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Horsens erwacht aus dem Winterschlaf

Mit sei­nen 55.000 Ein­woh­nern ist Hor­sens defi­ni­tiv nicht als Tou­­ris­­ten-Hot­­s­pot bekannt und es kann zu Zei­ten rela­tiv lang­wei­lig wer­den. Das hat man beson­ders in den Win­ter­mo­na­ten gemerkt, wo die Ange­bo­te der Stadt, wie z.B. Kon­zer­te, klei­ne Fes­ti­vals oder Par­tys fast gar nicht mehr statt­fan­den. Mit den ers­ten Son­nen­ta­gen im Früh­ling fing das Leben dann aber wie­der rich­tig an und es gab jedes Wochen­en­de etwas Neu­es zu unter­neh­men. Eine Ver­an­stal­tung, die jeden Früh­ling ein wenig her­aus­ge­sto­chen hat, war der Besuch eines Wan­der­zir­kus direkt auf der Wie­se am Fjord. Da wo wir uns nor­ma­ler­wei­se zum Gril­len, Fuß­ball spie­len oder schwim­men gehen tref­fen, stand plötz­lich eine Zir­kus-Kara­van mit allen mög­li­chen Tie­ren die nur mit dün­ner Abzäu­nung auf „unse­rer“ Wie­se her­um­lie­fen. Das sorg­te in einer Klein­stadt wie Hor­sens für gro­ße Auf­re­gung und wir haben die nächs­ten drei Tage damit ver­bracht, uns mit den Ele­fan­ten anzu­freun­den. Im Lau­fe des Früh­lings wur­den auch wie­der Ver­an­stal­tun­gen drau­ßen für die Stu­den­ten orga­ni­siert, um das gute Wet­ter zu genie­ßen. Neben den typi­schen Bier-Pong-Tur­­nie­­ren und Mot­­to-Par­­tys, gab es noch den soge­nann­ten Bier­ma­ra­thon – eine Tra­di­ti­on. …

Besonderheiten des Studiums

Eine der Sachen, die mir auf der Bil­dungs­mes­se ver­spro­chen wur­den, als ich mich für das Stu­di­um in Hor­sens ent­schie­den habe, war die prak­ti­sche Aus­rich­tung des Stu­di­ums. Das war sogar einer der ent­schei­den­den Fak­to­ren, wes­we­gen ich mich immer auf die­se Akti­vi­tä­ten gefreut habe. Nach nun meh­re­ren Mona­ten in Däne­mark habe ich von die­ser prak­ti­schen Aus­rich­tung lei­der nicht all­zu viel mit­be­kom­men. Es wur­den zwar ver­schie­de­ne Exkur­sio­nen im Lau­fe des ers­ten Semes­ters geplant, ein paar davon sind aber ins Was­ser gefal­len und die, die tat­säch­lich statt­ge­fun­den haben, waren Fir­men­be­su­che, wo wir den hal­ben Tag in einem Mee­ting­raum saßen und einer Prä­sen­ta­ti­on des Unter­neh­mens gefolgt sind. Nach fast einem Jahr wur­de das alles aber end­lich ein wenig inter­es­san­ter. Mit dem Geo­­lo­gie-Kurs sind wir die däni­sche Küs­te her­un­ter­ge­fah­ren und haben uns ver­schie­de­ne Steil­klip­pen ange­guckt, um die ver­schie­de­nen geo­lo­gi­schen Schich­ten zu ana­ly­sie­ren und die­se auf ihre Sta­bi­li­tät und Zusam­men­set­zung zu tes­ten. Danach fin­gen auch ver­schie­de­ne pas­sen­de Work­shops in der Uni an, wel­che beglei­tend zu den Kur­sen lie­fen. Pas­send zu Kur­sen wie z.B. Gebäu­de­ver­sor­gung, hat­ten wir kur­ze Klem­p­­ner- und Schwei­­ßer-Kur­­se, bei denen …

Endlich eigenes Geld verdienen

Nicht nur bin ich am Anfang des zwei­ten Semes­ters end­lich in eine schö­ne Woh­nung umge­zo­gen, ich habe auch Arbeit gefun­den. Nach­dem die kom­plet­te Büro­kra­tie mit der däni­schen per­sön­li­chen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer und einem däni­schen Kon­to nach meh­re­ren Mona­ten end­lich hin­ter mir lag, konn­te ich mich bei Fir­men für einen Stu­den­ten­job bewer­ben. Da ich zu die­sem Zeit­punkt kaum Dänisch gelernt hat­te und erst im zwei­ten Semes­ter mei­nes Stu­di­ums war, hat sich das aber als schwe­rer her­aus­ge­stellt als zuerst ange­nom­men. Arbeit in Cafés oder Restau­rants ist in solch einer klei­nen Stadt schwer zu fin­den, beson­ders wenn man sich nicht mit den Ein­hei­mi­schen unter­hal­ten kann. Das­sel­be Pro­blem gab es auch bei den Inge­nieurs­fir­men, wo mir einer­seits die Däni­sche Spra­che und ande­rer­seits auch feh­len­des Wis­sen und Erfah­run­gen einen Strich durch die Rech­nung gemacht haben. Nach ein paar Wochen hat­te ich dann aber doch Glück. Die Trend­him-Saga beginnt Ein unschein­ba­res Aus­schrei­ben an der Job-Wand im Gang mei­ner Uni hat die Auf­merk­sam­keit eines Freun­des von mir geweckt. Er hat mir emp­foh­len, mich dort zu bewer­ben, da ich doch Deutsch als Mut­ter­spra­che habe. Auf …

Aller Anfang ist schwer

Das ers­te Semes­ter war defi­ni­tiv nicht ein­fach. Auch wenn wir viel Spaß hat­ten, ich vie­le Freun­de gefun­den habe und alles noch sehr auf­re­gend war, gab es meh­re­re Unan­nehm­lich­kei­ten und eini­ge Hür­den zu neh­men. Einer­seits war dort die sprach­li­che Hür­de, vor der ich von Anfang an ein wenig Respekt hat­te. Auch wenn ich durch mei­ne Zeit in den USA einen gro­ßen Wort­schatz auf­ge­baut habe und ans Eng­li­sche gewöhnt war, ist es doch noch­mal was ganz ande­res, kom­pli­zier­te Mathe­ma­ti­sche und Phy­si­ka­li­sche Theo­ri­en auf Eng­li­scher Spra­che wirk­lich zu ver­ste­hen. Die­se Angst hat sich auch am Anfang des ers­ten Semes­ters gleich bewahr­hei­tet. Zum Bau­in­ge­nieur­we­sen gehö­ren auch Sta­ti­sche Berech­nun­gen von Stahl- und Beton­kon­struk­tio­nen, mit wel­chen ich vor Däne­mark noch nie in Kon­takt gekom­men bin. Wäh­rend ande­re in mei­nen Kur­sen bereits einen Abschluss in einem ähn­li­chen Gebiet in der Tasche hat­ten oder ein Gym­na­si­um zur Vor­be­rei­tung auf Inge­nieurs­stu­di­en­gän­ge besucht haben, stand ich mit mei­nem Wis­sen ganz am Anfang und habe nur die Hälf­te der Vor­le­sun­gen ver­stan­den. Glück­li­cher­wei­se hat man in Däne­mark eine rela­tiv enge „Bezie­hung“ zu den Pro­fes­so­ren (ver­gleich­bar mit dem …

Einführungswoche – 5 Tage Programm

Die ers­te Woche in mei­ner neu­en Hei­mat war sehr inten­siv. Wäh­rend der Ein­füh­rungs­wo­che haben die Pro­fes­so­ren schon in der Mit­tags­pau­se däni­sches Bier ser­viert und abends ging es mit aller­lei Ver­an­stal­tun­gen wei­ter. Ein Geburts­tag, Woh­nungs­ein­wei­hun­gen, Grill­fes­te, Stu­den­ten­bar­eröff­nung und ein tra­di­tio­nel­les zwei­tä­gi­ges Mit­tel­alt­er­fes­ti­val im Her­zen der Stadt, haben kaum Platz zum Schla­fen und Kof­fer­aus­pa­cken gelas­sen. Däni­sche Direkt­heit und Was­ser­tür­me Ein Merk­mal der Dänen, das sich durch mei­ne kom­plet­te Aus­­­land­s­s­tu­­di­ums-Erfah­­rung zieht, ist der infor­mel­le Umgang der Dänen mit ande­ren Leu­ten. Egal ob es dein Pro­fes­sor, der Direk­tor der Uni­ver­si­tät, dein direk­ter Vor­ge­setz­ter oder der CEO eines Bil­­lio­­nen-Euro-Kon­­zerns ist, man spricht sich mit dem Vor­na­men an, als ob man sich schon seit Jah­ren kennt. Von der deut­schen „Steif­heit“ beim Umgang mit Frem­den oder Höher­ran­gi­gen ist hier nichts zu fin­den, obwohl Hor­sens gera­de mal 150 Kilo­me­ter hin­ter der Gren­ze liegt. Vom ers­ten Tag an habe ich mei­ne Pro­fes­so­rin mit Dor­te ange­spro­chen und bis zum 3. Semes­ter kann­te ich Ihren Nach­na­men nicht mal. In der Ein­füh­rungs­wo­che waren unse­re zwei Pro­fes­so­ren auch eher wie Freun­de oder Men­to­ren zu uns Erst­se­mes­tern. Neben ver­schie­dens­ten …

Blogger-Steckbrief: Bendix

Name: Ben­dixAlter: 23Her­kunfts­ort: Ham­burg Wo machst du dei­nen Aus­lands­auf­ent­halt? In der Klein­stadt Hor­sens in Däne­mark. Das 55.000 See­len Städt­chen liegt an der Ost­küs­te, direkt am Hor­sens Fjord.Was machst du da? Ich habe in Hor­sens ein 3,5‑jähriges Voll­zeit Civil Engi­nee­ring Bache­lor­stu­di­um ange­fan­gen und abge­schlos­sen.Von wann bis wann? Von August 2016 bis Janu­ar 2020 Wie­so hast du dich für die­sen Aus­lands­auf­ent­halt ent­schie­den? Ich hat­te schon immer den Drang in ande­ren Län­dern zu leben. Nach einem High School Aus­tausch in den USA, einem hal­ben Jahr in Öster­reich und meh­re­ren Mona­ten auf Rei­sen war für mich klar: Das reicht mir noch nicht. Ich will auch mein Stu­di­um im Aus­land machen.  Wie finan­zierst du dei­nen Aus­lands­auf­ent­halt? In Däne­mark kommt man als Stu­dent finan­zi­ell sehr gut auch unab­hän­gig von den Eltern über die Run­den. Das däni­sche Äqui­va­lent zu Bafög unter­stützt jeden Stu­den­ten einer däni­schen Uni aus der EU mit 800 Euro monat­lich. Der Min­dest­lohn liegt bei ca. 16 Euro, wenn man dann noch job­ben geht. Und mit wei­te­rer Unter­stüt­zung zum Bei­spiel durch Wohn­geld und Kin­der­geld, kann man als Stu­dent gut leben und …