Alle Artikel in: Maike in Lettland

Ein ganzes halbes Jahr — 6 Monate EFD im Check

Erwar­tun­gen und Rea­li­tät Ich habe ver­sucht, mit so wenig Erwar­tun­gen wie nur mög­lich in mei­nen Frei­wil­li­gen­dienst zu star­ten. Trotz­dem kann ich rück­bli­ckend sagen, dass ich mir eini­ge Din­ge anders vor­ge­stellt hat­te. Vor mei­ner Ankunft wur­de mir immer gesagt, Bal­vi sei eine klei­ne Stadt. Dass die­ser Begriff für eine Deut­sche aber etwas ganz ande­res als für Let­ten bedeu­tet, wur­de mir schnell klar. Bei der Arbeit hat­te ich mehr Stress und Beschäf­ti­gung erwar­tet – vor allem in den ers­ten Wochen hat­te ich sehr wenig zu tun und vie­le Din­ge brauch­ten ein­fach Zeit. Mitt­ler­wei­le bin ich sehr zufrie­den mit mei­nem Arbeits­pen­sum. Ich bin beschäf­tigt, aber nicht gestresst oder über­for­dert. Apro­pos Din­ge, die ein biss­chen län­ger brau­chen: die let­ti­sche Spra­che! Ich hat­te zutiefst gehofft, schnell Let­tisch zu ler­nen, doch ohne regel­mä­ßi­gen Unter­richt und viel Dis­zi­plin ist das gar nicht so ein­fach. Ich beherr­sche nun jedoch zumin­dest die Grund­la­gen, kann mich erklä­ren oder um Hil­fe bit­ten. Es gab aber natür­lich auch Erwar­tun­gen, die über­trof­fen wur­den! Ich hat­te mich auch auf viel mehr Heim­weh, Ein­sam­keit und Unsi­cher­heit ein­ge­stellt – über­ra­schen­der­wei­se war …

Heimweh

Immer nur zu schrei­ben, wie gut es mir geht und wie toll es hier ist, wäre nicht wirk­lich ehr­lich. Zwar bin ich von den meis­ten Sachen hier posi­tiv über­rascht, trotz allem ist es wirk­lich schwie­rig, plötz­lich allei­ne in einem ande­ren Land auf sich gestellt zu sein. Dem­entspre­chend hier eine klei­ne aber ehr­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit Heim­weh, wohl wis­send, dass mich in Deutsch­land das Fern­weh pla­gen wür­de.

Rom des Ostens – Litauens Hauptstadt Vilnius

Um das Haupt­stadt-Triplett der bal­ti­schen Staa­ten zu kom­plet­tie­ren, ging es für mich in Litau­ens Haupt­stadt, die wegen der vie­len Kir­chen und dem Ein­fluss ita­lie­ni­scher Archi­tek­ten auch als „Rom des Ostens“ bezeich­net wird. Vil­ni­us hat jedoch defi­ni­tiv mehr zu bie­ten als alte Mau­ern!

Tallinn – Metropole mit Kleinstadtflair

Das Tol­le an klei­nen Län­dern ist, dass man unglaub­lich schnell auch den Nach­bar­län­dern einen Besuch abstat­ten kann. Riga und Est­lands Haupt­stadt Tal­linn sind mit dem Bus gera­de mal vier Stun­den von­ein­an­der ent­fernt – doch die­ser glück­li­che Zufall ist nicht der ein­zi­ge Grund, war­um man Tal­linn auf kei­nen Fall ver­pas­sen darf!

Essen, Trinken, Tanzen – lettische Kultur und Traditionen

Wenn man die let­ti­sche Geschich­te ein­mal betrach­tet, fällt es schwer zu glau­ben, dass es eine ein­heit­li­che kul­tu­rel­le Iden­ti­tät wirk­lich gibt. In ande­ren Län­dern wer­den Gebäu­de, die für bestimm­te Beset­zun­gen oder Erobe­rer ste­hen, ger­ne abge­ris­sen – fin­ge man damit in Riga an, wäre von der Stadt schon bald nichts mehr übrig. Und trotz­dem scheint es eine all­ge­mei­ne Men­ta­li­tät und Kul­tur zu geben. 2018 heißt 100 Jah­re let­ti­sche Unab­hän­gig­keit und damit ist es das per­fek­te Jahr, um let­ti­sche Kul­tur zu ent­de­cken.

Vier Wochen Lettland — was bleibt?

Es ist bei­na­he sur­re­al, dass mein ers­ter Monat in Lett­land bereits vor­bei sein soll. Einer­seits habe ich mich gut ein­ge­lebt und Rou­ti­nen gefun­den, ande­rer­seits noch nicht viel unter­nom­men in mei­ner Zeit hier. Das liegt zu einem gro­ßen Teil auch dar­an, dass das Schul­jahr erst im Sep­tem­ber beginnt und ich bis dahin kei­ne gere­gel­te Arbeit habe. Ab nächs­ter Woche heißt es dann näm­lich durch­ge­tak­te­ter Wochen­plan, Eng­lisch­stun­den geben und end­lich Let­tisch­un­ter­richt bekom­men! Ich habe die letz­ten Wochen somit meist gelang­weilt im Jugend­zen­trum ver­bracht, hier und da ein biss­chen beim Deko-Bas­­teln gehol­fen und ansons­ten eher wenig gear­bei­tet. Ganz ereig­nis­los war die Zeit aber trotz­dem nicht – bereits in mei­ner ers­ten Woche war Jugend­tag, für den ich einen eige­nen Work­shop (Traum­fän­ger bas­teln) orga­ni­siert habe. Spä­ter hat­ten wir noch ein Über­nach­tungs­event mit den Jugend­li­chen, die ich dadurch ein biss­chen bes­ser ken­nen­ge­lernt habe. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ihnen ist nicht immer ein­fach – vie­le sind sehr schüch­tern, wenn es dar­um geht, Eng­lisch zu spre­chen. Der Schlüs­sel ist wohl, ein­fach nicht auf­zu­ge­ben und ich hof­fe wirk­lich, dass ich mich in naher Zukunft mit …