erst ein­mal ein Anti­bio­ti­kum ver­schrie­ben – wel­ches in Deutsch­land übri­gens nur für die Tier­welt ein­ge­setzt wird. Nach 5 Tagen soll­te die schmer­zen­de Nage­le­cke dann ope­ra­tiv ent­fernt wer­den. Ich kam mir schon blöd vor, wegen eines Zehen­nagels mei­ne ers­te Ope­ra­ti­on zu haben, aber was muss, das muss nun mal. Also teil­te ich Doc Jess am Mitt­woch – den Tag vor mei­ner Ope­ra­ti­on – mit, dass ich nicht zur Arbeit erschei­nen wür­de. Er frag­te mich natür­lich, was das Pro­blem war und dabei kam dann raus, dass er die­se Ope­ra­ti­on andau­ernd macht, also war Doc Jess dann plötz­lich mein Chir­urg.

Ich wur­de an die­sem Tag rich­tig in Ope­ra­ti­ons-Kla­mot­ten und Schutz­klei­dung ein­ge­packt. Ihr glaubt nicht wie dumm ich mir vor kam, wegen eines so klei­nen Ein­griffs, so ein Dra­ma… Am schlimms­ten an dem gan­zen Ein­griff waren dann am Ende die zwei Betäu­bungs­sprit­zen rund um mei­nen dicken Zeh. Aber hey, ich konn­te immer­hin wären der Ope­ra­ti­on die gan­ze Zeit auf den River von Iloi­lo gucken, was mich tat­säch­lich ein wenig beru­higt hat.

Zu allem Über­fluss hat mich Doc Jess sogar noch gefragt „Na, wel­che Musik magst du denn so? Die Back Street Boys?“ und prompt lief wäh­rend des gesam­ten Ein­griffs Musik. Im Gro­ßen und Gan­zen habe ich die­se gan­ze Ope­ra­ti­on sehr gut über­stan­den. Aber, das war lei­der noch nicht alles was ich zur­zeit mit dem Kran­ken­haus zu tun hat­te.

Zwei Wochen spä­ter bekam ich plötz­lich Fie­ber auf der Arbeit und mir wur­de schlag­ar­tig schwin­de­lig, mein gan­zer Kör­per tat weh, wie nach einem Mara­thon. Schnell schlich sich bei mir der Ver­dacht auf Den­gue Fie­ber ein. Einen Tag spä­ter mach­te ich einen Blut­test und die­ser bestä­tig­te mei­ne Beden­ken auch noch.

Also duf­te ich die gan­ze letz­te Woche mit Den­gue im Kran­ken­haus lie­gen. Aber was ist über­haupt die­ses Den­gue?

Den­gue Fie­ber ist eine Virus­in­fek­ti­on wel­che über eine bestimm­te Art von Mücken über­tra­gen wird. Die­ser Virus tritt zum Glück nur auf den Phil­ip­pi­nen und in ande­ren tro­pi­schen Län­dern auf, daher kann meis­tens nie­mand aus dem nähe­ren Umfeld etwas damit anfan­gen. Die ers­ten Sym­pto­me kön­nen grip­pe­ähn­lich ver­lau­fen wie bei mir: Schwin­del, Kopf­schmer­zen, Glie­der­schmer­zen und star­kes Fie­ber. Wie ja schon erwähnt, stellt man den Virus anhand eines Blut­tes­tes fest. Da der Virus die wei­ßen Blut­kör­per­chen angreift, ist der Kör­per sehr schwach und durch den Man­gel der Blut­kör­per­chen kann es zu star­ken Blu­tun­gen bei den kleins­ten Wun­den kom­men, die dann lebens­ge­fähr­lich wer­den kön­nen. Soweit ging es bei mir zum Glück nicht. Ich war nur dehy­driert und brauch­te eine Infu­si­on und mir wur­de strik­te Bett­ru­he ver­ord­net.  

Seit Mon­tag bin ich nun wie­der aus dem Kran­ken­haus ent­las­sen und mir geht es wie­der rich­tig gut. Im Grun­de konn­te ich mich wäh­rend mei­nes Auf­ent­hal­tes mal so rich­tig aus­schla­fen und erho­len, also dafür ist so eine Infek­ti­on doch eigent­lich gar nicht mal so schlimm 🙂

Ich hof­fe nun wirk­lich, dass die­se zwei Vor­fäl­le die ein­zi­gen blei­ben wer­den und dass ich mei­nen letz­ten Monat ohne wei­te­re Kom­pli­ka­tio­nen über­ste­he.

Photo by Marcelo Leal on Unsplash 

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