Autor: sprung-ins-ausland

Unsere Reise nach Rumänien

Kli­schees über Rumä­ni­en gibt es ja genü­gend: Vam­pi­re, „Zigeu­ner“, Armut und Dieb­stahl. Doch wir woll­ten uns ein eige­nes Bild von Rumä­ni­en machen und sind über Ostern in die Nähe von Sibiu (auf Deutsch „Her­mann­stadt“) gereist. Unse­re Koor­di­na­to­ren hat­ten zwar ein mul­mi­ges Gefühl, aber da wir sie vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt haben, konn­ten sie es uns ja nicht mehr ver­bie­ten. Und wir wur­den trotz der gan­zen Vor­ur­tei­le posi­tiv über­rascht von der Freund­lich­keit der Men­schen und von der wun­der­ba­ren, noch wil­den und oft unbe­rühr­ten Land­schaft.  Zu Beginn kurz einen geschicht­li­chen Ein­schub: Ab etwa dem Jahr 1147 haben sich deut­sche Sied­ler in der Gegend Sie­ben­bür­gen nie­der­ge­las­sen und unter ande­rem die Stadt Her­mann­stadt erbaut. Her­mann­stadt wur­de zur einer der wich­tigs­ten Städ­te – nicht nur wegen sei­ner zen­tra­len Han­dels­la­ge, son­dern auch, weil die Stadt eine sehr gute Befes­ti­gung hat­te. Trotz mas­si­ver Aus­wan­de­rung der Deut­schen leben bis heu­te immer noch etwa 2000 deut­sche Ein­woh­ner in der Stadt. Des­halb wird in vie­len Schu­len Deutsch unter­rich­tet und man kann auch ein Abitur in Deutsch machen, das in Deutsch­land aner­kannt wird. So das war der klei­ne Ein­schub, denn jetzt könnt ihr …

Hüpfen und Hasen — Die ersten Ferienwochen

Wie schnell die Zeit vergeht…Im Moment wird mir das wirk­lich bewusst. In nicht weni­ger als drei Mona­ten wer­de ich die Phil­ip­pi­nen schon wie­der ver­las­sen und in mein “altes” Leben nach Deutsch­land zurück keh­ren, für das ich im Moment schon eini­ge Vor­keh­run­gen tref­fen muss. Doch wäh­rend ich mich schon an der Uni ein­schrei­be und mir für die ver­blei­ben­den zwei Mona­te in Hohen­lo­he einen Feri­en­job suche, betreue ich auch noch die phil­ip­pi­ni­schen Kin­der wäh­rend ihrer Feri­en. Eine Auf­ga­be, die unglaub­lich viel Spaß macht! Mei­ne letz­ten Som­mer­fe­ri­en sind zwar jetzt schon eini­ge Zeit her, durch mei­nen Auf­ent­halt auf den Phil­ip­pi­nen darf ich die­se Wochen, die häu­fig als unbe­schwert und sor­gen­los wahr­ge­nom­men wird, noch­mal erle­ben. Anstatt selbst Schü­ler zu sein für den die Som­mer­fe­ri­en ledig­lich einen als viel zu kurz emp­fun­de­nen Abschnitt zwi­schen den sich end­los anein­an­der zu rei­hen schei­nen­den Schul­jah­ren bezeich­net, bege­be ich mich in den kom­men­den zwei Mona­ten in gewis­ser Wei­se die Rol­le eines Ani­ma­teu­ers für eben jene frei­zeit­ver­wöhn­te Kin­der. Da die Auf­ga­ben in der Schu­le und bezüg­lich des Schul­pa­ten­schafts­pro­gramm über den Som­mer näm­lich weg­fal­len, stel­len wir wäh­rend …

On the road — Das Tricycle

Kannst du Motor­rad fah­ren?” Mei­ne ers­te Woche in Good She­pherd, mein ers­ter Gang aufs Immi­gra­ti­on Office, mein Bür­ge und Fra­gen­stel­ler ist der Pfar­rer, der mich beglei­ten soll. Ich schaue ihn an, als hät­te er mich gefragt, ob ich flie­gen kann. “Hm, naja, ich ähm, ich habe einen Auto-Füh­­rer­­schein”, erklä­re ich ihm zöger­lich. Mit der Aus­sa­ge, ich kön­ne Auto fah­ren, hät­te ich mich wohl etwas weit aus dem Fens­ter gelehnt. Jetzt schaut er mich an, als hät­te ich ihn gera­de über mei­ne Flug­fä­hig­kei­ten unter­rich­tet. Ich kann nicht genau sagen, was ihm suspek­ter ist. Der Füh­rer­schein, der auf den Phil­ip­pi­nen mehr ein Schat­ten­da­sein führt, oder das Auto, wel­ches hier ein Zei­chen gro­ßen Reich­tums dar­stellt und nur von äußerst weni­gen beses­sen wird. Er zuckt mit den Schul­tern, als kön­ne er sich selbst nicht so ganz ent­schei­den, wel­chen Teil mei­ner Ant­wort er selt­sa­mer fin­det und ver­kün­det:” Egal, wir neh­men das Tri­cy­cle.” Tri­cy­cle, das ist der phil­ip­pi­ni­sche Auto-Ersatz. Ein Motor­rad, an das, meist von den Män­nern der Fami­lie, ein Bei­wa­gen gezim­mert wird, so dass das Motor­rad letz­ten Endes neun Per­so­nen …