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Vier Wochen Lettland — was bleibt?

Es ist bei­na­he sur­re­al, dass mein ers­ter Monat in Lett­land bereits vor­bei sein soll. Einer­seits habe ich mich gut ein­ge­lebt und Rou­ti­nen gefun­den, ande­rer­seits noch nicht viel unter­nom­men in mei­ner Zeit hier. Das liegt zu einem gro­ßen Teil auch dar­an, dass das Schul­jahr erst im Sep­tem­ber beginnt und ich bis dahin kei­ne gere­gel­te Arbeit habe. Ab nächs­ter Woche heißt es dann näm­lich durch­ge­tak­te­ter Wochen­plan, Eng­lisch­stun­den geben und end­lich Let­tisch­un­ter­richt bekom­men! Ich habe die letz­ten Wochen somit meist gelang­weilt im Jugend­zen­trum ver­bracht, hier und da ein biss­chen beim Deko-Bas­­teln gehol­fen und ansons­ten eher wenig gear­bei­tet. Ganz ereig­nis­los war die Zeit aber trotz­dem nicht – bereits in mei­ner ers­ten Woche war Jugend­tag, für den ich einen eige­nen Work­shop (Traum­fän­ger bas­teln) orga­ni­siert habe. Spä­ter hat­ten wir noch ein Über­nach­tungs­event mit den Jugend­li­chen, die ich dadurch ein biss­chen bes­ser ken­nen­ge­lernt habe. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ihnen ist nicht immer ein­fach – vie­le sind sehr schüch­tern, wenn es dar­um geht, Eng­lisch zu spre­chen. Der Schlüs­sel ist wohl, ein­fach nicht auf­zu­ge­ben und ich hof­fe wirk­lich, dass ich mich in naher Zukunft mit …

Kann ich überhaupt bereit sein?

Flug gebucht, Kof­fer gepackt – alles dop­pelt und drei­fach gecheckt. Über ein hal­bes Jahr Vor­be­rei­tun­gen, end­lo­se Gesprä­che mit Freun­den, Fami­li­en, Ansprech­part­nern und jetzt ist es wirk­lich so weit – jetzt geht es ab nach Lett­land. Ich habe jedes ver­füg­ba­re Mate­ri­al über Land, Leu­te, Stadt und Dorf mehr­fach durch­ge­le­sen und auf­ge­so­gen. Ich weiß eigent­lich alles. Aber ob ich bereit bin? Ganz sicher nicht. In den letz­ten Mona­ten, Wochen und Tagen ist mir das ziem­lich deut­lich gewor­den: Wirk­lich bereit sein kann ich doch gar nicht. Zu vie­le Varia­blen, zu viel Unge­wis­ses. Ein neu­es Land mit Men­schen, deren Spra­che ich nicht ver­ste­he und deren Gewohn­hei­ten ich nicht ken­ne. Laut You­Tube und Wiki­pe­dia sind die Men­schen in Lett­land ver­schlos­sen, kühl und distan­ziert – aber aus genau den glei­chen Quel­len habe ich schließ­lich gelernt, dass ich als Deut­sche liter­wei­se Bier pro Jahr kon­su­mie­ren müss­te… Doch wenn ich dann doch mal zurück­bli­cke, fällt mir auf, wie viel ich eigent­lich schon weiß. Kurz bevor ich mei­ne Bewer­bung abge­schickt habe, muss­te ich mich noch­mal ver­si­chern, dass ich auch wirk­lich weiß, wo Lett­land liegt. …