Alle Artikel in: Freiwilligendienst

Abschied nehmen

Nun ist es wirk­lich nicht mehr lan­ge bis mei­ne Eltern kom­men und ich wie­der nach Deutsch­land zurück­keh­ren wer­de. Nun heißt es Abschied neh­men, letz­te Unter­neh­mun­gen machen und mich men­tal dar­auf vor­be­rei­ten, zu gehen. Aus­lands­blog­ge­rin Ron­ja hat in einem ihrer Blog­ar­ti­kel geschrie­ben: “Es ist ein Abschied auf Raten, immer stück­chen­wei­se, mund­ge­rech­te Por­tio­nen.”. Dem kann ich nur zustim­men. Ich den­ke oft “heu­te war das letz­te Mal Slo­wa­kisch-Unter­­richt“ oder das ich nicht mehr oft über die­se oder jene Brü­cke gehen wer­den … Die 11 Mona­te kamen mir so lang und doch irgend­wie kurz vor. Ich habe so viel erlebt, neue Men­schen ken­nen­ge­lernt und ein­zig­ar­ti­ge Freund­schaf­ten geschlos­sen. Das alles hin­ter mir zu las­sen, fällt mir schwer. In der Zeit habe ich sechs neue Län­der bereist (Slo­wa­kei, Öster­reich, Polen, Tsche­chi­en, Ungarn und Rumä­ni­en). Das hät­te ich nicht für mög­lich gehal­ten und füh­le mich des­halb unglaub­lich pri­vi­le­giert. Doch ich nut­ze die letz­ten Tage und tref­fe mich mit vie­len Freun­den noch­mal per­sön­lich und genie­ße ein­fach die Zeit im hier und jetzt. Am mei­nem letz­tem Abend habe ich vie­le, lie­be Men­schen zu mei­ner …

Kambodscha – Von Angkor Wat zur Roten Khmer

Früh mor­gens wabert noch der Nebel über die fast men­schen­lee­ren Stra­ßen Siem Reaps. Ohne gro­ße Mühe tre­te ich in die Peda­le des Fahr­rads, das ich mir gemie­tet habe. Die unglaub­li­che Hit­ze, die sich die letz­ten Tage in dem Land, das auch als König­reich des Stau­nens bezeich­net wird, bemerk­bar gemacht hat, hat noch nicht zuge­schla­gen. Der Fahrt­wind weht mir ange­nehm ins leicht gerö­te­te Gesicht, um mich her­um öff­nen die ers­ten Stra­ßen­stän­de an denen man Obst, Gemü­se oder die tra­di­tio­nel­le Fisch­sup­pe „Amok“ zum Früh­stück erste­hen kann, hin und wie­der bahnt sich ein lee­res Tuk­Tuk sei­nen Weg durch die von der Nacht noch müden Gas­sen. So ruhig wie gera­de eben habe ich Kam­bo­dscha noch nicht erlebt. Fast schon fried­lich muten die sonst so über­füll­ten und lau­ten Stra­ßen an, doch in mir krib­belt die Auf­re­gung. Ich bin am Ziel mei­ner Rei­se. Schon in eini­gen Tagen wer­de ich zurück nach Iloi­lo flie­gen und von dort aus nur kur­ze Zeit spä­ter nach einem kom­plet­ten Jahr vol­ler unver­gess­li­cher Erleb­nis­se die Heim­rei­se nach Deutsch­land antre­ten. Doch gera­de eben zählt nur Eines. Einer der …

Good to know about Slovakia — Part 2

Wenn du bis jetzt noch nicht so viel über die Slo­wa­kei weißt, dann wirst du nach die­sem Text etwas schlau­er sein. Falls du den Part 1 noch nicht gele­sen hast, kannst du das natür­lich noch nach­ho­len. Öff­nungs­zei­ten Da mein Wochen­en­de mon­tags und diens­tags ist, woll­te ich schon öfters eine Unter­neh­mung machen, wur­de aber durch einen simp­len Grund gehin­dert: Vie­le Muse­en oder Aus­flugs­zie­le haben mon­tags geschlos­sen. War manch­mal durch­aus ärger­lich, aber einen Tag in der Woche ist durch­aus akzep­tiert. Aus­flugs­zie­le Wuss­test du, dass die Slo­wa­kei über 200 Bur­gen und Schlös­ser hat? Für ein Land, dass so groß ist wie Bay­ern und Baden-Wür­t­­te­m­berg sind das ziem­lich vie­le! Dem­entspre­chend könn­te ich theo­re­tisch jedes Wochen­en­de eine ande­re Burg besu­chen. Das habe ich zwar nicht gemacht, son­dern “nur” sie­ben, die aber alle­samt ziem­lich impo­sant waren. Bäcke­rei Wenn du in klei­ne­ren Städ­ten nach einer typisch Deut­schen Bäcke­rei suchst, wirst du nur schwer eine fin­den. Zumin­dest ging es mir so. Die meis­ten Slo­wa­ken kau­fen ihr Brot in den Super­märk­ten. Immer­hin gibt es genug Brot­aus­wahl, die auch sehr erschwing­lich ist. Außer­dem gibt es …

Welcome to Cambodia: Phnom Penh

Mein Jahr auf den Phil­ip­pi­nen ist zu Ende, mitt­ler­wei­le kann ich das wirk­lich sagen, ledig­lich zwei Wochen sind noch vom bis­lang größ­ten Aben­teu­er mei­nes Lebens übrig. Und damit sich die letz­ten Tage wirk­lich noch ein­mal nach Aben­teu­er und nicht nur wie „War­ten auf den Heim­flug“ anfüh­len, habe ich mich auf­ge­macht in ein Land, das mich schon lan­ge fas­zi­niert: Kam­bo­dscha. Schon vor Jah­ren hat mei­ne Schwes­ter, die desi­gnier­te Rei­se­ex­per­tin unse­rer Fami­lie, bei der Wunschrei­se­ak­ti­on der VR-Bank mei­nen Namen für die­ses Land in den Topf gewor­fen und auch wenn es damals nichts gewor­den ist, hat mei­ne Fas­zi­na­ti­on für das süd­ost­asia­ti­sche König­reich nicht abge­nom­men.  Das Land ist für einen Geschichts­freak wie mich wirk­lich ein Traum­rei­se­ziel, die Spu­ren der Zeit von den impo­san­ten Tem­peln aus alter Ver­gan­gen­heit, über Zeug­nis­se der fran­zö­si­schen Kolo­ni­al­herr­schaft, wei­ter zu den schreck­haf­ten Stät­ten, die das Khmer Rouge Regime in der letz­ten Hälf­te des zwan­zigs­ten Jahr­hun­dert hin­ter­las­sen haben, bis hin zu moder­nen Wol­ken­krat­zern, die von der auf­stre­ben­den Posi­ti­on Kam­bo­dschas zeu­gen, über­sä­en das gan­ze Land und nir­gend­wo sonst zeigt sich das mehr als in Phnom Penh, der …

Von Bambushäusern zu klimatisierten Apartments

Alle zwei Wochen fin­det ein soge­nann­tes „Vis-dorm “ von Asi­lo aus statt. Was genau das ist, durf­te ich mir letz­ten Sonn­tag angu­cken. Jeden zwei­ten Sonn­tag wird ein Mit­ar­bei­ter von Asi­lo Zuhau­se bei der Fami­lie besucht. Die­se Akti­on hat­te sich das Asi­lo Team aus­ge­dacht, um mög­lichst viel von ihren Kol­le­gen zu erfah­ren und die Hin­ter­grün­de ihres Han­delns bes­ser ver­ste­hen zu kön­nen. Am letz­ten Sonn­tag waren aus­nahms­wei­se drei Kol­le­gen dran, da alle „rela­tiv“ nah bei­ein­an­der woh­nen. Zwei davon waren Ancil und Sheng, zwei mei­ner nähe­ren Kol­le­gen. Also, die Tour star­te­te in New Luce­na bei Ancil. Ich wür­de mal grob schät­zen, dass die Fahrt 45 Minu­ten gedau­ert hat. Ich war echt posi­tiv über­raschst wie gut das Haus aus­sah. Gleich bei der Ankunft und nach einer gro­ßen Vor­stel­lungs­run­de, ging es los mit dem Beten. Sie brin­gen in jedes Haus die Holy Mary und beten gemein­sam für das Haus und die Fami­lie des Kol­le­gen. Jetzt könnt ihr raten, was danach pas­siert ist… GENAU es gab Snacks. Natür­lich, immer­hin war es ja schon 9 Uhr 😊. Es gab Man­gos aus Ancils …

Das SEM Fest

Am Ende von mei­nen 11 Mona­ten in der Slo­wa­kei stand noch ein rich­ti­ges High­light auf dem Pro­gramm. Ich habe schon vie­le Bil­der gese­hen und Geschich­ten gehört, aber was das SEM Fest nun wirk­lich ist, wuss­te ich nicht. Unge­fähr wuss­te ich, dass es ein Zelt­la­ger ist und dass es dort Sport, Musik, Semi­na­re, Work­shops und viel Spaß gibt. Schon Wochen vor­her haben wir mit den Vor­be­rei­tun­gen dafür ange­fan­gen. Zum Bei­spiel habe ich Ban­ner für die Büh­ne mit Far­be nach­ge­bes­sert oder mei­ne Work­shops und Semi­na­re vor­be­rei­tet. Dann kam der Tag der Anrei­se. Nach unge­fähr sie­ben Stun­den mit dem Bus, Zug + War­te­zeit, bin ich in Len­ka, einem klei­nem 200-See­­len-Dorf ange­kom­men. Ich hat­te eigent­lich ver­mu­tet, dass wir Mit­ar­bei­ter sofort anfan­gen mit dem Auf­bau der Zel­te, aber dem war nicht so. Der ers­te Tag war ziem­lich ent­spannt und auch die nächs­ten zwei Tage waren eher mit Team­buil­dung gefüllt. Das fand ich ziem­lich gut, denn auch wenn ich vie­le Leu­te schon kann­te, muss­ten wir als Team (110 Mit­ar­bei­ter) auch zusam­men­wach­sen und eine Ein­heit wer­den. Von Mon­tag bis Don­ners­tag war ich …