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England — Konnte ich mein Englisch in 11 Tagen verbessern?

Von Sarah B.

Eine Rei­se nach Eng­land und das Ziel: flie­ßen­der Eng­lisch spre­chen. Denn ich habe bis dahin kaum Eng­lisch gespro­chen. Nur manch­mal im Schul­un­ter­richt, aber auch dort nicht wirk­lich viel. Außer­dem woll­te ich so viel wie mög­lich von der bri­ti­schen Kul­tur und der Lebens­wei­se der Men­schen mit­neh­men. Und das alles in nur 11 Tagen!

Die Reise

Da ich schon immer mal nach Eng­land woll­te, war die Klas­sen­fahrt im März 2019 eine pri­ma Chan­ce, die ich auch genutzt habe. Denn wir – mei­ne Klas­sen­stu­fe und ich – haben für elf Tage eine Klas­sen­fahrt nach Eng­land gemacht. 

Nach­dem alles gepackt und vor­be­rei­tet war, konn­te es auch schon los gehen. Wir haben uns alle an unse­rer Schu­le getrof­fen und sind dann, in Bus­sen ver­teilt, los­ge­fah­ren. Wir waren sehr auf­ge­regt, wie es wohl wer­den würde.

Nach über 12 Stun­den Fahrt wur­den wir in Christ­church von unse­ren Gast­fa­mi­li­en abge­holt. Wir wur­den in die ver­schie­dens­ten Gast­fa­mi­li­en ein­ge­wie­sen. Von Fami­li­en mit klei­nen Kin­dern über allein­ste­hen­de Gast­müt­ter und ‑väter bis hin zu älte­ren Paa­ren, die teil­wei­se schon Enkel­kin­der hat­ten. Die Gast­fa­mi­li­en leb­ten in den Orten Christ­church und Bournemouth. 

Mei­ne Gast­fa­mi­lie wohn­te in Christ­church und war sehr nett. Mei­ne Gast­mut­ter kam mit dem Auto, um mich und die ande­ren — die auch in mei­ner Gast­fa­mi­lie leb­ten — abzu­ho­len. Als ich dann in ihr Auto ein­stei­gen woll­te ist mir der typi­sche Anfän­ger­feh­ler pas­siert… Ich woll­te auf der rech­ten Sei­te ein­stei­gen, aber da in Eng­land Rechts­ver­kehr herrscht, hat­te ich so direkt das Lenk­rad vor der Nase. Peinlich! 

Ich hat­te im Vor­hin­ein ein paar Ängs­te, zum Bei­spiel ob ich eng­li­sche Wör­ter falsch aus­spre­chen und man mich des­halb nicht ver­ste­hen wür­de oder dass ich die Gast­fa­mi­lie nicht sym­pa­thisch fän­de. Und auch ob ich mir nicht zu viel vor­ge­nom­men habe, in elf Tagen flie­ßen­der Eng­lisch zu spre­chen. Aber die­se Beden­ken stell­ten sich als unbe­grün­det her­aus. Mir wur­de zum Bei­spiel mehr­mals mit der eng­li­schen Höf­lich­keit gesagt, dass ich rela­tiv gutes Eng­lisch sprä­che. Auch dass ich mir Sor­gen mach­te, ob die Gast­fa­mi­lie nett sei, stell­te sich als unbe­grün­det her­aus. Die Fami­lie war näm­lich sogar sehr nett.

Nach­dem die ers­te Nacht vor­über war, ging es auch schon wei­ter. Wir hat­ten jeden Vor­mit­tag Unter­richt, der sehr inter­es­sant war. Es war gut mög­lich unse­rer Tuto­rin zu fol­gen, da sie alles sehr ver­ständ­lich und gut erklärte. 

Nach­mit­tags gab es immer Aus­flü­ge. Wir haben zum Bei­spiel nach Stone­henge, Salis­bu­ry, Lon­don und Win­ches­ter besucht. Zeit zum Shop­pen gab es natür­lich auch 😉 

Stone­henge ist ein Besuch wert!

War es schwer Englisch zu sprechen und zu verstehen?

Nein, eigent­lich war das leich­ter als gedacht. Ich muss­te mich nur erst dar­an gewöh­nen, ohne eine erwach­se­ne Begleit­per­son bei einer Gast­fa­mi­lie zu sein, die in einem ande­ren Land wohn­te. Aber nach­dem das ers­te Eis gebro­chen war und ich anfing mich mit der eng­li­schen Spra­che siche­rer zu füh­len, war es dann auch nicht mehr so schwer. Ich trau­te mich mehr und mehr Eng­lisch zu sprechen. 

Ich trau­te mich sogar einen Mann bei der Secu­ri­ty anzu­spre­chen! Wie es dazu kam: Ich hat­te nur alte Pfund­schei­ne dabei und konn­te somit kein Geld aus­ge­ben. Des­halb woll­te ich wis­sen, wo die nächs­te Bank sei, aber es war Sonn­tag und alle Ban­ken waren geschlos­sen. Pech gehabt, aber mei­ne Angst einen völ­lig Frem­den anzu­spre­chen hat­te ich damit überwunden. 

Das Eng­lisch der Eng­län­der habe ich ins­ge­samt ziem­lich gut ver­stan­den. Ich hat­te näm­lich die Befürch­tung, dass ich die Brit­ten mit ihrem Akzent nicht so gut ver­ste­hen wür­de. Aber einen star­ken Akzent habe ich eigent­lich fast nie gehört. Alle, mit denen ich gespro­chen habe, haben sich auch gro­ße Mühe gege­ben, sich für mich ver­ständ­lich auszudrücken.

Haben Ausflüge geholfen die englische Sprache noch besser zu sprechen?

Aus­flü­ge haben vor allem dabei gehol­fen noch mehr Voka­beln ken­nen­zu­ler­nen. In der Nähe von Stone­henge gibt es zum Bei­spiel ein klei­nes Muse­um, das Stone­henge Visi­tor Cen­ter. Dort lie­gen alte Fund­stü­cke, die dort auf Eng­lisch erklärt wer­den. So lernt man auch aus­ge­fal­le­ne Wör­ter aus dem Kon­text her­aus. Außer­dem schnappt man hier und da neue Voka­beln auf, wäh­rend man zum Bei­spiel an Geschäf­ten oder Ähn­li­chem vor­bei läuft, die man wie­der aus dem Kon­text her­aus erschlie­ßen und sich mer­ken kann. 

Kann man in 11 Tagen sein Englisch verbessern?

Jain. Ich habe in den 11 Tagen sehr vie­le neue Voka­beln ken­neng­lernt und auch viel über die Geschich­ten der ein­zel­nen Sehens­wür­dig­kei­ten gelernt. Außer­dem hat es mir sehr viel Spaß gemacht auch mal “in echt” Eng­lisch zu spre­chen, auch wenn ich mich teil­wei­se nicht per­fekt aus­drü­cken konn­te. Mein Hör­ver­ständ­nis hat sich durch die Rei­se nicht wirk­lich ver­bes­sert, weil ich davor schon regel­mä­ßig eng­li­sche You­tube-Vide­os geschaut habe und daher schon recht fit dabei war. 

Gene­rell wür­de ich so eine Rei­se sehr ger­ne wie­der machen. Aber die­ses Mal wür­de ich mehr Zeit ein­pla­nen. Min­des­tens zwei Wochen, um noch mehr zu lernen. 

Ich wür­de emp­feh­len, wenn ihr eine Sprach­rei­se macht, dann soll­tet ihr auf jeden Fall ein paar Kennt­nis­se über die Spra­che und die Gram­ma­tik haben. In man­chen Län­dern am bes­ten auch noch ein biss­chen Wis­sen über Land und Leu­te. Vor allem ist bei einer sol­chen Rei­se wich­tig: sich trau­en die Spra­che zu spre­chen, auch mal einen Small­talk anfan­gen und sich nicht ärgern, wenn doch mal ein Feh­ler pas­siert. Wenn du ein Wort nicht weißt, ver­such ein­fach es zu umschrei­ben. Dafür wird nie­mand dich aus­la­chen und nur so kannst du etwas dazu lernen. 

Bil­der von Unsplash.com

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