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Grüne Karten

Eines der schöns­ten Erleb­nis­se die ich bis­her in Rumä­ni­en machen konn­te Hier bin ich wie­der! Seit mei­nem letz­ten Bei­trag ist eini­ge Zeit ver­gan­gen, die letz­ten Wochen waren etwas grau, es hat fast durch­gän­gig gereg­net und ich war, um ehr­lich zu sein, auch nicht gera­de bes­ter Lau­ne. Ich weiß noch, dass mir vor mei­ner Aus­rei­se gesagt wur­de, dass es typisch ist, in der Mit­te sei­nes Frei­wil­li­gen­diens­tes einen klei­nen Hän­ger zu haben. Ich habe mir damals gedacht: „Bei mir wird es anders sein!“ — aber nein:) Das ist jedoch voll­kom­men okay! Der Som­mer kommt jetzt end­lich, mei­ne Ener­gie ist nach ein paar moti­va­ti­ons­lo­sen Wochen noch­mal in die Höhe geschos­sen und es geht rich­tig berg­auf! Vor allem was unse­re Arbeit bei Lumea lui Pinoc­chio angeht und davon will ich euch hier erzählen.

Zeit ist etwas Seltsames

Hier bin ich wie­der! Wenn ich dar­an den­ke, dass ich jetzt schon fast an der Hälf­te mei­nes Frei­wil­li­gen­diens­tes ange­kom­men bin, bestä­tigt sich mei­ne The­se von vor­her nur — Zeit ist etwas Selt­sa­mes.  Ein Teil von mir freut sich, wie­viel ich von mei­nem Weg schon geschafft habe, auch weil ich gro­ßen Respekt vor die­sem Schritt hat­te und immer noch habe. Auf der ande­ren Sei­te graut mir vor dem Gedan­ken, wie­viel Zeit jetzt schon ver­gan­gen ist, und dass mir außer der Erin­ne­rung nichts mehr davon bleibt.

Der beste Sprachkurs: Lernen mit Kindern

Heu­te will ich euch mehr von mei­ner Tätig­keit hier beschrei­ben. Erst­mal zum Kon­zept: Das Zen­trum Lumea lui Pinoc­chio ist ein Tages­zen­trum für Kin­der und Jugend­li­che, über­wie­gend aus Roma und Sin­ti Fami­li­en. Die Kin­der kom­men nach der Schu­le zu uns und wir essen zusam­men und machen Haus­auf­ga­ben. Danach machen wir oft etwas Krea­ti­ves oder Bewe­gungs­spie­le drau­ßen und auch eine Schnit­zel­jagd durch Pan­ciu haben wir schon gemacht.

63 Tage im Ausland

Jetzt bin ich tat­säch­lich schon seit zwei Mona­ten in Pan­ciu! Auch wenn das ein­fach ein Fakt ist, fühlt es sich super komisch an, es laut aus­zu­spre­chen. Einer­seits ist in den letz­ten Wochen so viel pas­siert ‑von einem Aus­flug in die Ber­ge, über die täg­li­che Arbeit mit den Kin­dern bis zu mei­nem ers­ten Weih­nach­ten im Aus­­­land- dass es mir viel län­ger vor­kommt. Ande­rer­seits kann ich nicht glau­ben, wie schon zwei gan­ze Mona­te ver­ge­hen konn­ten, die ich jetzt weg von mei­ner Stadt und den Men­schen, die mich mein gan­zes Leben beglei­tet haben, bin. Es stimmt also — Zeit ver­geht — komisch.

Ausland und erstmal Quarantäne

Von Ele­na Ganz habe ich es zwar noch nicht rea­li­siert, aber ich bin jetzt tat­säch­lich in Rumä­ni­en ange­kom­men! Auch wenn ich nach wie vor sehr glück­lich bin, hier sein zu kön­nen, fühlt es sich noch nicht wirk­lich so an, weil ich seit mei­ner Ankunft in Qua­ran­tä­ne bin und daher von Rumä­ni­en noch nicht mehr als mein eige­nes Zim­mer gese­hen habe. Das ist natür­lich nicht beson­ders schlimm, aber ich hat­te mir mei­ne ers­ten Tage in einem neu­en Land schon deut­lich akti­ver vor­ge­stellt. Da ich aber bestimmt nicht die Ein­zi­ge bin, die durch die­se ‑ein biss­chen ner­vi­ge Zeit- gehen muss, bevor es dann rich­tig los­geht, habe ich mir über­legt, hier ein paar Ideen zu sam­meln, um die Zeit irgend­wo doch sinn­voll zu nut­zen und nicht ganz in schlech­ter Lau­ne zu versinken!

Los geht’s nach Rumänien — Trotz Corona!

Von Ele­na Ich kann es noch gar nicht rich­tig fas­sen, dass ich das schrei­be, aber es ist so: In ein paar Tagen geht es los — ich wer­de für neun Mona­te in eine klei­ne Stadt in dem Osten Rumä­ni­ens rei­sen, um dort ein Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr zu absol­vie­ren. Dort wer­de ich in einer Kin­der­ta­ges­stät­te sein, denn die Arbeit mit Kin­dern hat mir schon immer Spaß gemacht. Und jetzt wer­de ich das tat­säch­lich in einem ande­ren Land täg­lich machen kön­nen, zusam­men mit Men­schen aus der gan­zen Welt.

Abschied nehmen

Nun ist es wirk­lich nicht mehr lan­ge bis mei­ne Eltern kom­men und ich wie­der nach Deutsch­land zurück­keh­ren wer­de. Nun heißt es Abschied neh­men, letz­te Unter­neh­mun­gen machen und mich men­tal dar­auf vor­be­rei­ten, zu gehen.  Aus­lands­blog­ge­rin Ron­ja hat in einem ihrer Blog­ar­ti­kel geschrie­ben: “Es ist ein Abschied auf Raten, immer stück­chen­wei­se, mund­ge­rech­te Por­tio­nen.”. Dem kann ich nur zustim­men. Ich den­ke oft “heu­te war das letz­te Mal Slo­­wa­­kisch-Unter­­richt“ oder das ich nicht mehr oft über die­se oder jene Brü­cke gehen wer­den … Die 11 Mona­te kamen mir so lang und doch irgend­wie kurz vor. Ich habe so viel erlebt, neue Men­schen ken­nen­ge­lernt und ein­zig­ar­ti­ge Freund­schaf­ten geschlos­sen. Das alles hin­ter mir zu las­sen, fällt mir schwer.  In der Zeit habe ich sechs neue Län­der bereist (Slo­wa­kei, Öster­reich, Polen, Tsche­chi­en, Ungarn und Rumä­ni­en). Das hät­te ich nicht für mög­lich gehal­ten und füh­le mich des­halb unglaub­lich pri­vi­le­giert.  Doch ich nut­ze die letz­ten Tage und tref­fe mich mit vie­len Freun­den noch­mal per­sön­lich und genie­ße ein­fach die Zeit im hier und jetzt. Am mei­nem letz­tem Abend habe ich vie­le, lie­be Men­schen zu mei­ner Good­bye-Par­ty ein­ge­la­den.  Ich habe die Zeit in der Slowakei …

Kambodscha – Von Angkor Wat zur Roten Khmer

Früh mor­gens wabert noch der Nebel über die fast men­schen­lee­ren Stra­ßen Siem Reaps. Ohne gro­ße Mühe tre­te ich in die Peda­le des Fahr­rads, das ich mir gemie­tet habe. Die unglaub­li­che Hit­ze, die sich die letz­ten Tage in dem Land, das auch als König­reich des Stau­nens bezeich­net wird, bemerk­bar gemacht hat, hat noch nicht zuge­schla­gen. Der Fahrt­wind weht mir ange­nehm ins leicht gerö­te­te Gesicht, um mich her­um öff­nen die ers­ten Stra­ßen­stän­de an denen man Obst, Gemü­se oder die tra­di­tio­nel­le Fisch­sup­pe „Amok“ zum Früh­stück erste­hen kann, hin und wie­der bahnt sich ein lee­res Tuk­Tuk sei­nen Weg durch die von der Nacht noch müden Gas­sen. So ruhig wie gera­de eben habe ich Kam­bo­dscha noch nicht erlebt. Fast schon fried­lich muten die sonst so über­füll­ten und lau­ten Stra­ßen an, doch in mir krib­belt die Auf­re­gung. Ich bin am Ziel mei­ner Rei­se. Schon in eini­gen Tagen wer­de ich zurück nach Iloi­lo flie­gen und von dort aus nur kur­ze Zeit spä­ter nach einem kom­plet­ten Jahr vol­ler unver­gess­li­cher Erleb­nis­se die Heim­rei­se nach Deutsch­land antre­ten. Doch gera­de eben zählt nur Eines. Einer der Haupt­grün­de, wes­halb ich und vie­le ande­re nach Kam­bo­dscha gekom­men sind. Heute …

Good to know about Slovakia — Part 2

Wenn du bis jetzt noch nicht so viel über die Slo­wa­kei weißt, dann wirst du nach die­sem Text etwas schlau­er sein. Falls du den Part 1 noch nicht gele­sen hast, kannst du das natür­lich noch nach­ho­len. Öff­nungs­zei­ten Da mein Wochen­en­de mon­tags und diens­tags ist, woll­te ich schon öfters eine Unter­neh­mung machen, wur­de aber durch einen simp­len Grund gehin­dert: Vie­le Muse­en oder Aus­flugs­zie­le haben mon­tags geschlos­sen. War manch­mal durch­aus ärger­lich, aber einen Tag in der Woche ist durch­aus akzep­tiert.  Aus­flugs­zie­le Wuss­test du, dass die Slo­wa­kei über 200 Bur­gen und Schlös­ser hat? Für ein Land, dass so groß ist wie Bay­ern und Baden-Wür­t­­te­m­­berg sind das ziem­lich vie­le! Dem­entspre­chend könn­te ich theo­re­tisch jedes Wochen­en­de eine ande­re Burg besu­chen. Das habe ich zwar nicht gemacht, son­dern “nur” sie­ben, die aber alle­samt ziem­lich impo­sant waren.  Bäcke­rei Wenn du in klei­ne­ren Städ­ten nach einer typisch Deut­schen Bäcke­rei suchst, wirst du nur schwer eine fin­den. Zumin­dest ging es mir so. Die meis­ten Slo­wa­ken kau­fen ihr Brot in den Super­märk­ten. Immer­hin gibt es genug Brot­aus­wahl, die auch sehr erschwing­lich ist. Außer­dem gibt es hier die güns­tigs­ten “Bröt­chen”, die ich …