Alle Artikel mit dem Schlagwort: Feste und Feiern

Warum Japaner Berge anzünden

Japan ist ein­fach… ein­fach anders. Einen Berg anzün­den ist Brand­stif­tung? Ach was, lasst uns lie­ber vie­le Leu­te ver­sam­meln, ein Feu­er­werk vor­ne­dran­hän­gen und ein rie­si­ges Fest draus machen! Ich prä­sen­tie­re: Yama­ya­ki in Nara Im japa­ni­schen bedeu­tet Yama (山) gleich Berg und Yaki (焼き) soviel wie Bra­ten, Rös­ten oder auch Bren­nen. Yaki fin­det sich oft in Kom­bi­na­ti­on mit Essen. Yaki­to­ri ist zum Bei­spiel gegrill­tes Geflü­gel und ein Yama­ya­ki eben ein „gegrill­ter“ Berg lol. Bei mei­ner Recher­che nach wei­te­ren Yama­ya­kis muss­te ich fest­stel­len, dass das Yama­ya­ki in Nara tat­säch­lich das ein­zi­ge in Japan zu sein scheint. Komi­scher­wei­se kann aber jeder mit dem Begriff Yama­ya­ki was anfan­gen, ohne das Fest in Nara wirk­lich zu ken­nen. Wahr­schein­lich waren Yama­ya­kis frü­her öfters ver­brei­tet in Ver­bin­dung mit reli­giö­sen Ritua­len oder ähn­li­ches von Schrei­nen und Tem­peln. Ursprung Schon seit hun­der­ten Jah­ren sind bis heu­te die zwei umlie­gen­den Tem­pel, der Todai­ji- und der Kofu­ku­ji-Tem­­pel, und der Kasu­­ga-Schrein an der Zere­mo­nie betei­ligt. Woher die Yama­ya­ki-Zere­­mo­­nie aber stammt, weiß kei­ner ganz genau. Eine Theo­rie besagt, dass sich die anlie­gen­den Tem­pel um Land gestrit­ten haben und das …

Oshogatsu: Mein japanisches Neujahr

Die Vor­sät­ze für das neue Jahr ste­hen, die Cham­pa­gner­glä­ser sind gefüllt und das Feu­er­werk ist start­klar. Der Count­down beginnt: 3…2…1… ABER nicht in Japan. Okay, der Count­down wird hier auch erwar­tet; aber gefei­ert wird hier trotz­dem anders! Mein Sil­ves­ter hier in Japan war die­ses Jahr ohne bun­tes Feu­er­werk und dicke Coun­t­down-Par­­ty, statt­des­sen gefüllt mit ganz viel japa­ni­scher Kul­tur. Anders als in west­li­chen Län­dern ist Neu­jahr und Sil­ves­ter hier ein Fami­li­en­fest. Man fei­ert nicht wirk­lich mit Freun­den, son­dern die gan­ze Fami­lie ver­sam­melt sich, ver­bringt gemein­sam Zeit und isst tra­di­tio­nell. Dafür neh­men sich die Geschäfts­leu­te aus gro­ßen Städ­ten wie Tokyo und Osa­ka extra frei, um sich mit der gan­zen Fami­lie zu ver­sam­meln. Im Prin­zip hat hier das Neu­jahr einen ähn­li­chen Stel­len­wert wie Weih­nach­ten in Deutsch­land. Das japa­ni­sche Neu­jahrs­ge­richt wird Ose­chi (お節料理) genannt und beinhal­tet vie­le tra­di­tio­nel­le Gerich­te wie gedämpf­te Fisch­pas­te, schwar­ze Boh­nen, Sashi­mi und vie­les mehr. Neben dem Ose­chi wird auch zur Neu­jahrs­zeit viel Mochi (japa­ni­scher Reis­ku­chen) zube­rei­tet und geges­sen. In mei­nem Alten­heim hat­te ich das Glück, sel­ber Mochi her­stel­len zu dür­fen! Zwi­schen dem 1.–3. Janu­ar fin­det …