Elena in Rumänien
Kommentare 4

Grüne Karten

Eines der schönsten Erlebnisse die ich bisher in Rumänien machen konnte

Hier bin ich wie­der! Seit mei­nem letz­ten Bei­trag ist eini­ge Zeit ver­gan­gen, die letz­ten Wochen waren etwas grau, es hat fast durch­gän­gig gereg­net und ich war, um ehr­lich zu sein, auch nicht gera­de bes­ter Lau­ne. Ich weiß noch, dass mir vor mei­ner Aus­rei­se gesagt wur­de, dass es typisch ist, in der Mit­te sei­nes Frei­wil­li­gen­diens­tes einen klei­nen Hän­ger zu haben. Ich habe mir damals gedacht: „Bei mir wird es anders sein!“ — aber nein:) Das ist jedoch voll­kom­men okay! Der Som­mer kommt jetzt end­lich, mei­ne Ener­gie ist nach ein paar moti­va­ti­ons­lo­sen Wochen noch­mal in die Höhe geschos­sen und es geht rich­tig berg­auf! Vor allem was unse­re Arbeit bei Lumea lui Pinoc­chio angeht und davon will ich euch hier erzählen.

Ich habe es immer geliebt, mit Kin­dern zusam­men zu sein und es ist mir auch immer recht leicht­ge­fal­len. Viel­leicht weil ich ein ziem­li­ches Ener­gie­bün­del bin und mich über jeden Vor­wand freue, aktiv zu sein. Als ich hier ange­kom­men bin, bin ich aber zum ers­ten Mal an mei­ne Gren­zen gekom­men. In einem ande­ren Bei­trag hat­te ich ja schon geschrie­ben, dass die meis­ten Kin­der aus kom­pli­zier­ten Ver­hält­nis­sen kom­men und zu Hau­se wenig bis kei­ne Struk­tur haben. Oft sind vie­le Kin­der in einem Haus­halt, vie­le hören dann häu­fig schon mit 12 oder 13 Jah­ren auf zur Schu­le zu gehen und grün­den dann ein paar Jah­re spä­ter schon ihre eige­ne Fami­lie. Das ist aber nur ein Bruch­teil der Ursa­chen, vie­les liegt auch ein­fach weit außer­halb mei­ner Vorstellungskraft.

Natür­lich ist es bis zu einem bestimm­ten Punkt nor­mal, dass sich Kin­der nicht immer an Regeln hal­ten. Irgend­wo ist das auch gut so, denn so pro­bie­ren sie sich aus und ler­nen dar­aus. Unse­re Pro­ble­me bestan­den aber oft aus roher Gewalt, wes­we­gen wir uns in unse­rem Team aus Frei­wil­li­gen einig waren, dass es so nicht wei­ter­ge­hen kann und begon­nen haben, nach län­ger­fris­ti­gen Lösun­gen zu suchen. Unse­re Auf­ga­be und somit auch unser Sinn hier ist es, den Kin­dern, die zu uns kom­men, etwas mit­zu­ge­ben und sie in ver­schie­de­ner Wei­se für den All­tag zu stär­ken. Und da ist es vor allem wich­tig, dass sie gegen­sei­ti­gen Respekt lernen.

Nach ziem­lich lan­gem hin und her, haben wir in den letz­ten vier Wochen mit einem Sys­tem ange­fan­gen, das die Kin­der für gutes Ver­hal­ten belohnt und gleich­zei­tig auch Kon­se­quen­zen für das Bre­chen der Regeln vor­sieht. Das klingt erst­mal sim­pel, aber der schwie­ri­ge Part lag dar­in, sinn­vol­le Beloh­nun­gen und Bestra­fun­gen zu fin­den. Es geht schließ­lich nicht nur um die Bestra­fung an sich, son­dern dass die Kin­der ver­ste­hen, war­um sie bestimm­te Sachen nicht machen kön­nen. Hier ver­su­chen wir den Ver­stö­ßen ent­spre­chen­de Kon­se­quen­zen zu geben. Außer­dem bemü­hen wir uns in Ruhe mit ihnen zu spre­chen. Das ist natür­lich der Spra­che wegen manch­mal etwas holp­rig, aber wir blei­ben dran!

Wenn wir fin­den, dass sich jemand über den Tag wirk­lich Mühe gege­ben hat, bekommt er oder sie eine so genann­te Green Card, also ein­fach eine klei­ne grü­ne Papier­kar­te. Bei den Beloh­nun­gen war es uns sehr wich­tig, nichts Mate­ri­el­les zu geben, son­dern mehr den Fokus auf die posi­ti­ve Auf­merk­sam­keit und die damit ver­bun­de­nen Aner­ken­nung von uns allen zu legen. Des­halb haben wir mit einem klei­nen Ritu­al ange­fan­gen, bei wel­chem wir uns alle in einem Kreis ver­sam­meln und die Kin­der loben, die den Tag über ver­sucht haben, sich ein­zu­brin­gen. Anschlie­ßend gibt es noch eine Grup­pen­um­ar­mung😊 Und es funk­tio­niert! Anfangs war ich sehr skep­tisch, ob die Kin­der für Papier­kar­ten ihr Ver­hal­ten ändern könn­ten, aber es ist wirk­lich unglaub­lich: Teil­wei­se haben Kin­der klei­ne Freu­den­tän­ze auf­ge­führt, weil sie eine Green Card bekom­men haben und das war wirk­lich unglaublich.

Natür­lich liegt noch ein lan­ger Weg vor uns, wir haben wei­ter­hin noch täg­lich mit Pro­ble­men zu tun, aber es ist ein ers­ter gro­ßer Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung – und die­se Ent­wick­lung ist eine der schöns­ten Erleb­nis­se, die ich bis­her hier in Rumä­ni­en machen konnte.

4 Kommentare

  1. Sr.Birgit Bohn sagt

    Lie­be Ele­na, dan­ke für die beein­dru­cken­den Erfah­run­gen, die Du mit uns teilst. Die Sank­tio­nen emp­fin­de ich als sehr über­zeu­gend und vor allem ste­hen sie dem Trend ent­ge­gen, alles muss „bezahlt „ werden.
    Ich wün­sche Dir wei­ter­hin wert­vol­le Erfah­run­gen, Gesund­heit und Freude.
    Herz­li­che Grü­ße nach Rumänien
    fro­he Begegnungen
    Birgit

  2. xoxo sagt

    ihr seid die all­er­geils­ten peace out yolo xoxo gos­sip girl :)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))<33333333333333333333

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.