Alle Artikel in: Freiwilligendienst

Reuse, Reduce, Recycle

Die Chips­tü­te, die Keks­ver­pa­ckung, die Limo­na­den­fla­sche. Wie auch die übri­gen Kin­der auf allen ande­ren Erd­tei­len, lie­ben die jun­gen Men­schen auf den Phil­ip­pi­nen süße und sal­zi­ge Snacks in jeder Form. Der gro­ße Unter­schied aller­dings liegt in der Ent­sor­gung der meist in bunt glän­zen­des Plas­tik ver­pack­ten Lecke­rei­en. Wäh­rend man in Deutsch­land schon von klein auf ein­ge­impft bekommt, in wel­che Ton­ne Rest­müll, Papier und recy­c­le­ba­rer Abfall ent­sorgt wer­den muss und sich an jeder Ecke ent­spre­chend sepa­rier­te Behält­nis­se fin­den, ist Müll­tren­nung, ganz zu schwei­gen von einer ins­ge­sam­ten Reduk­ti­on von Abfall oder gar Plas­tik, auf den Phil­ip­pi­nen noch ein Fremd­wort. Über alle Schich­ten der Bevöl­ke­rung und alle Alters­klas­sen hin­weg wird das Ent­sor­gen von Ver­pa­ckun­gen wo man geht und steht, sei das im Stra­ßen­gra­ben oder auf der Wie­se, tole­riert und prak­ti­ziert. Auch die all­wö­chent­li­che Ver­bren­nung des Müll-Mixes durch die Siebt­kläss­ler wird als nichts Unge­wöhn­li­ches ange­se­hen. Da die Phil­ip­pi­nen aller­dings, zusam­men mit vie­len wei­te­ren Ent­wick­lungs­län­dern, zu den größ­ten Betrof­fe­nen des Kli­ma­wan­dels und des welt­wei­ten Müll­pro­blems, vor allem in den Mee­ren, zäh­len, ist ein Umden­ken, was den Umgang mit Abfall angeht, hier, wie …

Ein Deutscher in Iloilo

Vor eini­gen Tagen hat­te ich mal wie­der ein spon­ta­nes Tref­fen mit einem 80-jäh­­ri­gen deut­schen Bekann­ten von mir. Ich ken­ne ihn seit mei­nem zwei­ten Monat hier und er konn­te mir schon oft bei Fra­gen oder klei­ne­ren Pro­ble­men hel­fen. Trotz sei­ner 80 Jah­re ist er ist nach wie vor ein sehr fit­ter, rede­lus­ti­ger Mann. Ich habe immer das Gefühl, dass er mir ger­ne sei­ne gan­ze Lebens­ge­schich­te erzählt, die durch­aus inter­es­sant ist. Frü­her war er Hotel­ma­na­ger, über­all auf der Welt, von Hong Kong bis nach Eng­land. Im Grun­de ist er sein gan­zes Leben lang von einem Job zum nächs­ten gereist. Er hat­te nie einen fes­ten Wohn­sitz und seit sei­nem 20. Lebens­jahr hat er nicht mehr in Deutsch­land gelebt. Nur für Besu­che ist er mal wie­der für kur­ze Zeit zurück­ge­gan­gen. Sein gesam­ter Lebens­stil hat mich sehr inspi­riert. Bei der Fra­ge, ob er irgend­was anders machen wür­de, wenn er sein Leben noch­mal leben könn­te, ver­nein­te er sehr schnell. Er hat zwar gera­de mal eine Ren­te von 300 Euro, da er ja nur in sei­ner Aus­bil­dung und wäh­rend sei­nes Wehr­diens­tes in …

Bacolod oder wie du mich zum Nachdenken gebracht hast

Was für eine gro­ße Chan­ce mir hier gebo­ten wird, ver­ges­se ich lei­der rela­tiv oft. Aber in Momen­ten wo ich mit dem Boot nach Gui­ma­ras oder Baco­lod fah­re, fällt es mir wie­der ein: ich bin an einem der schöns­ten Orte die­ser Welt. Die­se Tat­sa­che ver­ges­se ich lei­der rela­tiv oft, wenn ich mich nur in der Stadt von Iloi­lo auf­hal­te und mich Tag für Tag mit nega­ti­ven Emo­tio­nen voll­stop­fe (natür­lich ist dies ein wenig über­trie­ben). An Tagen wo ich das Meer sehe, erin­ne­re ich mich wie­der und ver­spü­re die größ­ten Glücks­ge­füh­le über­haupt. Es ist schön durch so etwas „Nor­ma­les“ wie eine Boots­fahrt, wie­der so viel neue Kraft und Ener­gie zu tan­ken, aber so ist es nun mal und was gibt es Schö­ne­res als über das offe­ne Meer zu schip­pern und sei­nen Gedan­ken frei­en Lauf zu las­sen? Ich wün­sche sol­che Momen­te könn­te man in einem Glas ein­fan­gen und immer, wenn man nicht die Mög­lich­keit hät­te ans Meer zu fah­ren, wür­de man es öff­nen und den fri­schen Wind vom Meer ein­at­men. Fast so, wie es die Wil­den Hüh­ner mit …

Good to know about Slovakia

Dass das Land Slo­wa­kei exis­tiert, wis­sen vie­le Leu­te, aber wo es liegt oder was die Haupt­stadt ist, wis­sen die wenigs­ten. Um ehr­lich zu sein, wuss­te ich davor auch nicht viel über die Slo­wa­kei. Noch nicht mal die Haupt­stadt. Aber ich lebe inzwi­schen schon seit neun Mona­ten in der Slo­wa­kei und habe das Land etwas ken­nen gelernt. Des­halb kommt hier mein „Good to know about Slo­va­kia” Arti­kel. Trans­port Star­ten wir mit dem Trans­port. Mit dem Zug und dem Bus zu fah­ren, ist für mich als Deut­sche rich­tig güns­tig. Vor allem für Schü­ler und Stu­den­ten ist es geni­al, denn sie müs­sen nichts bezah­len. Ich habe eine Kar­te, bei der ich auf den Preis noch­mal 40% Rabatt bekom­me. Hier mal ein Bei­spiel: 30 Minu­ten Bus fah­ren = 1,10€ und 2h Zug fah­ren = ca. 7€ (mit Rabatt Kar­te etwa 4,50€). Außer­dem wird in den Zügen fast immer kon­trol­liert. Nicht wie in Deutsch­land, wo es gefühlt nur alle 4 Mona­te eine Kon­trol­le gibt. Schul­sys­tem In der Schu­le gibt es kei­ne Noten von 1 bis 6 (oder 0 bis 15 Punk­ten), son­dern Noten von 1 bis 5. …

Golden Week, Hitchhike Week!

Zwar woh­ne und arbei­te ich in der Nähe Osakas, den­noch zieht es mich doch öfters nach Hiro­shi­ma, als erwar­tet. Wäh­rend der soge­nann­ten „Gol­den Week“ bin ich wie­der ein biss­chen durch Japan her­um­ge­reist und schließ­lich beim Flower Fes­ti­val in Hiro­shi­ma gelan­det! Eine Woche vol­ler Gold? Eine Gol­de­ne Woche?! Für die Japa­ner sind die 7–10 Tage, die die Gol­den Week umfas­sen tat­säch­lich Gold wert. Die Gol­den Week bedeu­tet näm­lich für vie­le Japa­ner Pau­se und Urlaub, denn die ca. 7 Tage bestehen zum Groß­teil aus gesetz­li­chen Fei­er­ta­gen. Japa­ner arbei­ten sehr viel und neh­men sich grund­sätz­lich kei­nen Urlaub. Die Gol­den Week bie­tet für vie­le sozu­sa­gen die ein­zi­ge Mög­lich­keit mit Fami­lie oder Freun­den für eine län­ge­re Zeit zu ver­rei­sen als nur für ein, zwei Tage. Auch ich bekam für die Gol­den Week frei und kom­bi­niert mit mei­nen nor­ma­len frei­en Tagen am Sams­tag und Sonn­tag bekam ich 10 Tage frei (ohne davon etwas von mei­nen nor­ma­len ca. 30 frei­en Tagen abge­zo­gen zu bekom­men 🙂 ). Da die Gol­den Week für ganz Japan zeit­gleich ist, sind belieb­te Urlaubs­or­te, die gro­ßen Städ­te, über­füllt …

Happy Birthday to you!

Wenn man fast ein Jahr im Aus­land ver­bringt, ist es ziem­lich wahr­schein­lich, dass man in die­ser Zeit Geburts­tag hat. Ich hat­te vor kur­zem Geburts­tag und erzäh­le euch nun, wie mein 20. Geburts­tag abge­lau­fen ist.  Bevor über­haupt der Geburts­tag gekom­men ist, sind drei Pake­te von Freun­den und Fami­lie zu mir in die Slo­wa­kei gekom­men. Aber kei­nes wirk­lich auf nor­ma­le Wei­se. Bei einem Paket war nie­mand im Büro, ein gel­ber Zet­tel wur­de abge­ge­ben und ich muss­te damit zur Post gehen. Kann ja mal pas­sie­ren und war auch kein Pro­blem. Beim zwei­ten Päck­chen wur­de mir über Face­book eine pri­va­te Nach­richt geschrie­ben, dass ein Paket von mir bei ihnen im Büro ange­kom­men ist. Die­se Fir­ma heißt „SUM” und mei­ne heißt „SEM”. Aber eine Haus­num­mer kann man doch eigent­lich nicht ver­wech­seln, oder? Aber die Frau war sehr nett und ich konn­te am nächs­ten Tag das Päck­chen abho­len. Das Paket von mei­ner Fami­lie wur­de nach eini­gen Zustell­ver­su­chen in einem Paket­shop abge­ge­ben. Nor­ma­ler­wei­se geht man dort hin, zeigt sein Aus­weis und kann das Paket mit­neh­men. Die Frau hat mir aber auf Slo­wa­kisch erklärt, dass ich für das …

Neun Monate später

Wie­der ein Vier­tel­jahr vor­bei, wie­der Zeit für einen Drei-Monats-Bericht und ich muss sagen, die ers­ten Bei­den sind mir deut­lich leich­ter gefal­len. Nach dem ers­ten Quar­tal war alles noch neu und auf­re­gend, nach dem Zwei­ten mani­fes­tier­te die Halb­zeit­mar­ke, dass die Uhr für die Rück­kehr von nun an abwärts zähl­te und es war Zeit ein ers­tes, vor­sich­ti­ges Resü­mee zu zie­hen; und nach dem Drit­ten? Der Punkt an dem ich jetzt ste­he, bedeu­tet für mich nicht mehr die gro­ße Auf­re­gung, die die letz­ten bei­den noch dar­stell­ten, er ist für mich kein Mei­len­stein mehr, son­dern eher so „halb­warm“. Ich bin noch nicht zu Hau­se, aber ich bin auch nicht mehr lan­ge hier. Wäh­rend ich noch die mitt­ler­wei­le statt­fin­den­den Feri­en­pro­gram­me für die Kin­der geplant habe, muss­te ich mich end­gül­tig ent­schei­den, was ich stu­die­ren möch­te (bis­lang irgend­wie trotz­dem nicht gesche­hen), in wel­che Stadt ich zie­hen möch­te, wo ich im Som­mer arbei­ten möch­te und all die­se Sachen aus der Fer­ne orga­ni­sie­ren. In Deutsch­land ist der Win­ter zum Früh­ling gewor­den, ich bekam ‑mein gro­ßes Hig­h­­light- Besuch, auf den Phil­ip­pi­nen wich die Regen­zeit der …

Ein Einschnitt für Good Shepherd

Ein gan­zes Jahr im Aus­land zu leben, bedeu­tet eine Viel­zahl von Momen­ten zu erle­ben, die aus den ver­schie­dens­ten Emo­tio­nen gespeist sind. Ich habe mich in den ver­gan­ge­nen neun Mona­ten mit den Men­schen in Good She­pherd gefreut, mit ihnen gelacht, gear­bei­tet und gefei­ert und jetzt auch mit ihnen getrau­ert. An einem Mon­tag Ende April, in den frü­hen Mor­gen­stun­den, ist ein Urge­stein unse­rer Orga­ni­sa­ti­on, Maam Thel­ma Pagsub­e­ron, nach lan­gem Lei­den im Alter von 83 Jah­ren ver­stor­ben. Sie gehör­te zu den ers­ten Wai­sen­kin­dern von Good She­pherd, stieg spä­ter nach eini­gen Auf­ent­hal­ten außer­halb von Gui­ma­ras zur Direk­to­rin der Schu­le auf und war bis zu ihrem Lebens­en­de Geschäfts­füh­re­rin der Ein­rich­tung, die ihr so vie­les in ihrem Leben ermög­licht hat. Die ihr ein Zuhau­se, Bil­dung und Freund­schaf­ten geschenkt hat und in der ihr gan­zes Herz­blut steck­te. Maam Thel­ma war die ers­te Per­son, die mir bei mei­ner Ankunft vor­ge­stellt wur­de und noch bevor ich den Mund auf­ma­chen konn­te, sag­te sie nur “I can see, you are a very smart girl.” Für Wai­sen und Schü­ler war sie über Genera­tio­nen hin­weg eine wich­ti­ge Bezugs­per­son, …