Bendix in Dänemark
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Endlich eigenes Geld verdienen

Nicht nur bin ich am Anfang des zwei­ten Semes­ters end­lich in eine schö­ne Woh­nung umge­zo­gen, ich habe auch Arbeit gefun­den. Nach­dem die kom­plet­te Büro­kra­tie mit der däni­schen per­sön­li­chen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer und einem däni­schen Kon­to nach meh­re­ren Mona­ten end­lich hin­ter mir lag, konn­te ich mich bei Fir­men für einen Stu­den­ten­job bewer­ben. Da ich zu die­sem Zeit­punkt kaum Dänisch gelernt hat­te und erst im zwei­ten Semes­ter mei­nes Stu­di­ums war, hat sich das aber als schwe­rer her­aus­ge­stellt als zuerst ange­nom­men. Arbeit in Cafés oder Restau­rants ist in solch einer klei­nen Stadt schwer zu fin­den, beson­ders wenn man sich nicht mit den Ein­hei­mi­schen unter­hal­ten kann. Das­sel­be Pro­blem gab es auch bei den Inge­nieurs­fir­men, wo mir einer­seits die Däni­sche Spra­che und ande­rer­seits auch feh­len­des Wis­sen und Erfah­run­gen einen Strich durch die Rech­nung gemacht haben. Nach ein paar Wochen hat­te ich dann aber doch Glück.

Die Trendhim-Saga beginnt

Ein unschein­ba­res Aus­schrei­ben an der Job-Wand im Gang mei­ner Uni hat die Auf­merk­sam­keit eines Freun­des von mir geweckt. Er hat mir emp­foh­len, mich dort zu bewer­ben, da ich doch Deutsch als Mut­ter­spra­che habe. Auf dem Pla­kat wur­de nach einem Online-Mar­ke­ting-Mar­ke­teer gesucht. Zu dem Zeit­punkt hat­te ich kei­ne Ahnung, was das über­haupt bedeu­tet. Nach kur­zem Über­le­gen ist mir aber auf­ge­fal­len, wie weni­ge Deut­sche ich bis jetzt in Hor­sens ken­nen­ge­lernt hat­te. Das könn­te bedeu­ten, dass es wahr­schein­lich nicht all­zu vie­le Kon­kur­ren­ten für die Stel­le gibt.

Kurz danach habe ich auch schon gleich mei­ne Bewer­bung abge­schickt und wur­de fast umge­hend zu einem Bewer­bungs­ge­spräch ein­ge­la­den. Da hat sich dann her­aus­ge­stellt, dass man nicht nur Deutsch, son­dern auch Öster­rei­chisch von mir erwar­tet, damit ich für bei­de Märk­te ein­ge­setzt wer­den kann. Da ich den Job sehr ger­ne haben woll­te und es eh nie­mand kon­trol­lie­ren kann, ob ich Hoch­deutsch oder mit öster­rei­chi­schem Dia­lekt spre­che, habe ich denen ein­fach ver­si­chert, dass ich auch Öster­rei­chisch spre­chen kann, da ich doch mal als Ski­leh­rer gear­bei­tet habe. Das mit dem Ski­leh­rer war kei­ne Lüge, das Öster­rei­chisch schon.

Die Stel­le habe ich letzt­end­lich bekom­men und mei­ne wun­der­ba­ren 3 Jah­re bei Trend­him haben in der Mit­te mei­nes zwei­ten Semes­ters begon­nen. Mit der Zeit wur­de das Team deut­lich umge­krem­pelt und ich habe immer mehr Her­aus­for­de­run­gen und Ver­ant­wor­tung bekom­men. Selbst eine halb­jäh­ri­ge Pau­se wegen mei­nes Prak­ti­kums waren kein Pro­blem und ich konn­te anschlie­ßend wie­der bei Trend­him wei­ter­ma­chen, als wäre ich nie weg gewe­sen.

SU – Das beste was Studenten jemals passiert ist

Mit dem ers­ten Job kam auch end­lich die finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit. Laut dem däni­schen Gesetz steht jedem Stu­den­ten in Däne­mark, der min­des­tens 43 Stun­den im Monat arbei­tet, die Stu­den­ten­för­de­rung „SU“ zu – 800 Euro monat­li­che För­de­rung vom däni­schen Staat. Die­ses Geld muss nicht zurück­ge­zahlt wer­den und mit dem Min­dest­lohn von 16 Euro lässt es sich dort als Stu­dent her­vor­ra­gend leben. Von nun an konn­te ich end­lich ein wenig rum­rei­sen, zu Ver­an­stal­tun­gen und Kon­zer­ten gehen, und gene­rell ein wenig aus­schwei­fen­der leben. Ich bin mit Freun­den zu Fuß­ball­spie­len mei­ner Stadt gegan­gen, habe Kurz­rei­sen in ande­re däni­sche Städ­te unter­nom­men und eini­ge Rei­sen für den Som­mer gebucht.

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