Freiwilligendienst, Madita auf den Philippinen
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Von Bambushäusern zu klimatisierten Apartments

Alle zwei Wochen fin­det ein soge­nann­tes „Vis-dorm “ von Asi­lo aus statt. Was genau das ist, durf­te ich mir letz­ten Sonn­tag angu­cken. Jeden zwei­ten Sonn­tag wird ein Mit­ar­bei­ter von Asi­lo Zuhau­se bei der Fami­lie besucht. Die­se Akti­on hat­te sich das Asi­lo Team aus­ge­dacht, um mög­lichst viel von ihren Kol­le­gen zu erfah­ren und die Hin­ter­grün­de ihres Han­delns bes­ser ver­ste­hen zu kön­nen.

Am letz­ten Sonn­tag waren aus­nahms­wei­se drei Kol­le­gen dran, da alle „rela­tiv“ nah bei­ein­an­der woh­nen. Zwei davon waren Ancil und Sheng, zwei mei­ner nähe­ren Kol­le­gen.

Also, die Tour star­te­te in New Luce­na bei Ancil. Ich wür­de mal grob schät­zen, dass die Fahrt 45 Minu­ten gedau­ert hat. Ich war echt posi­tiv über­raschst wie gut das Haus aus­sah.

Gleich bei der Ankunft und nach einer gro­ßen Vor­stel­lungs­run­de, ging es los mit dem Beten. Sie brin­gen in jedes Haus die Holy Mary und beten gemein­sam für das Haus und die Fami­lie des Kol­le­gen.

Jetzt könnt ihr raten, was danach pas­siert ist… GENAU es gab Snacks. Natür­lich, immer­hin war es ja schon 9 Uhr 😊.

Es gab Man­gos aus Ancils Gar­ten und Sti­cky Rice mit dem ein­hei­mi­schen Zucker, Mus­co­va­do. Eines mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings-Snacks übri­gens. Zum Abschied hat jeder noch ein Kilo­gramm Man­gos bekom­men.

Dann ging es wei­ter zu einer ande­ren Kol­le­gin (ich arbei­te nicht mit ihr, daher bin ich mir bei ihrem Namen nicht sicher). Bei ihr soll­te an die­sem Tag die Ein­wei­hungs­fei­er ihres Hau­ses gefei­ert wer­den und natür­lich soll­te ihr Haus auch geseg­net wer­den von einem Pas­tor. Ich war wäh­rend der gan­zen Zere­mo­nie sprach­los, einer­seits, weil ich das gan­ze Spek­ta­kel sehr inter­es­sant fand, aber auch, weil ich teil­wei­se nicht ver­stan­den habe, um was es wirk­lich ging 😊. Im Nach­gang habe ich dann halt gefragt, war­um gol­de­ne Mün­zen im gan­zen Haus ver­teilt wur­den… Ihr könnt euch den­ken, kei­ner der Anwe­sen­den konn­te mir eine 100-pro­zen­ti­ge Ant­wort geben „das wird halt so gemacht“. Ich den­ke mal das irgend­wie Böses damit aus­ge­trie­ben wer­den soll. Auch die Tat­sa­che, dass das „beson­de­re“ Weih­was­ser in eine alte Des­in­fek­ti­ons­fla­sche geschüt­tet wur­de, um es im und ums gesam­te Haus zu ver­tei­len, hat­te mich ein wenig irri­tiert.

Nach der offi­zi­el­len Zere­mo­nie wur­de natür­lich, wie­der­mal, geges­sen. Immer­hin war es ja schon wie­der Lunch Time.

Auf dem Weg zurück nach Iloi­lo sind wir dann noch zu einer mei­ner liebs­ten Kol­le­gin­nen gefah­ren, Sheng. Sie wohnt mit ihrer Toch­ter in Pavia in einem Dorf. Ihr Mann ist See­fah­rer und bekommt daher ein wenig mehr Gehalt als die ande­ren, die wir an die­sem Tag besucht haben. Daher wohnt sie auch in einem kli­ma­ti­sier­ten Apart­ment und hat­te mit Abstand das „hoch­wer­tigs­te“ Zuhau­se von allen drei­en. Dort haben wir dann wie­der die Holy Mary raus­ge­holt und gebe­tet.

An sich fand ich den Tag echt inter­es­sant, ich hät­te nie gedacht, dass das Leben mei­ner Kol­le­gen von Asi­lo so der­ma­ßen unter­schied­lich ist. Daher bin ich auch Schwes­ter Nie­va sehr dank­bar, dass sie mich mit­ge­nom­men hat. Sie hat mich sogar für die nächs­ten zwei Sonn­ta­ge ein­ge­la­den.

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