Bendix in Dänemark
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Goodbye Deutschland – auf zum Nachbarn

Nach Mona­ten auf Aus­bil­dungs­mes­sen, Ori­en­tie­rungs­ver­an­stal­tun­gen, Tagen der offe­nen Tür und ande­ren Ver­an­stal­tun­gen in mei­nem letz­ten Halb­jahr vor dem Abi konn­te ich mich end­lich für ein Stu­di­um und einen Stand­ort ent­schei­den. Am Ende fiel mei­ne Wahl auf den Stu­di­en­gang „Civil Engi­nee­ring“, was dem Deut­schen „Bau­in­ge­nieurs­we­sen“ gleich­steht. Der Stand­ort erschien vie­len in mei­nem Umfeld ein wenig unge­wöhn­lich und ich muss­te mich vor Freun­den und Fami­lie oft ein recht­fer­ti­gen. Im August 2016, ein Jahr nach mei­nem Abi, ging es in die däni­sche Hafen­stadt Hor­sens.

„ Hor­sens — gåga­den“ by I, Hubertus45
https://de.wikipedia.org/wiki/Horsens#/media/Datei:Horsens_-_g%C3%A5gaden.jpg
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http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

Mit knapp unter 60.000 Ein­woh­nern ist Hor­sens für vie­le ein unbe­kann­ter Fleck auf der Land­kar­te. Über­zeugt hat es mich aller­dings mit einem sinn­vol­len Cur­ri­cu­lum (kom­plett auf Eng­lisch), ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Mie­ten und der Nähe zum Was­ser. Egal wo du wohnst, es dau­ert nie mehr als 5 Minu­ten mit dem Rad zum nächs­ten Hafen­be­cken oder zum Strand.

Mein persönlicher Fehlstart

Nun ein wenig mehr zu mei­nem tat­säch­li­chen Start in Däne­mark. Der hät­te von Stress und Fehl­pla­nung gar nicht genug haben kön­nen. Um mich vor­weg schon­mal in Schutz zu neh­men: Vie­le die­ser Pro­ble­me sind auf eine 4‑monatige Rei­se zurück­zu­füh­ren, die ich direkt vor mei­nem Stu­di­en­start in Hor­sens been­det hat­te (und natür­lich mei­ne eige­nen Ver­säum­nis­se). Mit­te Juli ging es nach 4 Mona­ten in Asi­en zurück in die Hei­mat, wo ich noch 4 Wochen zur Vor­be­rei­tung auf mei­nen Stu­di­en­start hat­te. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te ich weder eine Woh­nung noch ein Eng­lisch-Zer­ti­fi­kat, um mei­ne Imma­tri­ku­la­ti­on voll abzu­schlie­ßen. Wäh­rend der Rei­se hat mich die Uni schon mehr­mals dar­auf hin­ge­wie­sen die­ses Zer­ti­fi­kat nach­zu­wei­sen. Mit mei­nem jugend­li­chen Leicht­sinn habe ich aber ver­sucht mei­nen 1‑jährigen Aus­lands­auf­ent­halt in den USA als „offi­zi­el­les Eng­lisch­zer­ti­fi­kat“ zu ver­kau­fen (was natür­lich nicht geklappt hat). Glück­li­cher­wei­se bot die Uni ein „On-Cam­pus“ Eng­lisch­test für die an, die bis dahin alle Mög­lich­kei­ten ver­schla­fen hat­ten. Die­ser Test fand nicht mal zwei Wochen vor dem offi­zi­el­len Stu­di­en­start statt, was es zu einer Alles-oder-Nichts Situa­ti­on gemacht hat. Soll­te ich durch­fal­len, kann ich gleich wie­der nach­hau­se fah­ren.

Der Wohnungshorror

Dann zu mei­nem zwei­ten Ver­säum­nis. Auf­grund der Unge­wiss­heit, wie es mit dem Eng­lisch­zer­ti­fi­kat aus­geht, habe ich die Woh­nungs­su­che so lan­ge auf­ge­scho­ben, bis ich ein fina­les „Okay“ hat­te. Am Wochen­en­de des Tests bin ich das ers­te Mal nach Hor­sens gefah­ren und habe da das ers­te Mal wirk­lich nach einer Blei­be geguckt. Da der Stu­di­en­start kurz bevor­stand, waren zu die­sem Zeit­punkt alle Stu­den­ten­wohn­hei­me aller­dings schon aus­ge­bucht und ich war auf das ers­te Zim­mer­an­ge­bot ange­wie­sen, das mir in die Fin­ger kam. Am sel­ben Wochen­en­de des Tests konn­te ich glück­li­cher­wei­se gleich eine Woh­nungs­be­sich­ti­gung orga­ni­sie­ren. Da ich zu sehr unter Zeit­druck stand, habe ich das Ange­bot auch gleich ange­nom­men, ohne rich­tig zu rea­li­sie­ren, unter wel­chen Bedin­gun­gen ich gera­de den Ver­trag unter­schrie­ben habe. Bei dem Zim­mer han­delt es sich um ein geteil­tes Zim­mer mit 2 wei­te­ren Stu­den­ten. Bei genü­gen­der Zim­mer­grö­ße wäre das theo­re­tisch nicht all­zu unbe­quem, das Zim­mer hat­te aller­dings nur 16 m². Das bedeu­tet, dass neben den drei Bet­ten nicht mal Platz für einen Schrank da war. Mehr zu mei­nen Erfah­run­gen aus die­ser Woh­nung fol­gen in den nächs­ten Bei­trä­gen 😉

Mein Rat an alle, die gerne im Ausland studieren möchten:

Besorgt euch ein TOEFL oder Cam­bridge Cer­ti­fi­ca­te (oder ein ähn­lich ver­brei­te­tes Eng­lisch-Zer­ti­fi­kat) so früh wie mög­lich, um von Anfang an die Gewiss­heit zu haben, dass ihr den Bewer­bungs­pro­zess über­steht. Und war­tet nicht mit der Woh­nungs­su­che. Erspart euch über­teu­er­te und unbe­que­me Woh­nun­gen, indem ihr euch schon meh­re­re Mona­te vor Stu­di­en­start infor­miert und ggf. etwas reser­viert, falls die Bewer­bung noch nicht kom­plett abge­schlos­sen ist. 

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