Alle Artikel mit dem Schlagwort: Verkehr

On the road — Das Tricycle

Kannst du Motor­rad fah­ren?” Mei­ne ers­te Woche in Good She­pherd, mein ers­ter Gang aufs Immi­gra­ti­on Office, mein Bür­ge und Fra­gen­stel­ler ist der Pfar­rer, der mich beglei­ten soll. Ich schaue ihn an, als hät­te er mich gefragt, ob ich flie­gen kann. “Hm, naja, ich ähm, ich habe einen Auto-Füh­­rer­­schein”, erklä­re ich ihm zöger­lich. Mit der Aus­sa­ge, ich kön­ne Auto fah­ren, hät­te ich mich wohl etwas weit aus dem Fens­ter gelehnt. Jetzt schaut er mich an, als hät­te ich ihn gera­de über mei­ne Flug­fä­hig­kei­ten unter­rich­tet. Ich kann nicht genau sagen, was ihm suspek­ter ist. Der Füh­rer­schein, der auf den Phil­ip­pi­nen mehr ein Schat­ten­da­sein führt, oder das Auto, wel­ches hier ein Zei­chen gro­ßen Reich­tums dar­stellt und nur von äußerst weni­gen beses­sen wird. Er zuckt mit den Schul­tern, als kön­ne er sich selbst nicht so ganz ent­schei­den, wel­chen Teil mei­ner Ant­wort er selt­sa­mer fin­det und ver­kün­det:” Egal, wir neh­men das Tri­cy­cle.” Tri­cy­cle, das ist der phil­ip­pi­ni­sche Auto-Ersatz. Ein Motor­rad, an das, meist von den Män­nern der Fami­lie, ein Bei­wa­gen gezim­mert wird, so dass das Motor­rad letz­ten Endes neun Per­so­nen …

On the road — Das Boot

Ja, ihr seht rich­tig. Hier wer­den gut 50, in Zeh­ner­bün­deln an den Füßen zusam­men­ge­schnür­te, leben­de Hüh­ner trans­por­tiert. Wenn man die Phil­ip­pi­nen auf einer Kar­te begut­ach­tet dann wird schnell eines klar: Ein ein­heit­li­ches Land ist das nicht! Statt einer ein­zi­gen fes­ten Land­mas­se, setzt sich das Land aus schein­bar unend­lich vie­len Inseln jeder Grö­ße zusam­men, die sich zudem noch über eine rela­tiv gro­ße Flä­che ver­tei­len und in jede Him­mels­rich­tung zu erstre­cken schei­nen. Vie­le der über 7000 Inseln sind nicht ein­mal bewohnt, oder — ähn­lich wie “mei­ne” Insel Gui­ma­ras — auf vie­len Kar­ten gar nicht zu fin­den. Das sorgt dafür, dass eines der phil­ip­pi­ni­schen Haupt­ver­kehrs­mit­tel das Boot ist. Boot ist jedoch nicht gleich Boot, das lernt man hier schnell. Zwi­schen Gui­ma­ras und Iloi­lo, der nächst­grö­ße­ren Stadt auf der Nach­bar­in­sel Panay, ver­keh­ren die soge­nann­ten Bang­kas. Das sind Holz­bo­te mit Bam­bus­stüt­zen, die cir­ca 50 Pas­sa­gie­re für umge­rech­net 15 Cent inner­halb von 20 Minu­ten nach Iloi­lo und zurück beför­dern. Neben der mensch­li­chen Fracht wer­den damit auch Lebens­mit­tel, Unmen­gen von leben­den Tie­ren (Tier­schüt­zer wür­den Angst­zu­stän­de krie­gen) und natür­lich auch die unver­zicht­ba­ren Motor­rol­ler …

Egoismus im Massenverkehr: Mein Weg zur Uni

Der Ver­kehr in São Pau­lo ist ein Aben­teu­er. Zu den Haupt­ver­kehrs­zei­ten sind vie­le Bra­si­lia­ner oft stun­den­lang unter­wegs, um zur Arbeit zu kom­men. Im letz­ten Semes­ter blieb Lau­ra vom Ver­kehrs­cha­os ver­schont. Jetzt erlebt sie am eige­nen Leib, wie ner­ven­zer­rei­bend das täg­li­che Pen­deln in die Metro­po­le sein kann.

Die Hupe muss funktionieren

Das Stra­­ßen-Sys­­­tem. Ein so schö­nes The­ma; in Deutsch­land ist alles von unten bis oben gere­gelt. Es gibt Regeln und ein Sys­tem. Außer­dem haben wir Füh­rer­schei­ne, die man nur mit viel Fleiß erhält. In Iloi­lo gibt es kaum Ampeln, kei­ne Regeln und auch kei­ne Füh­rer­schei­ne so wie wir sie ken­nen. Die Füh­rer­schei­ne wer­den in den meis­ten Fäl­len „gekauft“. Man muss wohl auch zwei Prü­fun­gen able­gen so wie in Deutsch­land, aber man kann wohl Leu­te bezah­len, die dann für einen die Prü­fun­gen able­gen. Von den Ampeln hier bin ich wirk­lich begeis­tert. Sie zei­gen an, wie lan­ge es noch dau­ert, bis sie wie­der rot oder wie­der grün wer­den. Nur lei­der gibt es viel zu weni­ge davon! Man fin­det sie meis­tens auf gut aus­ge­bau­ten und gro­ßen Stra­ßen. Die Regel hier lau­tet: Wer zuerst hupt, fährt zuerst. Wenn man das ers­te Mal in einem Auto sitzt und die Men­schen vor einem ein­fach über die Stra­ße spa­zie­ren, bekommt man erst­mal einen Herz­in­farkt. Als wir hier ange­kom­men sind, dach­ten wir alle, wir wer­den die Taxi­fahrt zum Hotel nicht über­le­ben. Oder wir wür­den …