Autor: sprung-ins-ausland

Aller Anfang ist schwer

Das ers­te Semes­ter war defi­ni­tiv nicht ein­fach. Auch wenn wir viel Spaß hat­ten, ich vie­le Freun­de gefun­den habe und alles noch sehr auf­re­gend war, gab es meh­re­re Unan­nehm­lich­kei­ten und eini­ge Hür­den zu neh­men. Einer­seits war dort die sprach­li­che Hür­de, vor der ich von Anfang an ein wenig Respekt hat­te. Auch wenn ich durch mei­ne Zeit in den USA einen gro­ßen Wort­schatz auf­ge­baut habe und ans Eng­li­sche gewöhnt war, ist es doch noch­mal was ganz ande­res, kom­pli­zier­te Mathe­ma­ti­sche und Phy­si­ka­li­sche Theo­ri­en auf Eng­li­scher Spra­che wirk­lich zu ver­ste­hen. Die­se Angst hat sich auch am Anfang des ers­ten Semes­ters gleich bewahr­hei­tet. Zum Bau­in­ge­nieur­we­sen gehö­ren auch Sta­ti­sche Berech­nun­gen von Stahl- und Beton­kon­struk­tio­nen, mit wel­chen ich vor Däne­mark noch nie in Kon­takt gekom­men bin. Wäh­rend ande­re in mei­nen Kur­sen bereits einen Abschluss in einem ähn­li­chen Gebiet in der Tasche hat­ten oder ein Gym­na­si­um zur Vor­be­rei­tung auf Inge­nieurs­stu­di­en­gän­ge besucht haben, stand ich mit mei­nem Wis­sen ganz am Anfang und habe nur die Hälf­te der Vor­le­sun­gen ver­stan­den. Glück­li­cher­wei­se hat man in Däne­mark eine rela­tiv enge „Bezie­hung“ zu den Pro­fes­so­ren (ver­gleich­bar mit dem …

Einführungswoche – 5 Tage Programm

Die ers­te Woche in mei­ner neu­en Hei­mat war sehr inten­siv. Wäh­rend der Ein­füh­rungs­wo­che haben die Pro­fes­so­ren schon in der Mit­tags­pau­se däni­sches Bier ser­viert und abends ging es mit aller­lei Ver­an­stal­tun­gen wei­ter. Ein Geburts­tag, Woh­nungs­ein­wei­hun­gen, Grill­fes­te, Stu­den­ten­bar­eröff­nung und ein tra­di­tio­nel­les zwei­tä­gi­ges Mit­tel­alt­er­fes­ti­val im Her­zen der Stadt, haben kaum Platz zum Schla­fen und Kof­fer­aus­pa­cken gelas­sen. Däni­sche Direkt­heit und Was­ser­tür­me Ein Merk­mal der Dänen, das sich durch mei­ne kom­plet­te Aus­­­land­s­s­tu­­di­ums-Erfah­­rung zieht, ist der infor­mel­le Umgang der Dänen mit ande­ren Leu­ten. Egal ob es dein Pro­fes­sor, der Direk­tor der Uni­ver­si­tät, dein direk­ter Vor­ge­setz­ter oder der CEO eines Bil­­lio­­nen-Euro-Kon­­zerns ist, man spricht sich mit dem Vor­na­men an, als ob man sich schon seit Jah­ren kennt. Von der deut­schen „Steif­heit“ beim Umgang mit Frem­den oder Höher­ran­gi­gen ist hier nichts zu fin­den, obwohl Hor­sens gera­de mal 150 Kilo­me­ter hin­ter der Gren­ze liegt. Vom ers­ten Tag an habe ich mei­ne Pro­fes­so­rin mit Dor­te ange­spro­chen und bis zum 3. Semes­ter kann­te ich Ihren Nach­na­men nicht mal. In der Ein­füh­rungs­wo­che waren unse­re zwei Pro­fes­so­ren auch eher wie Freun­de oder Men­to­ren zu uns Erst­se­mes­tern. Neben ver­schie­dens­ten …

Blogger-Steckbrief: Bendix

Name: Ben­dixAlter: 23Her­kunfts­ort: Ham­burg Wo machst du dei­nen Aus­lands­auf­ent­halt? In der Klein­stadt Hor­sens in Däne­mark. Das 55.000 See­len Städt­chen liegt an der Ost­küs­te, direkt am Hor­sens Fjord.Was machst du da? Ich habe in Hor­sens ein 3,5‑jähriges Voll­zeit Civil Engi­nee­ring Bache­lor­stu­di­um ange­fan­gen und abge­schlos­sen.Von wann bis wann? Von August 2016 bis Janu­ar 2020 Wie­so hast du dich für die­sen Aus­lands­auf­ent­halt ent­schie­den? Ich hat­te schon immer den Drang in ande­ren Län­dern zu leben. Nach einem High School Aus­tausch in den USA, einem hal­ben Jahr in Öster­reich und meh­re­ren Mona­ten auf Rei­sen war für mich klar: Das reicht mir noch nicht. Ich will auch mein Stu­di­um im Aus­land machen.  Wie finan­zierst du dei­nen Aus­lands­auf­ent­halt? In Däne­mark kommt man als Stu­dent finan­zi­ell sehr gut auch unab­hän­gig von den Eltern über die Run­den. Das däni­sche Äqui­va­lent zu Bafög unter­stützt jeden Stu­den­ten einer däni­schen Uni aus der EU mit 800 Euro monat­lich. Der Min­dest­lohn liegt bei ca. 16 Euro, wenn man dann noch job­ben geht. Und mit wei­te­rer Unter­stüt­zung zum Bei­spiel durch Wohn­geld und Kin­der­geld, kann man als Stu­dent gut leben und …

Abschied nehmen

Nun ist es wirk­lich nicht mehr lan­ge bis mei­ne Eltern kom­men und ich wie­der nach Deutsch­land zurück­keh­ren wer­de. Nun heißt es Abschied neh­men, letz­te Unter­neh­mun­gen machen und mich men­tal dar­auf vor­be­rei­ten, zu gehen. Aus­lands­blog­ge­rin Ron­ja hat in einem ihrer Blog­ar­ti­kel geschrie­ben: “Es ist ein Abschied auf Raten, immer stück­chen­wei­se, mund­ge­rech­te Por­tio­nen.”. Dem kann ich nur zustim­men. Ich den­ke oft “heu­te war das letz­te Mal Slo­wa­kisch-Unter­­richt“ oder das ich nicht mehr oft über die­se oder jene Brü­cke gehen wer­den … Die 11 Mona­te kamen mir so lang und doch irgend­wie kurz vor. Ich habe so viel erlebt, neue Men­schen ken­nen­ge­lernt und ein­zig­ar­ti­ge Freund­schaf­ten geschlos­sen. Das alles hin­ter mir zu las­sen, fällt mir schwer. In der Zeit habe ich sechs neue Län­der bereist (Slo­wa­kei, Öster­reich, Polen, Tsche­chi­en, Ungarn und Rumä­ni­en). Das hät­te ich nicht für mög­lich gehal­ten und füh­le mich des­halb unglaub­lich pri­vi­le­giert. Doch ich nut­ze die letz­ten Tage und tref­fe mich mit vie­len Freun­den noch­mal per­sön­lich und genie­ße ein­fach die Zeit im hier und jetzt. Am mei­nem letz­tem Abend habe ich vie­le, lie­be Men­schen zu mei­ner …

Kambodscha – Von Angkor Wat zur Roten Khmer

Früh mor­gens wabert noch der Nebel über die fast men­schen­lee­ren Stra­ßen Siem Reaps. Ohne gro­ße Mühe tre­te ich in die Peda­le des Fahr­rads, das ich mir gemie­tet habe. Die unglaub­li­che Hit­ze, die sich die letz­ten Tage in dem Land, das auch als König­reich des Stau­nens bezeich­net wird, bemerk­bar gemacht hat, hat noch nicht zuge­schla­gen. Der Fahrt­wind weht mir ange­nehm ins leicht gerö­te­te Gesicht, um mich her­um öff­nen die ers­ten Stra­ßen­stän­de an denen man Obst, Gemü­se oder die tra­di­tio­nel­le Fisch­sup­pe „Amok“ zum Früh­stück erste­hen kann, hin und wie­der bahnt sich ein lee­res Tuk­Tuk sei­nen Weg durch die von der Nacht noch müden Gas­sen. So ruhig wie gera­de eben habe ich Kam­bo­dscha noch nicht erlebt. Fast schon fried­lich muten die sonst so über­füll­ten und lau­ten Stra­ßen an, doch in mir krib­belt die Auf­re­gung. Ich bin am Ziel mei­ner Rei­se. Schon in eini­gen Tagen wer­de ich zurück nach Iloi­lo flie­gen und von dort aus nur kur­ze Zeit spä­ter nach einem kom­plet­ten Jahr vol­ler unver­gess­li­cher Erleb­nis­se die Heim­rei­se nach Deutsch­land antre­ten. Doch gera­de eben zählt nur Eines. Einer der …

Good to know about Slovakia — Part 2

Wenn du bis jetzt noch nicht so viel über die Slo­wa­kei weißt, dann wirst du nach die­sem Text etwas schlau­er sein. Falls du den Part 1 noch nicht gele­sen hast, kannst du das natür­lich noch nach­ho­len. Öff­nungs­zei­ten Da mein Wochen­en­de mon­tags und diens­tags ist, woll­te ich schon öfters eine Unter­neh­mung machen, wur­de aber durch einen simp­len Grund gehin­dert: Vie­le Muse­en oder Aus­flugs­zie­le haben mon­tags geschlos­sen. War manch­mal durch­aus ärger­lich, aber einen Tag in der Woche ist durch­aus akzep­tiert. Aus­flugs­zie­le Wuss­test du, dass die Slo­wa­kei über 200 Bur­gen und Schlös­ser hat? Für ein Land, dass so groß ist wie Bay­ern und Baden-Wür­t­­te­m­berg sind das ziem­lich vie­le! Dem­entspre­chend könn­te ich theo­re­tisch jedes Wochen­en­de eine ande­re Burg besu­chen. Das habe ich zwar nicht gemacht, son­dern “nur” sie­ben, die aber alle­samt ziem­lich impo­sant waren. Bäcke­rei Wenn du in klei­ne­ren Städ­ten nach einer typisch Deut­schen Bäcke­rei suchst, wirst du nur schwer eine fin­den. Zumin­dest ging es mir so. Die meis­ten Slo­wa­ken kau­fen ihr Brot in den Super­märk­ten. Immer­hin gibt es genug Brot­aus­wahl, die auch sehr erschwing­lich ist. Außer­dem gibt es …

Welcome to Cambodia: Phnom Penh

Mein Jahr auf den Phil­ip­pi­nen ist zu Ende, mitt­ler­wei­le kann ich das wirk­lich sagen, ledig­lich zwei Wochen sind noch vom bis­lang größ­ten Aben­teu­er mei­nes Lebens übrig. Und damit sich die letz­ten Tage wirk­lich noch ein­mal nach Aben­teu­er und nicht nur wie „War­ten auf den Heim­flug“ anfüh­len, habe ich mich auf­ge­macht in ein Land, das mich schon lan­ge fas­zi­niert: Kam­bo­dscha. Schon vor Jah­ren hat mei­ne Schwes­ter, die desi­gnier­te Rei­se­ex­per­tin unse­rer Fami­lie, bei der Wunschrei­se­ak­ti­on der VR-Bank mei­nen Namen für die­ses Land in den Topf gewor­fen und auch wenn es damals nichts gewor­den ist, hat mei­ne Fas­zi­na­ti­on für das süd­ost­asia­ti­sche König­reich nicht abge­nom­men.  Das Land ist für einen Geschichts­freak wie mich wirk­lich ein Traum­rei­se­ziel, die Spu­ren der Zeit von den impo­san­ten Tem­peln aus alter Ver­gan­gen­heit, über Zeug­nis­se der fran­zö­si­schen Kolo­ni­al­herr­schaft, wei­ter zu den schreck­haf­ten Stät­ten, die das Khmer Rouge Regime in der letz­ten Hälf­te des zwan­zigs­ten Jahr­hun­dert hin­ter­las­sen haben, bis hin zu moder­nen Wol­ken­krat­zern, die von der auf­stre­ben­den Posi­ti­on Kam­bo­dschas zeu­gen, über­sä­en das gan­ze Land und nir­gend­wo sonst zeigt sich das mehr als in Phnom Penh, der …